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Fussball

Grindparade aus der Unterwelt

Von SPOX
Lieferten nicht ihr Meisterstück: die HSV-Spieler

Es wird extrem. Unten extrem bäh, oben extrem hui. Hamburg und Mainz liefern sich ein Spiel für das Atommülllager, Anti-Messias Tayfun Korkut macht weiter das, was wir alle wussten, dass er machen würde. Am anderen Ende der Nahrungskette: Spectaculum! Mit Tony, Lewy und Auby. Ach ja: Altintop wird ausgewechselt.

Lecko mio: 0:1 in München kann man mal verlieren. Sollte man aber nicht, wenn man dann absteigt. Die Lilien haben's trotzdem getan und somit das erste Ticket Richtung Unterwelt gelöst. Zwei weitere gibt's noch zu vergeben und - lecko mio - ist das spannend. Zwischen dem HSV (dazu gleich mehr) auf Stammplatz 16 und Leverkusen (dazu gleich noch mehr) auf zwölf liegen gerade einmal drei Punkte. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 war's noch nie so "arschknapp", wie der Fachmann sagt.

Schwerverdauliches Dings: Wir bleiben in den Niederungen des Tableaus, genauer gesagt bei Hamburg und Mainz. Die haben sich am Wochenende bekanntlich mit einem in der Höhe etwas zu üppigen Nullnull getrennt und dabei jeglichen Hauch von fußballerischem Ansatz die Steilklippen der eigenen Selbstachtung hinuntergeworfen. Anders ist dieses Sammelsurium der Grausamkeiten am Sonntag nicht zu erklären. Immerhin gab's Zweikämpfe. 273 um genau zu sein, nur einmal in der laufenden Saison wurde sich mehr duelliert. Was es weniger gab: Pässe zum eigenen Spieler. Die Passquoten des Todes: Mainz 59 Prozent, HSV 53,2 Prozent. Übel.

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Just Korkut things: Stichwort übel. Bayer Leverkusen. Vollkommen überraschend ging der Plan, mit Tayfun Korkut auf die fußballerische Krise zu reagieren und doch noch die internationalen Plätze anzuvisieren, nicht auf. Blöd. Die Bilanz der Anti-Messias: Sieben Punkte aus neun Bundesligaspielen bei neun geschossenen Toren. Dazu ein 0:0 gegen Atletico Madrid in der Champions League. So mies startete zuletzt Dettmar Cramer 1982 in sein Engagement bei der Werkself. Generell gab's in den letzten 13 Pflichtspielen nur einen Sieg - ein 2:0 gegen Darmstadt. Und: Mit 37 Punkten nach 32 Spielen ist es die schwächste Saison der Werkself seit 2002/03.

Bullen auf Rekordjagd: Kommen wir zu schöneren Dingen (auch auf die Gefahr hin, aufgrund dieser Einordnung das ein oder andere 'SPOX IHR HURENSÖHNE' in den Kommentaren abzubekommen): RB Leipzig. Die Bullen haben sich sicher für die Königsklasse qualifiziert und können mit einem Sieg aus den letzten beiden Spielen sogar noch zwei Rekorde knacken. Aktuell steht RB bei 66 Punkten und 20 Siegen, die Bestmarken eines Aufsteigers liegen bei 68 Punkten und 20 Siegen (Lautern '98, logisch).

Aus der Wanne: Da auch Christian Streichs Freiburger mit viel Kraft aus Gebet und Badewanne gerade relativ sensationell Richtung Europa tänzeln, könnte es zu einem Novum kommen: Noch nie in der Geschichte der Bundesliga landeten gleich zwei Frischlinge am Saisonende im internationalen Geschäft. Überhaupt gab's das erst sechs Mal, dass sich ein Aufsteiger über die Liga in den Europacup hineinqualifizierte. Der erste war - richtig - der Wuppertaler SV im UEFA-Cup. 1973 nach Christus. In die CL schaffte es vor Leipzig gar nur ein Klub (Lautern '98, logisch).

