"Es gibt Angenehmeres als Investoren"

SID
Jörg Schmadtke glaubt an eine FC-Zukunft ohne Großinvestor
© getty

Der 1. FC Köln bewertet eine mögliche Öffnung für Investoren trotz der Entwicklungen auf dem internationalen Transfermarkt zurückhaltend. "Wenn ich mir Beispiele wie Hamburg aus der Ferne ansehe, sage ich: Es vereinfacht die Arbeit, wenn man eigenverantwortlich bleibt", sagte Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke der SZ.

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Zukunftsfähig könne ein Klub auch auf anderen Wegen als etwa der HSV werden, wo Investor Klaus-Michael Kühne 7,5 Prozent der Anteile an der Fußball AG hält.

"Natürlich haben wir Gedanken, wie der Klub übermorgen und überübermorgen aussehen könnte. Aber da gibt es Angenehmeres als einzelne Investoren", sagte Schmadtke: "Zum Beispiel prüfen wir mittel- bis langfristig, ob unser Stadion noch ausbaufähig ist."

Auch in der anstehenden Saison, die für die Kölner am Sonntag (17.30 Uhr im LIVETICKER) beim VfB Stuttgart beginnt, gehe es für den Klub derweil zunächst vor allem um den Klassenerhalt, dies werde aufgrund neuer Bescheidenheit aktuell in der Stadt auch akzeptiert: "Vor zehn Jahren wären normale Ziele noch nicht so angesagt gewesen. Da hieß es: Wir sind der FC, wir wollen die Welt erobern!"

Mittelfristig werde diese Zielsetzung dennoch nicht ausreichen. "Ich glaube nicht, dass wir den Leuten noch vier weitere Jahre erzählen können: Es geht nur um den Klassenerhalt", sagte Schmadtke: "Irgendwann werden die sagen: Jetzt wollen wir mal wieder richtig was zu feiern haben, und dieser Herausforderung werden wir uns stellen."

Spinner: "Man bekommt Komplimente"

Präsident Werner Spinner sieht den Klub beim Abbau seiner Verbindlichkeiten auf einem stabilen Weg. "Wir liegen bei etwa 24,2 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Wir werden in diesem Jahr noch mal einen mittleren einstelligen Millionenbetrag tilgen", sagte der 66-Jährige der Bild-Zeitung, dieser Weg ermögliche kleine Schritte nach vorn, dies sei momentan alternativlos.

"Es gibt keine andere Vorgehensweise. Natürlich wird es irgendwann den Punkt geben, wo ein Klub wie der FC nicht mehr mit Platz 15 zufrieden ist", sagte Spinner: "Wir haben ja selbst den Anspruch, den FC weiterzuentwickeln. Wenn alles gut geht, haben wir nach dieser Saison einen mittleren einstelligen Millionenbetrag als Eigenkapital. Das fühlt sich an wie ein Pokalsieg! Das ist etwas, was der FC lange nicht hatte."

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Die seriöse Arbeit mit dem Aufstieg im vergangenen Jahr und dem Klassenerhalt in der zurückliegenden Saison werde derweil auch innerhalb der Bundesliga anerkannt. "Vor einer Woche waren wir bei Bayern München und haben Herrn Rummenigge und Herrn Hopfner besucht. Man bekommt Komplimente für das, was beim FC läuft", sagte Spinner, das sei auch schon mal anders gewesen: "Es gab Zeiten, da habe ich mich deutlich schlechter gefühlt. Zu Beginn waren wir zum 50. Bundesliga-Jubiläum eingeladen, da hatten wir einen Tisch in der letzten Reihe. Aus Mitleid hat sich noch ein Vertreter von Preußen Münster zu uns gesetzt."

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