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Fussball

Breitner: "Eine fußballhistorische Leistung"

SID
Uli Hoeneß bezeichnet den verstorbenen Ungar als ersten Konzepttrainer der Bundesliga
© getty

Uli Hoeneß und Paul Breitner haben den verstorbenen Pal Csernai, Ex-Trainer bei Bayern München, als Revolutionär des Fußballs gewürdigt.

"Er war ein absoluter Konzepttrainer, der erste in der Bundesliga", würdigte Bayern-Präsident Hoeneß im Münchner Merkur den Ungarn, der am Sonntag im Alter von 80 Jahren nach langer Krankheit gestorben war.

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"Ich behaupte: Pál Csernai hatte nicht nur auf die Geschichte des FC Bayern großen Einfluss, sondern auf den Fußball allgemein. Auch wenn es kitschig klingt, aber er hat ein Fußball-System erfunden, das heute noch gespielt wird, nämlich das mit einem defensiven Mittelfeldspieler", sagte Weltmeister Breitner in der Münchner "AZ". Im Grunde spiele der FC Bayern heute "nicht viel anders".

Mehr Freiheit im Spiel

Er habe schon damals der Mannschaft gesagt: "Das ist es, weg von der Mann- zur Raumdeckung, hin zu mehr Freiheit im Spiel, aber auch zu mehr Verantwortung für den Einzelnen", führte Breitner weiter aus und sprach von einer "fußballhistorischen Leistung. Was das Training angeht, war Csernai auch Jahrzehnte voraus. Das war wie eine Revolution."

Der Ungar trainierte zwischen 1978 und 1983 den deutschen Fußball-Rekordmeister und führte die Münchner zu zwei Meisterschaften und einem Triumph im DFB-Pokal. 1982 erreichte er zudem das Finale des Europapokals der Landesmeister, das aber in Rotterdam gegen Aston Villa verloren ging (0:1).

"Mann mit dem Seidenschal"

Auf der Bundesliga-Bühne wurde Csernai als "Mann mit dem Seidenschal" bekannt. "Der gehörte halt bei mir dazu", sagte er einmal über das heutzutage auch von Bundestrainer Joachim Löw geschätzte Accessoire: "Das war nicht meine Erfindung, nur für den Fußball war es damals etwas Außergewöhnliches." Gleiches galt auch für sein "Pal-System", eine Mischung aus Mann- und Raumdeckung.

Nach seinem Aus beim FC Bayern folgte eine Odyssee durch den Weltfußball mit Stationen in Griechenland, Portugal, Deutschland (Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC), der Türkei, der Schweiz, Ungarn und als Nationaltrainer von Nordkorea.

Vor seiner Zeit in München, wo er zunächst als Assistent seines Landsmannes Gyula Lorant angefangen hatte, war er auch schon in Österreich und Belgien tätig gewesen. 1995 ging Csernai in den Ruhestand. Seitdem lebte er in Budapest.

Pal Csernai im Steckbrief

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