Fussball

FC Schalke 04 verärgert Fans mit Härtefallantrag für Ticket-Rückerstattung und entschuldigt sich

Von SPOX
Die Fans des FC Schalke 04 hatten kein Verständnis für ein Anschreiben des Vereins.

Der FC Schalke 04 hat mit einem Schreiben für Aufruhr gesorgt, in dem Ticket-Inhabern mitgeteilt wurde, nur mit einem Härtefallantrag eine Rückerstattung der Ticket-Preise zu erhalten. Im Schreiben, das in den Sozialen Medien kursierte, zeigten die Königsblauen wenig Einfühlungsvermögen mit ihren Fans.

"Warum benötigst Du das Geld unbedingt jetzt? Begründe bitte Deinen Härtefallantrag in den folgenden Zeilen. Und, falls möglich, füge auch entsprechende Belege an", hieß es unter anderem in dem Schreiben, das Schalke an Inhaber von Tickets für die verbleibenden Heimspiele der Saison 2019/20 schickte.

Weiter schrieb der Verein: "Wenn dies aufgrund Deiner persönlichen Lebensumstände unzumutbar ist, kannst Du eine Auszahlung natürlich auch vorher verlangen. Damit der FC Schalke 04 in seiner Vereinsfamilie einheitlich und fair mit den Härtefallanträgen vorgehen kann, benötigen wir genaue Informationen von Dir."

Für den Fall, dass solche Belege nicht eingereicht werden können, sei die Ausstellung eines Gutscheins vorgesehen. Alternativ könnten die Schalker Anhänger auf einen solchen verzichten und würden den gezahlten Betrag nach dem 31. Dezember 2021 doch ausgezahlt bekommen. Mit diesem Vorgehen bezog sich S04 auf ein "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Veranstaltungsvertragsrecht".

Schalke entschuldigt sich bei Fans: "Unpersönlich und wenig empathisch"

In den Sozialen Medien prasselte ein Shitstorm auf den Verein ein, unter anderem kritisierte der FC Schalke 04 Supporters Club e.V. den Klub scharf. "Ihr seid nicht die Schufa, ihr seid keine Bank die Kredite vergibt, ihr seid nicht die AfA (Agentur für Arbeit, Anm. d. Red) und zahlt Hartz IV aus! Welches Recht nehmt ihr euch eigentlich heraus? IHR seid die Bittsteller! IHR seid die Bettler!", schimpfte die Vereinigung in einem offenen Brief.

Es folgte der Rückzieher der Königsblauen: Demnach habe der Verein in dem Anschreiben an seine Fans "unpersönliche und wenig empathische Formulierungen verwendet. Das hätten wir besser formulieren können und müssen". Auch das Stellen eines Härtefallantrags sei zukünftig nicht notwendig, um die gezahlten Ticketpreise zu erhalten.

"Es steht außer Frage, dass Schalke 04 jeden Antrag von Fans, die aus wirtschaftlichen Gründen auf eine sofortige Rückerstattung des Ticketpreises angewiesen sind, wohlwollend bearbeiten wird. Es wird niemand Belege einreichen müssen, und es wird selbstverständlich niemand "kontrolliert"."

Der FC Schalke 04 ist in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen, die Verbindlichkeiten der Königsblauen beliefen sich bereits zuvor auf 198 Millionen Euro. Vorstand Alexander Jobst bezeichnete die Lage zuletzt als "existenzbedrohend", Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies als "finanziell prekär". Aus diesem Grunde wird derzeit auch eine Ausgliederung der Profiabteilung hitzig diskutiert.

 

 

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