Fussball

RB Leipzig: Rückendeckung von Markus Krösche für "sensationellen" Julian Nagelsmann

Markus Krösche (r.) hat Julian Nagelsmann in den höchsten Tönen gelobt.

Nach Wutrede und Friseur-Affäre nimmt Julian Nagelsmann die Schuld für den Wirbel bei RB Leipzig vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach auf sich. Doch Sportchef Markus Krösche lobt seinen Trainer bei SPOX und Goal in den höchsten Tönen.

Das Spitzenspiel am Samstagabend (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) kommt den Leipzigern gerade recht. Denn mit einem Heimsieg gegen den Tabellendritten kann der Spitzenreiter die Diskussionen seit der Niederlage in Frankfurt rechtzeitig vor dem Aufeinandertreffen mit Verfolger FC Bayern eine Woche später beenden.

Für Wirbel bei den Roten Bullen hat nicht nur der schwache Auftritt am vergangenen Samstag gesorgt, sondern ein privater Friseurbesuch im Teamhotel unmittelbar vor sowie vor allem die massive Kritik von Julian Nagelsmann an seinen Spielern nach der Partie bei der Eintracht.

"Wir sind nicht auf einem Niveau mit Bayern und Dortmund, müssen deshalb jede Trainingsminute besser nutzen. Ich weiß nicht, ob das jeder Spieler verstanden hat", hatte der RB-Coach unter anderem erklärt.

Dass die Vorfälle tagelang die Schlagzeilen in Leipzig bestimmten, nervte Nagelsmann sichtbar. Die Schuld dafür suchte er aber nicht bei anderen. "Da bin ich ganz selbstkritisch. Das liegt an mir, weil ich immer meine Fresse aufreiße und alles sage, was ich denke", erklärte der 32-Jährige. "Ich habe schonmal gesagt, ich will mich nicht verstellen für den Trainerjob. Und ich rede nun mal gerne."

Krösche lobt Nagelsmann: "Macht einen sensationellen Job"

Von seinen Vorgesetzten muss er dafür aber keine Maßregelung erwarten. Im Gegenteil: Im Gespräch mit SPOX und Goal stärkte Sportchef Markus Krösche seinem Trainer den Rücken und lobte seine Arbeit. "Julian macht zusammen mit seinem Trainerteam einen sensationellen Job. Die Spieler haben sich unter ihm sehr gut weiterentwickelt. Von daher sind wir sehr, sehr zufrieden", sagte er.

Auch die klaren Aussagen nach dem 0:2 in Frankfurt (Nagelsmann: "Das war keine Wutrede und auch keine Generalkritik") wollte Krösche nicht überbewerten: "Jeder, der Julian kennt, weiß, dass er sehr ehrgeizig ist und dass er das, was er denkt, auch knallhart ausspricht. Er hat völlig recht, das anzusprechen - auch in dieser Art und Weise."

Nun aber seien sowohl die Leistung als auch der Besuch des Star-Friseurs Sheldon Edwards in Frankfurt abgehakt: "Es ist alles von allen dazu gesagt. Die Jungs haben es eingesehen und wieder gut trainiert."

Von den von einigen Experten geäußerten Bedenken, dass die junge Mannschaft den Druck als Tabellenführer und die ungewohnte Favoritenrolle im Meisterschaftskampf nicht gewohnt sei, will Krösche nichts wissen. "Solche Kommentare interessieren uns nicht. Wir konzentrieren uns auf uns und wollen weiter so Fußball spielen wie in den letzten Wochen und Monaten", sagte er.

Krösche: "Wird gewertschätzt, wie wir Fußball spielen"

Vielmehr verwies Krösche darauf, dass der sportliche Höhenflug der jungen Mannschaft unter Nagelsmann deutlich zur Imageverbesserung des "Brauseklubs" beigetragen habe: "Ich glaube, dass mittlerweile überall gewertschätzt wird, wie wir Fußball spielen und wie wir uns entwickelt haben. Von daher bekommen wir sehr viel positive Resonanz."

Wie lange die Erfolgsserie anhält, hängt daher maßgeblich von den Partien gegen Gladbach und Bayern ab. "Wenn wir beide Spiele verlieren, können wir uns fast schon verabschieden", sagte Torjäger Timo Werner, der beim 3:1 im Hinspiel alle drei Leipziger Treffer erzielte, dem kicker. Immerhin: Die Statistik spricht klar für einen Sieg der Gastgeber.

Gladbach bisher gegen Leipzig sieglos

Denn die Gladbacher konnten keine der bisherigen sieben Begegnungen gegen RB gewinnen. Hinzu kommt die Auswärtsschwäche der Fohlen, die nur einen Punkt aus den vergangenen vier Spielen auf fremden Plätzen holten.

Einzige Hoffnung: Zumindest für den gebürtigen Leipziger Marco Rose, dessen Freundin und Tochter nach wie vor in der Messestadt wohnen, ist das Duell in der Red-Bull-Arena ein Heimspiel. "Für uns geht es darum, solche Spitzenspiele zu gewinnen, wenn wir oben dranbleiben wollen. Das ist für uns der nächste Schritt", meinte der Coach.

Ansonsten kann sich zumindest Max Eberl bestätigt fühlen. Der Sportdirektor der Borussia hatte die Sachsen schon vor der Saison zu seinem Titelfavoriten gekürt und daran hat auch die Niederlage in Frankfurt nichts geändert: "Ich bin einer, der nicht immer von Spieltag zu Spieltag wackelt."

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