Fussball

Klublegende bei Borussia Mönchengladbach: Ex-Torjäger Hans-Jörg Criens stirbt mit 59 Jahren

SID
Hans-Jörg Criens war DER Edeljoker von Borussia Mönchengladbach.
© imago images

Edeljoker, Kapitän und Klublegende - nicht nur bei Borussia Mönchengladbach trauert man um den mit nur 59 Jahren gestorbenen einstigen Torjäger Hans-Jörg Criens.

Er startete bei Borussia Mönchengladbach 1981 als Edeljoker, avancierte zum Kapitän und verließ den Verein 1993 als Klublegende. Nicht nur bei den Rheinländern ist die Bestürzung über den frühen Tod von Hans-Jörg Criens groß. Der einstige Torjäger starb am zweiten Weihnachtsfeiertag mit nur 59 Jahren, nach Medienberichten erlag er einem Herzinfarkt.

Zwölf Jahre lang trug Criens das Trikot der Borussia, in 290 Spielen gelangen ihm 92 Tore. Nur Jupp Heynckes (195) und Herbert Laumen (97) waren noch treffsicherer. Der völlig überraschende Tod löste Betroffenheit aus.

"Unser aller Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten seiner Familie und seinen Angehörigen", hieß es in einem Statement des Traditionsvereins. "Wir lassen nur die Hand los, nicht den Menschen. Ruhe in Frieden LANGER", twitterte Ex-Mitspieler Jörg Neun.

Hans-Jörg Criens, der Edeljoker

"Langer" war der Spitzname für den 1,89 m großen Angreifer, der sich auch und gerade im Luftkampf zu behaupten wusste. Und als Einwechselspieler, der frisch von der Reservebank oftmals noch Spiele für die Fohlen drehte.

Ein Titel mit Borussia Mönchengladbach blieb ihm aber ebenso verwehrt wie ein Einsatz in der deutschen A-Nationalmannschaft und die Berufung in die Gladbacher Jahrhundertelf. Zweimal erreichte der gelernte Chemikant das DFB-Pokalfinale, die Endspiele gingen jedoch 1984 in Frankfurt/Main gegen Bayern München sowie 1992 in Berlin gegen Hannover 96 jeweils im Elfmeterschießen verloren.

Sonnyboy Criens hatte das Zeug zum Nationalspieler

Nicht wenige Experten waren und sind der Ansicht, dass Criens noch mehr aus seiner Karriere hätte herausholen können. "Von seinen Anlagen her hätte er eigentlich Nationalspieler werden müssen. Doch er war auch ein Sonnyboy, als Trainer war es harte Arbeit, sein volles Potenzial aus ihm herauszukitzeln", sagte einmal der im vergangenen Jahr gestorbene Wolf Werner, der Criens von 1987 bis 1989 bei der Borussia betreute.

So bleibt als Highlight seiner Karriere das Pokal-Halbfinale am 1. Mai 1984, bei dem Criens seine Mannschaft mit zwei Jokertoren gegen Werder Bremen in der Nachspielzeit und in der Verlängerung ins Endspiel schoss. Ironie des Schicksals: Als die Gladbacher elf Jahre später in Berlin endlich den Pott geholt hatten (3:0 gegen den VfL Wolfsburg), spielte der langjährige Publikumsliebling mit dem 1. FC Nürnberg in der 2. Liga.

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