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Fussball

"Mario Götze ist eine regionale Sache"

SID
© getty

Emek Ege

Emek Ege ist einer der bekanntesten Sportjournalisten der Türkei und Moderator beim größten Sportsender "NTV Spor".

Trotz des zugegeben tollen Tores im WM-Finale gegen Argentinien ist Mario Götze immer noch eine regionale Sache. Ich denke, dass das in erster Linie an seiner Entscheidung liegt, zum FC Bayern zu wechseln. Der FC Bayern ist in Deutschland eine eigene Hausnummer: Wenn sie Meister werden, sucht keiner nach den Gründen. Man sagt eher: "Wer denn sonst?" In so einer Mannschaft kann selbst der größte Spieler einer von vielen werden und dies widerfährt auch Götze - und es wird auch Marco Reus widerfahren, wenn er zum FC Bayern wechselt. Zu einer Mannschaft, in der man nicht herausstechen kann, wenn man keine außergewöhnlichen Leistungen vollbringt.

Womöglich liegt das auch an der Bundesliga: Gewinnt Bayern 5:0 gegen Hannover, wird dem kaum Beachtung geschenkt. Egal, wer die Tore schießt. Gewinnt der FC Barcelona oder Real Madrid 5:0, hat das international eine deutlich andere Tragweite. Die Bundesliga ist eine sensationelle Organisation, aber es fehlt ihr immer noch der große Glanz.

Ein Beispiel: Toni Kroos hat mit seiner Entscheidung, den FC Bayern zu verlassen, eine höhere Karriere-Stufe für sich selbst erreicht. Er hat sich bei Real Madrid selbst neu erschaffen, er wird jetzt deutlich klarer wahrgenommen. Und das in kurzer Zeit. Beim FC Bayern hat er toll gespielt, sein eigenes Profil aber jahrelang nicht nachhaltig schärfen können.

Götze ist auch ein toller Spieler, aber er hat noch hat er keinen Weltstar-Status, daran hat auch sein Final-Tor nichts verändert. Fragen Sie mal die Menschen im Ausland, wer Deutschland zum Weltmeister gemacht hat? Da sagt jeder erst einmal Manuel Neuer. Oder Bastian Schweinsteiger. Oder Toni Kroos. Irgendwann kommt Götze.

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Seite 4: Federico Lo Guidice: "Ein Symbol für Deutschlands Aufschwung"

Seite 5: Jorge Moreno: "Bei Bayern einer unter vielen"

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