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Fussball

"Ich habe zu wenige Spiele bestritten"

Maximilian Arnold ist der jüngste Bundesliga-Debütant der VfL-Geschichte
© getty

SPOX: Man vergisst tatsächlich oft, dass Sie immer noch einer der Jüngsten im Team sind. Welche Rolle haben Sie denn innerhalb der Mannschaft schon eingenommen?

Arnold: Es kommt immer auf die Situation an. Ich bin nicht mehr der ganz Kleine, sondern vielleicht nur noch der Kleine. (schmunzelt) Ich habe kein Problem damit, Verantwortung zu übernehmen, wobei wir auch ältere Spieler haben, die in den wichtigen Momenten vorneweg gehen.

SPOX: Gingen die im letzten Jahr beim Hype um De Bruyne ein wenig unter?

Arnold: Jeder im Kader hatte seinen Anteil an der erfolgreichen Saison. Der Hype ehrt uns als gesamte Mannschaft, da wir einen Spieler im Team hatten, der uns weiterentwickelt und nach vorne gebracht hat. Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand daran gestört hat.

SPOX: Die offensive Lücke, die De Bruyne hinterließ, wurde mit Max Kruse und Julian Draxler gleich doppelt geschlossen. War für Sie von Anfang an klar, dass Sie bleiben, ganz egal, wer kommt?

Arnold: Natürlich ist der Konkurrenzkampf noch einmal größer geworden, wobei ich in Wolfsburg in den letzten Jahren auch schon einige Konkurrenzkämpfe erlebt habe - mit Diego beispielsweise. Julian und Max sind extrem gute Kicker. Wenn der Trainer mich aber offensiv braucht, werde ich da sein. Ansonsten versuche ich, mich wieder über andere Positionen ins Team zu spielen. Es gab keine Überlegung, zu wechseln.

SPOX: Wie haben Sie die Transfers dann aufgenommen?

Arnold: Der Teamgedanke steht über allem. Ich hatte also keinen Kloß im Hals, auch damals nicht, als Kevin De Bruyne zu uns kam.

SPOX: Gegen Moskau wechselte Dieter Hecking das System vom 4-2-3-1 zu einem 4-1-4-1 mit Kruse und Draxler hinter der Spitze Dost. Befürchten Sie, dieser Änderung auf Dauer zur Last zu fallen?

Arnold: Generell versuche ich, mir nicht zu viele Gedanken zu machen. Das verunsichert einen nur und macht nervös. Wenn man nur mit sich selbst beschäftigt ist, erhöht man automatisch den Druck, der ohnehin schon da ist. Und noch mehr Druck brauche ich nicht.

SPOX: Wissen Sie aber immer, woran Sie sind?

Arnold: Ja, Dieter Hecking kommuniziert sehr offen und ehrlich. Er begründet seine Entscheidungen nachvollziehbar. Trotzdem hoffe ich, bald wieder mehr zu spielen. Denn man muss die Zahlen richtig lesen: Auch, wenn ich viele Einsätze hatte, stand ich nicht in vielen Spielen von Anfang an auf dem Platz.

SPOX: Julian Draxler ist nicht einmal ein Jahr älter als Sie, hat in der Öffentlichkeit aber schon ein ganz anderes Standing. Haben Sie das Gefühl, er hat allein dadurch schon einen kleinen Vorteil?

Arnold: Julian hat auf jeden Fall einen Vorteil, jedoch hat er sich den auch hart erarbeitet. Trotzdem muss man die Qualität auch immer wieder neu beweisen. In der Champions League hat er das eindrucksvoll getan.

SPOX: Es ist nun schon über ein Jahr her, dass Sie Ihr Debüt in der DFB-Elf feierten. Damals konnten Sie es selbst nicht glauben, wie schnell alles ging. Im SPOX-Interview sprachen Sie das Ziel aus, möglichst schnell wieder nominiert zu werden. Bislang blieb es jedoch Ihr einziger Auftritt in der A-Nationalmannschaft. Worauf führen Sie das zurück?

Arnold: Ich hatte ein durchwachsenes letztes Jahr, womit ich mich nicht unbedingt empfehlen konnte. Außerdem ist es schwierig, in eine Weltmeister-Mannschaft reinzukommen.

SPOX: Auch bei der U21-EM im Sommer waren Sie außen vor. Dieter Hecking beschwerte sich öffentlich, dass Sie nicht zum Zug kamen. Sie selbst sind nach außen hin aber immer ruhig geblieben.

Arnold: Ich war auch sehr enttäuscht darüber, dass ich nicht so berücksichtigt wurde, wie ich es mir vorgestellt habe. Die U21, gerade bei großen Turnieren, öffnet immer Türen zur A-Nationalmannschaft. Natürlich habe ich mir von der EM einen Sprungbrett-Effekt erhofft. Der Sommer ist für mich aber abgehakt. Jetzt gilt: Neues Jahr, neue Chance, neues Glück. Immerhin hat es mit meinem Einsatz gegen Aserbaidschan gut angefangen. Ich versuche, meine Chance zu nutzen und irgendwann wieder im A-Kader zu stehen.

Seite 1: Arnold über den De-Bruyne-Effekt und das Duell mit den Bayern

Seite 2: Arnold über seine Stellung im Team und die Draxler-Verpflichtung

Maximilian Arnold im Steckbrief

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