Hat Kramny nur noch zwei Spiele?

SID
Kramny leitet aktuell die Geschicke des VfB
© getty

Als Jürgen Kramny noch alte Bekannte umarmte und sich über die guten Wünsche der früheren Weggefährten freute, wusste der Interimscoach des VfB Stuttgart noch nicht, dass seine Chancen auf den Cheftrainer-Posten kurz zuvor rapide gesunken waren. "Lasst den Jürgen doch noch in Ruhe diese zwei Spiele machen", sagte Sportvorstand Robin Dutt nach dem 0:0 bei Kramnys Ex-Klub FSV Mainz 05: "Wir haben einen Plan. Und den werden wir ein, zwei Tage nach dem Hinrunden-Ende verkünden."

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Die Aussage Dutts im Anschluss an den Punktgewinn der taumelnden Schwaben am vorletzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga deuten darauf hin, dass er bereits einen neuen Coach in der Hinterhand hat. Kramny wird nach dem Pokalspiel am Mittwoch gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig und dem letzten Punktspiel vor der Winterpause am Samstag gegen Pokalsieger VfL Wolfsburg wohl abgelöst.

Auch der Achtungserfolg der Stuttgarter beim zuletzt aufstrebenden FSV hat die Position Kramnys, für den eine Niederlage und zwei Remis zu Buche stehen, offensichtlich nicht gestärkt. "Ein Punkt ist in unserer Situation eigentlich zu wenig", äußerte Dutt, der den früheren Mainzer Profi, Co-Trainer und U19-Coach als Nachfolger des entlassenen Alexander Zorniger installiert hat, vielsagend mit ernster Miene.

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Es soll offenbar (schon wieder) ein Feuerwehrmann her, der die Schwaben (schon wieder) vor dem Abstieg retten soll. Mit der bisherigen Bilanz ist der Kampf um den Klassenerhalt jedenfalls nicht zu gewinnen. Der VfB, der seit über zehn Jahren nicht mehr in Mainz gewonnen hat, holte nur zwei Punkte aus den vergangenen fünf Partien und steht auch nach dem 16. Spieltag mit mickrigen zwölf Zählern auf einem Abstiegsplatz.

Der letzte Tick fehlt

Kramny weiß selbst, dass Unentschieden dem Klub in seiner prekären Lage nicht weiterhelfen. "Die Defensivarbeit war gut, und dass wir kein Gegentor bekommen haben, tut der Mannschaft auch gut. Aber der letzte Tick zum Sieg hat gefehlt", analysierte der 44-Jährige den verdienten Punktgewinn vor 29.104 Zuschauern: "Das 0:0 hilft also, aber wir brauchen mal wieder drei Punkte."

Um sich Selbstvertrauen für diese Aufgabe beim Hinrunden-Abschluss gegen Wolfsburg zu holen, wollen sich die Stuttgarter im Pokal-Achtelfinale keine Blöße geben. "Es muss natürlich unser Anspruch sein, gegen Braunschweig weiterzukommen", sagte Dutt. Für Kapitän Christian Gentner wäre es "sehr wichtig mit Blick auf die Rückrunde, dass wir weiterkommen".

Die Mainzer sind im Pokal zwar nicht mehr dabei, dennoch können sich die Rheinhessen mit ihren 24 Punkten auf dem Konto bereits vor dem abschließenden Spiel bei Hertha BSC über die gelungene erste Saisonhälfte freuen. Ob es kurz vor Weihnachten dennoch ein böses Erwachen gibt, liegt allerdings in den Händen von Manager Christian Heidel. Falls der FSV-Macher seinen Wechsel zu Schalke 04 verkünden sollte, stehen die Mainzer vor unruhigen Zeiten.

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