VfB-Coach Tayfun Korkut vor Heimpremiere gegen Gladbach: Gefährlicher Funkenflug

SID
Korkut (M.) in der Vorbereitung aufs Gladbach-Spiel mit seinen Assistenten Aracic (l.) und Cherundolo
© imago

Der Druck auf Trainer Tayfun Korkut ist vor dessen Heimpremiere auf der Bank des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach (So., 15.30 Uhr im LIVETICKER) unvermindert hoch. Auch der VfL Wolfsburg steht gegen Werder Bremen unter Zugzwang.

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Nach einem äußerst turbulenten Start weiß Tayfun Korkut, worauf es bei seiner Heimpremiere ankommt. "Wir wollen, dass der Funke von der Mannschaft auf die Fans im Stadion überspringt", sagte der neue Trainer des VfB Stuttgart vor der Partie am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach. Der Funke kann sich aber auch leicht entzünden, sollte die Talfahrt der Schwaben anhalten.

Nur ein Sieg aus den vergangenen neun Pflichtspielen, dafür sieben Niederlagen, so lautet die ernüchternde Bilanz des VfB. Korkut soll es nun als Nachfolger von Hannes Wolf richten. Nach dem 1:1 in Wolfsburg bei seinem Debüt hat sich die explosive Lage in Stuttgart zwar leicht entspannt, der Druck auf den 43-Jährigen, der von den Anhängern überaus kritisch beäugt wird, ist dennoch unvermindert hoch.

Korkut fordert Mut: "Das hier ist unser Platz!"

Der ebenfalls in der Kritik stehende Sportvorstand Michael Reschke sah sich bereits mehrmals genötigt, die Verpflichtung von Korkut öffentlich zu verteidigen. "Wir haben einen absoluten Wunschkandidaten verpflichtet. Tayfun arbeitet super professionell, sehr intelligent und durchdacht. Der Faden zur Mannschaft ist jetzt schon sehr eng geknüpft", sagte Reschke etwa bei Sky.

Korkut blendet dies alles aus - behauptet er zumindest. Er will sich rein auf die sportlichen Aspekte konzentrieren und fordert von seiner zuletzt oft stark verunsicherten Mannschaft einen mutigen Auftritt. "Uns muss zu jedem Zeitpunkt bewusst sein: Das hier ist unser Platz - hier entscheiden wir, was passiert. Das sollte immer in unseren Köpfen sein", betonte er.

Personelle Entspannung

Der Vorsprung des VfB auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt vier Zähler, auf Relegationsrang 16 ist es nur noch ein Punkt. Dennoch ist Korkut "überzeugt davon, dass wir den Klassenerhalt mit diesem Kader hinbekommen. Aber das ist alles Zukunftsmusik - wir haben noch einen sehr, sehr langen Weg vor uns. Und wir wissen, dass wir in jedem Spiel auf dem obersten Level spielen müssen."

Mit welchem Personal er die Krise stoppen will, wollte er nicht verraten. Immerhin steht Abwehrchef Holger Badstuber wieder zur Verfügung. Der 28-Jährige hat nach einer Adduktorenverletzung in dieser Woche voll trainieren können. Im Angriff wäre Daniel Ginczeck neben dem gesetzten Mario Gomez als zweite Spitze eine Alternative. In der zweiten Hälfte in Wolfsburg, so Korkut, habe man "gesehen, dass es funktionieren kann".

Werder macht Druck auf die Wölfe

Unter Druck steht am Sonntag aber auch Stuttgarts Gegner des vergangenen Wochenendes: Verliert der mit großen Ambitionen in die Saison gestartete VfL Wolfsburg das Nordderby gegen Werder Bremen, wäre der Abstand der Wölfe auf den derzeitigen Tabellen-15. aus der Hansestadt auf einen Punkt geschrumpft.

VfL-Trainer Martin Schmidt findet es "noch zu früh zu sagen, dass jetzt 13 Endspiele anstehen." Unter dem Schweizer gelangen den Wölfen in 17 Bundesliga-Partien allerdings nur drei Siege (elf Unentschieden, drei Niederlagen).

Mit dieser Politik der kleinen Schritte kann der VfL, der sich in der Vorsaison erst in der Relegation gerettet hatte, dem neuerlichen Existenzkampf kaum entrinnen.

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