Irgendwas mit Annus: Ein unterhaltsames Spectaculum liefern gerade Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und Anthony Modeste ab. Die haben nämlich alle schon nach 32 Spieltagen mindestens 25 Tore auf dem Konto. FRÜHER HAT ES DAS NICHT GEGEBEN. In Sachen torgefährlichste Stürmertrios der Ligageschichte rangierte das illustre Konglomerat mit derzeit 81 Buden auf Rang vier. An der Spitze: Dieter Müller, Gerd Müller und Bernd Hölzenbein vor sowas von genau 40 Jahren mit insgesamt 88 Toren. Aus selbigem Annus stammt mit selbigem Dieter Müller auch der letzte Torschützenkönig mit mehr als 30 Toren (34, um präzise zu sein). Reminder: Lewy und Auby stehen aktuell bei 28.

Irgendwas mit Anus: Auch wenn es für Modeste mit seinen mickrigen 25 Treffern nichts mit der Torjägerkanone wird, darf sich der Franzose wenigstens in den Lebenslauf schreiben, dass die Kölner ohne ihn ziemlich am Arsch gewesen wären. 50 Prozent aller Kölner Pflichtspieltore und fucking 56 (!) Prozent aller Bundesligatore markierte Modeste für den FC.

PEA17: Noch ein klitzikleiner Nachtrag zu PEA17, wie Pierre-Emerick Aubameyang ganz sicher nicht genannt wird: Der hat jetzt 28 Buden auf der Habenseite, was zum einen sein personal best bedeutet, zum anderen auch die Bestmarke eines afrikanischen Spielers in der Bundesliga. 28 Buden schaffte für den BVB zuletzt Lothar-Emmerich Aubameyang vor 50 Jahren...

Raus und rein und raus und rein: Claudio Pizarro wurde am Freitag gegen Köln zum 117. Mal in der Bundesliga eingewechselt. Ha. Das ist Platz drei in diesem Ranking. Rekordhalter ist Mehmet Scholl mit 123 Einwechslungen. Halil Altintop wurde am Wochenende wiederum zum 139. Mal ausgewechselt, was zuvor nur Gerald Asamoah... schaffte?

Mittelinteressantes Wirrwarr (ohne Senf):

  • Wolfsburg ist mit seinem Dreier beim designierten Pokalsieger aus Frankfurt in der Ewigen Tabelle an Düsseldorf vorbeigezogen und rangiert mit 951 Zählern jetzt auf Platz 18.
  • Darmstadt schoss beim 0:1 in München 13 Mal auf das Tor der Hausherren - in keinem anderen Heimspiel war der bayerische Kasten derart unter Beschuss.
  • Mit 25 Aluminiumtreffern haben die Münchner so oft das Gestänge getroffen wie noch nie innerhalb einer Saison seit Beginn der detaillierten Datenerfassung. Der Rekord stammt aus der Vorsaison - da traf die Werkself gar 26 Mal nur den Rahmen.
  • 16 Punkte aus 16 Heimspielen - für die Schanzer bedeutet das den letzten Platz in der Heimtabelle. In den letzten 18 Spielzeiten stieg der Letzte der Heimtabelle auch immer ab.
  • Wolfsburg ist das einzige Team der Liga, das auswärts mehr Punkte holte (19) als zu Hause (17).
  • Mario Gomez war jetzt an zehn der zwölf VfL-Tore unter Andries Jonker direkt beteiligt (neun Treffer, ein Assist).
  • Emil Forsberg hat in der laufenden Spielzeit schon 16 Tore aufgelegt, was nicht nur Topwert in der Bundesliga, sondern insgesamt in Europas Top-5-Ligen ist.
  • Sven Bender feierte den schnellsten 100. Bundesligasieg in der BVB-Geschichte. 157 Spiele brauchte er dafür - bis dato war KG19 mit 158 Spielen der Rekordhalter.

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