Fussball

Boateng plante Berlin-Rückkehr: "Hätte Götze und Draxler angerufen"

Von SID/SPOX
Kevin-Prince Boateng wollte zu Hertha BSC zurückkehren.

Kevin-Prince Boateng wollte im Winter zu Bundesligist Hertha BSC wechseln und hatte für seine Rückkehr nach Berlin große Pläne.

"Dann hätte ich im Sommer einfach das Telefon genommen und den Götze angerufen und den Draxler und gesagt: Kommt her, Jungs, lasst uns hier was aufbauen. Das war so mein Plan, dass ich Hertha wieder attraktiv machen könnte", sagte Boateng in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

In der vergangenen Winterpause, bevor Jürgen Klinsmann im Februar vom Trainerposten zurücktrat, war über Transfers der 2014er-Weltmeister Mario Götze (Borussia Dortmund) und Julian Draxler (Paris Saint-Germain) in die Hauptstadt spekuliert worden.

Neben seinen sportlichen Plänen habe Boateng auch Berliner Rapper zu Marketingzwecken in das Projekt involvieren wollen. "Wir hätten ein neues 'Nach Hause'-Lied geschrieben, einen Remix der Stadionhymne. Wir haben so ein bisschen rumgespielt mit den Gedanken", erklärte der Offensivspieler.

Boateng habe laut eigener Aussage Klinsmann eine Nachricht geschickt, aber keine Antwort erhalten. Stattdessen wechselte er auf Leihbasis vom AC Florenz in die türkische Süper Lig zu Besiktas Istanbul.

"Wir werden es genießen, ausgepfiffen zu werden"

Für die "Adler" erzielte er in bislang sechs Spielen zwei Tore. Ob in dieser Saison noch weitere hinzukommen? Boateng ist skeptisch: "Ich bin mir nicht sicher, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt wird, und eigentlich hoffe ich das auch nicht, weil das ohne die Fans irgendwie traurig ist. Geisterspiele kann man ein-, zweimal machen, aber über einen längeren Zeitraum ist das kein Fußball."

Jeder Fußballer sitze gerade zu Hause und könne es kaum erwarten, wieder zu spielen, fuhr Boateng fort. "Wenn die sagen, du sollst im Juli bei 40 Grad in Istanbul spielen, dann spielen wir bei 40 Grad im Juli in Istanbul. Fußball wird wieder der Sport sein, den wir alle lieben."

Zudem prognostizierte der 33-Jährige, dass das Geld in Zukunft eine weniger wichtige Rolle einnehmen werde. "Der Fußball wird nicht mehr so fokussiert sein aufs Geld, sondern aufs Fußballspielen, elf gegen elf. Und wir werden es sogar genießen, ausgepfiffen zu werden. Das wird wieder schön."

Boateng liebäugelt mit Trainer-Job

Für die Zeit nach seiner aktiven Karriere kann sich Boateng vorstellen, einen Trainerschein zu machen. Auch wenn ihm sein Berater davon abrate, gefalle ihm die Idee, eines Tages eine junge Mannschaft zu führen, "jeden Tag mehr".

Wie der frühere Bundesliga-Profi wohl als Trainer wäre? "Früher wurde mir immer gesagt: Wenn du einen Range Rover fährst, musst du wie ein Range Rover spielen. Willst du einen Ferrari fahren, musst du wie ein Ferrari spielen, das hab ich auch gemacht. Spieler könnten bei mir gern ein dickes Auto fahren oder im Urlaub machen, was sie wollen, solange sie sich an Regeln halten", gab Boateng zu verstehen.

Gleichwohl sei es für die Spieler heutzutage "immer schwieriger, sie selbst zu sein". Boatengs Erklärung: "Die Leute verstehen nicht, dass Fußballer auch nur Menschen sind und keine Roboter. Wenn du nicht funktionierst, wirst du ausgewechselt. Wenn du ein vergoldetes Steak isst, bist du erledigt. Aber du musst als Spieler doch auch dein Leben leben. Du musst auch mal gegen die Wand laufen, volle Kanne."

Kevin-Prince Boateng im Steckbrief

geboren6. März 1987 in Berlin
Größe1,86 Meter
Gewicht86 kg
Positionoffensives Mittelfeld/Sturm
starker Fußrechts
Profispiele/-Tore394/59
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