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Fussball

"Für die Fans geht es um alles"

Von Hassan Talib Haji
Gerald Asamoah spielte bis zum Sommer für Schalke 04 und wechselte dann zu Fürth
© Getty

Der mittlerweile 34-jährige Gerald Asamoah von der SpVgg Greuther Fürth kennt den FC Schalke 04 wie seine Westentasche. Über ein Jahrzehnt trug er das königsblaue Trikot. Am Samstag trifft S04 auf den ungeliebten Reviernachbarn Borussia Dortmund. Goal.com bat ihn zum Gespräch.

Frage: Herr Asamoah, Sie haben viele Jahre auf Schalke gespielt und kennen die Region. Nun steht das Revierderby an. Kein Spiel wie jedes andere. Welche Bedeutung hat diese Partie?

Asamoah: "Wenn du lange im Revier lebst und jahrelang für Schalke spielst, dann weißt du, was diese Spiele für die Fans bedeuten. Die beiden Städte liegen ja nicht weit auseinander. Einige Fans beider Lager arbeiten auch zusammen. Es ist so, dass es für die Fans in diesem Spiel um alles geht."

Frage: Und auf dem Arbeitsplatz darf man sich nach einer Niederlage dann einiges anhören...

Asamoah: "Ja, man wird dann ein halbes Jahr lang aufgezogen - eben weil man dieses Derby verloren hat. Und deswegen geht es um alles für die Fans. Für die Spieler muss es was Besonderes sein, gegen Dortmund zu gewinnen. Für die Fans gibt es dann nichts Schöneres, als am Montag mit strahlendem Gesicht zur Arbeit zu gehen und die Kollegen aufzuziehen."

Frage: Solch ein Spiel zu gewinnen ist sicherlich auch Balsam auf jeder Spielerseele, oder?

Asamoah: "Nach einem Derbysieg weißt du, dass du den Fans was Gutes getan hast. Du weißt, worum es geht und dann musst du dich in so einem Spiel einfach zerreißen, um die Fans zufriedenzustellen."

Frage: Ist das auf Schalke ein wenig spezieller?

Asamoah: "Auf Schalke ist es so: Du musst das Derby gewinnen."

Frage: Wo wir schon mal beim "Gewinnen" sind: Wer hat denn am Samstag die Nase vorn?

Asamoah: "Natürlich weiß man, dass die Schwarz-Gelben eine super Mannschaft haben und Dortmund seit zwei Jahren wirklich sehr gut spielt. Aber wie man sieht, hat Schalke sich sehr gut verstärkt und ist im Kommen. Deswegen hoffe ich, dass die Schalker in Dortmund etwas bewegen. Ich hoffe, dass sie da endlich wieder gewinnen."

Frage: Glauben Sie, dass Borussia Dortmund den Reviernachbarn überholt hat?

Asamoah: "Wenn man zweimal hintereinander deutscher Meister wird, dann sieht man, dass man sich Großes aufgebaut hat."

Frage: Zu Ihrer Zeit auf Schalke waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt. Schalke stand zumeist vor Dortmund und gewann die Derbys ...

Asamoah: "Klar, als ich noch dort gespielt habe, standen wir vor Dortmund. Wir haben auch meistens die Derbys gewonnen. Man muss aber auch anerkennen, dass der BVB sich sehr gut entwickelt hat."

Frage: Was natürlich für Jürgen Klopp und sein System spricht ...

Asamoah: "Jürgen Klopp steht für diesen Verein. Er hat in Dortmund ein System entwickelt, das seine Jungs einfach sehr, sehr gut umsetzen. Wenn man dann auch noch zweimal Meister wird und Pokalsieger noch dazu, dann ist das ausgezeichnet."

Frage: Huub Stevens wird nachgesagt, dass er zuerst mit seinen Mannschaften in der Defensive sicher stehen möchte. Glauben Sie, dass die Defensivreihen das Derby größtenteils entscheiden?

Asamoah: "Hauptsache, die Null steht. Man kann vorne dann immer ein Tor machen. Die Dortmunder werden anstürmen, weil sie natürlich die Fans im Rücken haben. Schalke 04 muss einfach kompakt stehen und die Null halten, denn sie haben ja vorne auch Stürmer, die treffen. Irgendwann wird schon die Chance kommen, in der Schalke das Tor machen kann."

Frage: Allerdings hat der BVB eine sehr starke Offensive ...

Asamoah: "Ja, gegen Dortmund weiß man schon, was auf die Schalker Abwehrreihe zukommt. Man muss einfach eine gute Mischung finden und ein gutes Spiel abliefern. Mit dem nötigen Glück fährt man vielleicht mit drei Punkten nach Hause."

Gerald Asamoah im Steckbrief

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