Fussball

BVB-Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl: So geht Borussia Dortmund mit der Coronakrise um

Von SID/SPOX
Sebastian Kehl ist seit Juni 2018 als Lizenzspieler-Chef bei Borussia Dortmund tätig.

Sebastian Kehl von Borussia Dortmund hat im Interview mit der Tageszeitung Die Welt erklärt, wie der BVB mit der Coronakrise umgeht. Außerdem verriet der Lizenzspieler-Chef, dass auch er auf Teile seines Gehalts verzichte.
 
 

"Ich möchte einfach meinen Teil dazu beitragen, dass wir alle über den Tellerrand schauen, unsere soziale und gesellschaftliche Verantwortung in Zeiten der Coronakrise wahrnehmen", sagte Kehl der Welt.

Ob auch Spieler der Schwarz-Gelben freiwillig finanzielle Einbußen anbieten würden, wollte Kehl nicht kommentieren. "Am Ende kann jeder bei der Frage nach dem Gehaltsverzicht nur für sich selbst antworten", betonte der ehemalige Nationalspieler. Unter der Woche hatten die Profis von Borussia Mönchengladbach als erste Spieler der Bundesliga freiwillig auf Gehalt verzichtet.

BVB und Geisterspiele? "Kein Lamentieren!"

Angesichts der aktuellen Lage hält auch Kehl eine Fortsetzung der Saison nur für möglich, wenn die verbleibenden Partien als Geisterspiele ausgetragen werden würden, dazu gebe es keine Alternative. "Wir möchten die Saison zu Ende spielen, sofern das rechtlich irgendwann möglich ist", sagte Kehl. Er betonte, dass dies für viele Klubs "wirtschaftlich von existenzieller Bedeutung" sei. "Deshalb ist klar: Es wird von uns kein Lamentieren geben!"

Derzeit ginge es für alle Klubs in Europa "vornehmlich darum, das eigene Überleben zu sichern und die eigenen Mitarbeiter sowie deren Familien so gut es geht zu schützen", sagte Kehl. Die Kaderplanung stehe vorerst im Hintergrund, soll aber "bald wieder ein Thema werden - zurzeit haben andere Aspekte ganz eindeutig Vorrang."

Sebastian Kehl: Noch keine Tests beim BVB

Die Spieler der Borussia trainieren aktuell individuell zu Hause. "Wir haben alle mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet. (...) Einzelne Spieler kommen außerdem zu Reha-Maßnahmen ins Trainingszentrum, wir arbeiten dort allerdings immer nach den behördlichen Vorgaben. So individuell, wie es nur geht", sagte Kehl.

Tests auf das Virus habe man beim BVB bisher nicht durchgeführt. Schließlich habe noch kein Spieler oder Mitarbeiter Symptomen gezeigt. "Folgerichtig gab es auch keinen Test. Diese Tests sollten ja nun wirklich nicht beliebig eingesetzt werden, sondern dort, wo es dringend nottut. Es gibt sie schließlich nicht im Überfluss", erklärte Kehl.

Der Verein habe jedoch alle Spieler dazu aufgefordert, in Deutschland und in der Nähe von Dortmund zu bleiben. "Viele haben die Familien schon lange bei sich, Angehörige sind in den vergangenen Wochen zu ihnen gereist", sagte Kehl über die Spieler, deren Familien im Ausland leben.

Die Kommunikation zwischen Vereinsführung und Spielern, aber auch Mitarbeitern, sei aktuell "ganz intensiv". "Ich spüre schon, dass wir alle beim BVB - und damit meine ich 850 Mitarbeiter - gerade extrem aufeinander aufpassen. Aus dieser Verbindung ziehen wir ganz viel Zusammengehörigkeitsgefühl und Stärke", proklamierte Kehl.

 

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