Fussball

DFL-Präsidium komplett: Peter Peters mit großer Mehrheit gewählt

SID
Peter Peters gehört nun dem Präsidium der DFL an.

Reinhard Rauball wurde verabschiedet, nun muss die Deutsche Fußball Liga (DFL) ohne ihren langjährigen Präsidenten auskommen. Die drohenden Auseinandersetzungen erfordern aber weiterhin viel Geschick.

Als Reinhard Rauball unter lautem Beifall die große Fußball-Bühne verließ, applaudierten die Bosse der Profiklubs dem Brückenbauer der Vergangenheit. Ob der neue starke Mann Christian Seifert die Herausforderungen ähnlich stilvoll bewältigt wie "Gentleman-Präsident" Rauball, werden schon die bevorstehenden Auseinandersetzungen bei den wichtigen Zukunftsthemen zeigen. Rauball richtete bei der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) mahnende Worte an die Delegierten.

"Trotz der Unterschiede zwischen Ligen, Klubs und DFB" dürfe die Einheit des deutschen Fußballs "nie zur Diskussion stehen", sagte der 72-Jährige, der am Mittwoch in Berlin zum DFL-Ehrenpräsidenten gewählt wurde. DFL-Geschäftsführer Seifert schloss sich den Ausführungen an und forderte kurz danach die Vereinsvertreter auf, keine Grabenkämpfe zwischen Bundesliga und 2. Liga zu führen.

"In den vergangenen Wochen wurde viel über Solidarität und Miteinander geredet. Ich hatte manchmal das Gefühl, es geht eher um ein Gegeneinander", sagte Seifert. Der 50-Jährige sah sich sogar genötigt, den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln zu zitieren: "Jedes Haus, das in sich uneins ist, wird nicht bestehen."

Angesichts der Zusammensetzung des neuen Präsidiums, dem Seifert als Sprecher vorsteht, dürften bei so brisanten Themen wie der Verteilung der TV-Milliarden aber hitzige Diskussionen programmiert sein. Denn die vermeintlich kleinen Klubs, die stets mehr vom Kuchen abhaben wollen, sind (erneut) stark vertreten - sie gehen als Sieger aus der Generalversammlung hervor. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hatte den Trend schon vor den Wahlen erkannt und seine Kandidatur zurückgezogen.

DFL-Präsidium: "Kleine" gleichauf mit "Großen"

Künftig werden Oliver Leki (SC Freiburg), Alexander Wehrle (1. FC Köln), Rüdiger Fritsch (Darmstadt 98), Oke Göttlich (FC St. Pauli) sowie Steffen Schneekloth (Holstein Kiel) die Interessen der "Kleinen" mindestens ebenso stark vertreten wie Jan-Christian Dreesen (Bayern München) und Peter Peters (Schalke 04) die der Großen. Zudem gehört DFL-Direktor Ansgar Schwenken dem Gremium an.

Dieses hatte Rauball zwölf Jahre lang äußert galant geführt und heikle Themen gekonnt moderiert. "In Dortmund nennen sich dich liebevoll den 'kleinen Doktor', aber im Fußball warst du ein ganz Großer", sagte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Laudatio. Rauball sei stets ein Gentleman-Präsident, ein geborener Diplomat und großer Stratege gewesen, so Rummenigge.

Kalkül und kluge Entscheidungen werden von der DFL auch ohne Rauball fortan notwendig sein. Neben der deutschen Positionierung in der Frage einer Europacup-Reform muss die Verteilung der Gelder für den kommenden Medienvertrag (Spielzeit 2021/22 bis 2024/25) geregelt werden.

DFL: Neuer TV-Vertrag bis Ende der Saison

Bis zum Ende der laufenden Saison will die DFL den neuen TV-Vertrag unter Dach und Fach haben. Rund 1,2 Milliarden gibt es derzeit für die nationalen Rechte pro Spielzeit. Ab der Saison 2021/22 soll es nach dem Willen der Vereine noch mehr sein. Im November 2016 hatten sich die Klubs auf den derzeit gültigen Verteilungsschlüssel geeinigt, der zu 70 Prozent auf der Fünfjahreswertung fußt.

Große Einheit herrschte zumindest schonmal bei der Frage, wie in Zukunft die Trainer bei unsittlichem Verhalten bestraft werden sollen. Nach vier Gelben Karten, entschied die überwältigende Mehrheit der Generalversammlung, sind die Coaches für ein Spiel gesperrt.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung