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Fussball

Andreas Brehme über Jürgen Klinsmanns Abgang von Hertha BSC: "Hat gemerkt, dass er einen Fehler gemacht hat"

Von SPOX
Andreas Brehme (l.) und Jürgen Klinsmann zusammen bei der WM 1990 in Italien.

Im Interview mit DAZN und SPOX zeigt Andreas Brehme kein Verständnis für Jürgen Klinsmanns plötzlichen Abschied als Trainer von Hertha BSC. Sein langjähriger Teamkollege habe zu schnell das Handtuch geworfen. Außerdem spricht er über Jogi Löw und Hansi Flick.

Lange Jahre spielten Brehme und Klinsmann bei Inter Mailand und in der deutschen Nationalmannschaft zusammen und wurden gemeinsam 1990 Weltmeister. Doch was dem Coach bei seiner Flucht aus der Verantwortung in Berlin getrieben hat, begreift Brehme auch mit etwas Abstand nicht.

"Ich konnte es nicht nachvollziehen", sagte der 59-Jährige. Er habe ihm zum Amtsantritt noch gratuliert und sei vom Klassenerhalt überzeugt gewesen: "Aber dass er dann so schnell aufgegeben hat, das habe ich nicht verstanden."

Der gleichen Meinung sei auch der einstige Mitspieler Rudi Völler, heute Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen. "Er sagte: 'Das war der größte Fehler, den Jürgen gemacht hat", ergänzte Brehme.

"Klinsmann hat gemerkt, dass er einen Fehler gemacht hat"

Er selbst habe von Klinsmanns Rücktritt nur aus der Presse erfahren, dabei hätten die beiden noch regelmäßigen Kontakt: "Ich glaube auch, dass er gemerkt hat, dass er einen Fehler gemacht hat. So wie Jürgen abgetreten ist, das fand ich ein bisschen merkwürdig."

Klinsmann hätte eigentlich "etwas anderes verdient", meinte Brehme. Der 55-Jährige sei "ein feiner Kerl". Mit einem weiteren Trainerjob werde dieser es nun schwer haben: "Man darf nie nie sagen, aber die Medien haben ihn schon heftig kritisiert. Auch in Italien." Zuvor habe Klinsmann "einen guten Ruf genossen. Sein Berater hätte ihm davon abraten müssen".

Hohe Meinung über Jogi Löw und Hansi Flick

Eine hohe Meinung hat Brehme hingegen von Klinsmanns Nachfolger als Bundestrainer, Joachim Löw, mit dem er und Klinsmann die Trainerausbildung beim DFB absolvierten. "Der Beste war für mich damals schon Jogi. Er war da schon ein oder zwei Jahre Trainer. Wenn er vor uns gesprochen hat, hat man gemerkt: Das ist ein ganz Großer."

Zudem berichtete der 86-malige Nationalspieler, dass er "einen sehr guten Kontakt" zu Löw pflege. "Ich schreibe Jogi vor Spielen immer eine SMS - und keine zwei Minuten später antwortet er schon", verriet Brehme. Auch im jährlichen Urlaub auf Sardinien laufe man sich jedes Jahr über den Weg, "da tauscht man sich aus und geht auch zusammen essen".

Keinen Austausch hat der langjährige Bayern-Profi hingegen trotz seines Wohnsitzes München zu seinem früheren Bayern-Mitspieler Hansi Flick, aktuell Chefcoach des Rekordmeisters. "Der Verein hat das richtig gemacht, dass sie ihn als Cheftrainer verpflichtet haben. Er macht hervorragende Arbeit, das hat er bis jetzt bewiesen. Ich glaube und wünsche es mir, dass er Cheftrainer bei Bayern bleibt", meinte Brehme. "Man merkt, dass die Spieler voll hinter ihm stehen und für ihn marschieren. Alle schwärmen von ihm und das freut mich für ihn ganz besonders."

In den täglichen Episoden, die auf seinem Balkon gedreht wurden, spricht Brehme außerdem über die Highlights seiner Karriere, unter anderem seinen Siegtreffer zum WM-Titel 1990, die Zeit bei Inter Mailand und die Sensations-Meisterschaft mit dem 1. FC Kaiserslautern 1998.

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