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Fussball

Fürth will gegen 96 Geschichte schreiben

Von Stefan Petri
Nach dem Derbysieg peilt die Spielvereinigung den ersten Heimerfolg an
© getty

Zum Auftakt des 31. Bundesliga-Spieltags muss Hannover in die Trolli-Arena nach Fürth reisen (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER). Während sich die Spielvereinigung anständig aus dem Fußball-Oberhaus verabschieden will - bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz steht der Abstieg quasi fest - ist Hannover 96 ins Niemandsland abgerutscht. Trainer Slomka hat zudem Personalsorgen.

Fürth-Stürmer Nikola Djurdjic sieht sein Team nach dem 1:0-Derbysieg in Nürnberg in der Pflicht: Man wolle den Fans endlich den ersten Heimsieg schenken.

"Wir haben mit den Fans am Sonntag gefeiert und wollen unseren Anhängern nun auch den ersten Heimsieg schenken", zeigte sich Djurdjic im Gespräch mit "hannover96.de" optimistisch. "Unsere Kurve zeigt nach oben."

Mit Humor in die 2. Liga

Vor der 1:6-Pleite im letzten Heimspiel gegen Borussia Dortmund bewies die PR-Abteilung der Fürther bereits Selbstironie. Auf einem Plakat wurden Liegestühle abgebildet, die mit Handtüchern anderer Bundesligisten belegt waren. Der Slogan dazu: "Wenig Spaß und anstrengende Gäste. Nächstes Jahr fahren wir woanders hin."

Die Gäste waren in dieser Saison tatsächlich anstrengend. Vier Unentschieden hat die SpVgg auf eigenem Platz lediglich vorzuweisen und nach Hannover bleibt nur noch der vorletzte Spieltag gegen den SC Freiburg, um einen Heimsieg zu schaffen. Gelingt dies nicht, würde man in dieser Hinsicht Geschichte schreiben: Selbst Tasmania Berlin gelangen in der unrühmlichen Saison 1965/66 zwei Heimsiege. "Das ist natürlich unser großes Ziel, endlich den ersten Heimsieg einzufahren. Aber das wird eine knifflige Aufgabe. In dem Moment, in dem man denkt, es geht leichter, geht's ganz sicher in die Hose", warnte Trainer Frank Kramer.

Bei einem Sieg könnte man zumindest theoretisch im Rennen um den Relegationsplatz bleiben. Sollte 1899 Hoffenheim an diesem Wochenende mehr Punkte als Fürth holen, ist der erste Abstieg der Vereinsgeschichte dagegen besiegelt.

Kramer muss gegen Hannover verletzungsbedingt auf Heinrich Schmidtgal und Zoltan Stieber verzichten, hinter Sercan Sararer steht wegen Adduktorenproblemen ein Fragezeichen. Außerdem kann sich Kramer nach einem neuen Co-Trainer umsehen: Ludwig Preis erklärte am Donnerstag, dass er im Sommer wieder die U23 übernehmen werde.

Slomka will Akzente setzen

Bei Hannover ist die Lage ebenfalls alles andere als rosig. Angesichts nur eines Sieges aus den letzten sieben Spielen und sechs Gegentoren bei der Klatsche gegen den FC Bayern München fordert 96-Trainer Slomka Wiedergutmachung: "Wir wollen versuchen, den Frust aus den letzten beiden Partien abzuschütteln. Wir wollen das vergessen machen, um unseren Fans und auch uns selbst einen guten Saisonausklang zu ermöglichen."

Geschichte schreiben und als erstes Team in Fürth verlieren will Slomka mit den Niedersachsen ganz sicher nicht. Die horrende Auswärtsbilanz mit nur zehn Punkten aus 15 Spielen gibt aber Grund zur Sorge. 55 Gegentore stehen insgesamt zu Buche, das sind drei mehr als beim kommenden Gegner. Mit 51 Treffern ist die Offensive vergleichsweise potent, dementsprechend offensiv will Slomka agieren: "In Fürth werden auch wir unsere Akzente setzen müssen."

Neuordnung bei 96

Die Europa-League-Hoffnungen wurden in den vergangenen Wochen verspielt: Sieben Punkte fehlen auf Platz sechs. Sportlich ist Hannover auf Platz elf erst einmal wieder eine graue Maus, das Geschehen auf dem Rasen wurde von der Posse um Jörg Schmadtke überlagert. Immerhin wurde mit dem Ex-Freiburger Dirk Dufner am Donnerstagmittag schnell ein Nachfolger auf dem Managerposten präsentiert.

Mirko Slomka muss die Saison derweil geordnet zu Ende bringen. Das aus allen Nähten platzende Lazarett in Hannover macht es ihm nicht leicht: Gegen Fürth fallen mit Johan Djourou, Christian Pander und Christian Schulz drei Glieder der Viererkette aus der letzten Woche aus. Zudem fehlen Felipe und Franca. Leon Andreasen und Szabolcs Huszti haben Trainingsrückstand.

Das Hinspiel ging mit 2:0 an Hannover, Fürth hat in dieser Spielzeit am Freitag aber noch nie verloren. Sollte diese Serie reißen, ist das Abenteuer Bundesliga wohl endgültig beendet. Für Hannover geht es auf jeden Fall weiter - allerdings erst einmal im Mittelmaß.

Voraussichtliche Aufstellungen

Fürth: Hesl - Nehrig, Kleine, Mavraj, Baba - Geis, Fürstner - Klaus, Prib, Park - Djurdjic

Hannover: Zieler - H. Sakai, Haggui, Hoffmann, Pocognoli - Stindl, Schmiedebach, da Silva Pinto, Rausch - Schlaudraff, M. Diouf

Der 31. Spieltag im Überblick

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