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Fussball

"Das sind keine Fußball-Fachleute"

Oliver Baumann kam vor der Saison aus Freiburg in den Kraichgau
© getty

SPOX: Die TSG hat sich in der Liga etabliert, ist als Mäzen-Klub aber vor allem in Fan-Kreisen noch häufig ein Feindbild. Als jemand, der selbst "im Geschäft" dabei ist: Wie sieht man das als Spieler? Auch mal abgesehen von Ihrem Wechsel.

Baumann: Darüber macht man sich recht wenig Gedanken. (lacht) Wir Spieler sind alle da, um für den Klub erfolgreich Fußball zu spielen und nicht, um primär dafür zu arbeiten, dass der Verein in der Außenwirkung sympathischer wird. Wenn wir uns als gute Truppe präsentieren, wenn wir starke Charaktere im Team haben, dann wird das von ganz alleine kommen. Die Leute sollten darauf schauen, was wir für einen guten Fußball spielen und nicht nach Wegen suchen, den Verein wegen seines Images anzugreifen.

SPOX: Das mit dem guten Fußball hat in der laufenden Spielzeit lange geklappt. In den letzten vier Spielen gab's aber drei Pleiten bei insgesamt 14 Gegentoren. Wie ernüchternd war es, gegen die Spitzenteams Bayern und Gladbach doch so deutliche Abfuhren zu kassieren?

Baumann: Das war natürlich alles andere als schön - und hat gezeigt, dass wir trotz des ganzen Lobes vom Saisonbeginn noch eine ganze Menge Arbeit vor uns haben. Gladbach und Bayern sind auch von der Mannschaft her schon länger zusammen und routinierter als wir. Ich glaube aber nicht, dass wir in den beiden Spielen schlecht gespielt haben. In München waren es einfach zwei Tore zu viel, auch wenn man sieht, wie nah wir sogar an der Führung oder dann am Anschluss waren. Natürlich gibt's Dinge, die man verbessern und Bereiche, in denen man sich weiterentwickeln muss. Aber so negativ sehe ich die die Situation nicht.

Die Statistiken von Oliver Baumann in der laufenden Bundesliga-Saison 2014/15

SPOX: Aber ein gewisser Einbruch ist doch da? Oder lag's einfach an der Klasse der Gegner?

Baumann: Erstens spielt das natürlich eine Rolle. Und zweitens lief, gerade in diesen drei Spielen, nicht wirklich viel für uns. Nehmen wir doch nur einmal das Spiel gegen Köln. Wenn man sich ansieht, wie oft wir Richtung Kölner Tor geschossen haben und wie oft der FC gefährlich wurde, repräsentiert das das 3:4 nicht wirklich.

SPOX: Gibt's also weiter Hoffnung aufs internationale Geschäft?

Baumann: An Diskussionen über Europa oder sogar die Champions League sollten wir uns auf keinen Fall beteiligen. Wichtig ist, mal wieder zu punkten und so das Selbstvertrauen etwas aufzubauen. Wir müssen einfach von Woche zu Woche die Punkte sammeln, darum geht's. Sollten wir dann am Ende der Saison nahe dran sein, ist es etwas anderes. Aber jetzt schon davon zu sprechen? Das ist meiner Meinung nach vollkommen fehl am Platz.

SPOX: Thema DFB-Team: Hoffenheim-Manager Alexander Rosen hat gesagt: "Man kann also auch in Hoffenheim deutscher oder brasilianischer Nationalspieler werden."

Baumann: Ich mache mir da keinen großen Kopf. Ich versuche, meine Leistung zu bringen - entscheiden kann ich's eh nicht. Wichtig ist, dass ich mich persönlich weiterentwickle, das kann und schaffe ich hier in Hoffenheim.

SPOX: DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke hat Sie ja zumindest öffentlich schon zum Kreis der genauer beobachteten Keeper gezählt...

Baumann: Ja... das habe ich auch mitgekriegt. (lacht) Natürlich ist es schön zu lesen, zu diesem Kreis zu gehören. Und der Traum von der Nationalmannschaft ist selbstverständlich auch da. Aber darüber sagen kann ich leider wenig, weil die Entscheidung wie gesagt nicht bei mir liegt.

SPOX: Ihr Mannschaftskollege Roberto Firmino hat es von der Provinz in die Selecao geschafft. Wie erleben Sie ihn im Moment, gerade nach seinem fulminanten Siegtor gegen Österreich?

Baumann: Wie davor auch, da hat er sich innerhalb von einer Woche nicht viel verändert. (lacht) Er ist ein klasse Typ und ein super Fußballer, das sieht man jede Woche. Wenn er uns erhalten bliebe, würde das der ganzen Mannschaft guttun.

SPOX: Eine letzte Frage, Herr Baumann. Mit Blick auf das kommende Jahr: Wenn Sie mit den Finger schnippen könnten und sich entweder eine Champions-League-Teilnahme mit Hoffenheim oder eine Nominierung fürs DFB-Team aussuchen dürften - was wählen Sie?

Baumann: (lacht) Hätte, hätte Fahrrad-Kette! Wenn ich das könnte, mit den Fingern schnippen und es passiert etwas, dann hätte ich schon geschnippt...

Seite 1: Baumann über die Leader-Position als Torwart und medialen Gegenwind

Seite 2: Baumann über Hoffenheims Image und den Traum vom DFB-Team

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