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Fussball

Superstars, Solarium und Silikon in Sinsheim

Von Stefan Moser
Die SPOX-Oscars gehen auch an "Der unsichtbare Dritte" und "Les Miserables"
© spox

Auch 2013 verleiht die SPOX-Academy wieder die wahren Oscars. Mit dabei: Ein Glatzkopf in Unterhosen, Thomas Schaaf als Weserside-Gangster, ein Gummibärchen-Attentat - und jede Menge Silikon aus Sinsheim. Details wie immer in der Alternativen Liste.

Beste Regie: Ein weiterer Award geht nach München, für die beste Regie in: "Bazilona und der unsichtbare Dritte". Die Jury war schlichtweg beeindruckt davon, was Pep Guardiola in kürzester Zeit aus seinem neuen Team herausholte.

Bester Dokumentar-Film: Die Welt als Kaffee-Kränzchen, Plattitüden als Denkersatz und postkoloniale Klischees getarnt als Schmunzelpädagogik. Angeblich zielgruppengerechte Samstagabendunterhaltung lieferte das "ZDF" gewohnt souverän mit dem "Aktuellen Sport-Stadl". Da lernt der Zuschauer zum Beispiel, dass jeder, der nicht absteigen will, ganz dringend einen Sascha Mölders braucht, dass Koreaner den ganzen Tag lang Gangnam-Style tanzen und in Norddeutschland vor die brutale Wahl gestellt werden: Wiener Schnitzel oder Asia-Snack? Für diese düstere Doku über den Alltag im Journalismus der frühen 50er Jahre geht der Preis völlig zu Recht ans Öffentlich-Rechtliche. Und trotzdem spendet irgendwie der Gedanke Trost, dass die Zuschauer, auf die sie letztlich zugeschnitten ist, schon bei "Wetten, dass..?" eingeschlafen sind.

Versautes Ende: Der Preis für das beste Drehbuch war eigentlich für den FC Schalke vorgesehen, "Les Miserables" galt als klarer Favorit. Allerdings hat Joel Matip seine Rolle nicht gelernt, weshalb er gegen Düsseldorf so doof in der Gegend herumstand, dass ihm glatt zwei Tore zugestoßen sind. Immerhin gab er sich schuldbewusst: Denn während Gästetrainer Norbert Meier draußen vollkommen am Rad drehte und permanent Kopfnüsse an den inneren Albert Streit seiner Abwehr verteilte, gab Matip eher den emotionalen Bodenturner - und hob nur entschuldigend die Arme.

Bestes Drehbuch: Der Preis für das beste Drehbuch geht stattdessen an den Psychokrimi "HSV". Der Film schafft es nämlich, den Zuschauer permanent im Ungewissen zu lassen, was eigentlich vor sich geht: Findet da ein blindes Huhn (HSV) nur ab und zu ein Korn (drei Punkte in Dortmund)? Oder stolpert vielmehr eine Gruppe Schwererziehbarer (HSV) ständig über ihre Selbstüberschätzung (1:5 gegen Hannover)? Etwas unbefriedigend ist allerdings das Ende, das die Frage offen lässt. Wer die Antwort kennt, kann gerne eine E-Mail an Frank Arnesen schicken. Mit Bernd Hoffmann in cc.

Beste Kamera: Wie so häufig geht der Oscar für die beste Kamera an einen eher unbekannten, aber nichtsdestotrotz erschütternden Streifen. "Das Gummibärchen-Attentat" mit Jürgen Klopp in der Hauptrolle aber hat den Preis verdient. Guckst Du!

Frage zum Schluss: Tim Wiese lebt in einer Welt, in der die Frisörin noch Friseuse heißt und auf Typen wie Tim Wiese steht. Eine Welt mithin, die durchaus ihre Reize hat, zum Beispiel, dass es dort zum guten Ton gehört, bei Karneval so richtig schön zu eskalieren. Das Jersey-Shore-Format "Superstars, Solarium und Silikon in Sinsheim" geht trotzdem leer aus, ein seltsames Gefühl von Scham hielt die Jury nämlich davon ab, die aktuelle Staffel zu Ende zu gucken. Bei der Schlagzeile "Geldstrafe für Wiese: Ärger beim Karneval" war Schluss. Womit auch die Frage offen blieb: Als was ging der Timmy denn? Als Stammtorhüter von Real Madrid? Als Dieter Bohlen? Oder doch als Dauerwelle? Hart gesottene Cineasten bitte melden!

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