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Fussball

Schalke-Boss Tönnies erneut im Aufsichtsrat

SID
Clemens Tönnies hatte allen Grund grimmig zu schauen: Auf der Schalker JHV ging es rund
© getty

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist auf einer turbulenten Jahreshauptversammlung des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 erneut in das Kontrollgremium gewählt worden.

Für den Fleischfabrikanten aus Rheda-Wiedenbrück, der seit 1994 im Aufsichtsrat sitzt und ihn seit 2001 führt, votierten 4496 der 5778 stimmberechtigten Mitglieder.

Neben dem 57-Jährigen wurde auch der Unternehmensberater Peter Lange gewählt. "Ich will die Gräben zuschütten - und wenn ich dafür den größten Bulldozer der Welt anschaffen muss", sagte Tönnies nach hitzigen Diskussionen.

Die Wahlen, der wichtigste Punkt der Tagesordnung, fanden erst viereinhalb Stunden nach Beginn der Versammlung in der Schalker Arena statt. Zuvor war über zwei Stunden lang über den umstrittenen Vertrag mit der Ticketbörse Viagogo diskutiert worden.

Der Klub kassiert 3,6 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren dafür, dass das Unternehmen pro Jahr 3000 Karten mit maximal 100-prozentigem Aufschlag weiterverkaufen und alle Ticketverkäufe von Fan zu Fan übernehmen darf.

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Peters und Jobst ernten Pfiffe

Vor allem die Vorstandsmitglieder Peter Peters (Finanzen) und Alexander Jobst (Marketing) bekamen harsche Kritik zu hören. "Wirtschaftlich ist es für uns ein lukrativer Sponsorenvertrag", verteidigte Jobst den Deal. Der ehemalige FIFA-Angestellte erklärte, man werde genau prüfen, ob "Abzocke" stattfinde. Es gebe eine Klausel, den Vertrag bereits nach zwei Jahren zu kündigen.

Peters präsentierte in seinem Bericht die Zahlen des Geschäftsjahres 2012: Mit 190,8 Millionen Euro habe der Bundesliga-Vierte den zweithöchsten Umsatz in der Vereinsgeschichte erreicht. Trotz eines Minus von 8,9 Millionen Euro wurden die Finanzverbindlichkeiten um zwölf auf 173,1 Millionen Euro gesenkt. "Schalke ist gut aufgestellt", sagte Peters. Trotz der harschen Kritik wurden Aufsichtsrat und Vorstand entlastet. In den Ehrenrat wurde unter anderem der frühere Torjäger und Nationalspieler Klaus Fischer gewählt.

Raul und Urban werden geehrt

Der legendäre Meisterstürmer Adolf Urban und Weltstar Raúl wurden auf besondere Weise geehrt. Die Mitglieder des Traditionsklubs wählten die beiden auf der Jahreshauptversammlung am Samstag in die sogenannte Ehrenkabine. "Ala" Urban, der zu den Meistermannschaften 1934, 1935, 1937, 1939 und 1942 gehörte, fiel 1943 als 29-Jähriger im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies kündigte an, dass die sterblichen Überreste des 21-maligen Nationalspielers in Kürze aus Russland nach Gelsenkirchen überführt werden sollen.

Raúl, der mit Real Madrid dreimal die Champions League gewann, trug von 2010 bis 2012 das Trikot der Königsblauen und erzielte in 66 Bundesliga-Spielen 28 Tore. 2011 gewann der spanische Ex-Nationalspieler mit Schalke den DFB-Pokal. Am 27. Juli gastiert der 35-Jährige mit seinem aktuellen Klub Al-Sadd Sports Club aus dem Emirat Katar beim "Schalke-Tag" unter dem Motto "Gracias Raúl!" Der Ehrenkabine gehören mittlerweile 30 ehemalige Spieler, Trainer und Funktionäre an.

Kader des FC Schalke 04

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