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Fussball

Noch zu viele Baustellen

Von SPOX
Aristide Bance ist noch nicht die erhoffte Verstärkung beim FC Augsburg
© Getty

Der FC Augsburg ist nach sechs Spieltagen noch sieglos. Das, was den Klub in der Vorsaison zum Klassenerhalt verhalf, fehlt in dieser Spielzeit, obwohl der Kader an Qualität gewonnen hat. Erste Maßnahmen werden getroffen. Gegen Werder Bremen (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) soll der erste Dreier her.

Nach dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen war wieder das zu sehen, was den FC Augsburg in der abgelaufenen Saison so stark gemacht hatte. Ein paar Minuten war die Niederlage gegen Leverkusen erst beschlossene Sache, als die Fans ihre Mannschaft in der Kurve feierten.

Es war der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans im Großen und innerhalb des Teams im Kleinen, der dem FCA den Klassenerhalt sicherte.

Im Sommer bauten die beiden neuen Macher Manfred Paula und Markus Weinzierl dann für Augsburger Verhältnisse ordentlich um, holten gestandene und hoffnungsvolle neue Spieler. Mit dem Ergebnis, dass der Kader qualitativ besser ausstaffiert war als vorher.

Jetzt stehen nach sechs Spieltagen magere zwei Punkte und zwei Tore, was unweigerlich die Frage für den völlig verkorksten Start aufwirft. Ein grundlegendes Problem dabei: Der FC Augsburg verfügt mittlerweile zwar über einen sehr ordentlichen Kader - der ist aber keine Gemeinschaft mehr. Oder eben noch nicht.

Viele Baustellen

Es ist aber nicht dieses eine große Problem, das den FCA plagt. Es sind mehrere kleine Mosaiksteinchen, die das derzeitige Gesamtbild ergeben und Trainer Weinzierl an vielen Stellen gleichzeitig schrauben lässt. Weinzierl spricht zwei der Probleme offen an. "Wir haben seit drei Monaten die gleiche Grundordnung. Problematisch sind aber eben die Verletzungen und Leistungsschwankungen einiger Spieler."

Seit Beginn der Vorbereitung verlängert sich die Verletztenliste quasi im Wochentakt. Neben den absoluten Leistungsträgern Simon Jentzsch und Ja-Cheol Koo fehlten und fehlen auch Sascha Mölders, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Thorsten Oehrl.

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Besonders der Ausfall von Koo wiegt schwer. Der Koreaner ist das kreative Gehirn der Mannschaft und dazu in der letzten Saison ihr bester Torschütze - obwohl Koo erst in der Winterpause aus Wolfsburg gekommen war.

Jan Moravek und Milan Petrzela konnten das Vakuum in der Offensive bisher nicht schließen. Wobei sich der Tscheche Petrzela auch noch in eine ganz anderen Liste eingereiht hat: In die der schlecht integrierten Zugänge.

Sprachbarriere bei Bance und Co.

Er spricht ebenso wie Giovanni Sio nur unzureichend Deutsch. Aristide Bance und Knowledge Musona haben zwar schon einige Zeit in der Bundesliga auf dem Buckel, trotzdem hindert auch deren Sprachbarriere eine vernünftige Integration. Den Missstand haben die Verantwortlichen jetzt (erst) erkannt und handeln. Deutschunterricht soll ab sofort Pflicht sein. Warum das nicht schon vom ersten Tag an der Fall war, bleibt ein Rätsel.

Immerhin hat Weinzierl wie schon dessen Vorgänger eine Art Jobgarantie ausgesprochen bekommen. Der jüngste Trainer der Liga soll auch bei anhaltendem Sturzflug weiter in Augsburg arbeiten dürfen. Das zumindest kündigte Präsident Walther Seinsch an. "Markus Weinzierl hat einen Dreijahresvertrag, und wir beim FCA sind vertragstreu", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

Womit Augsburg eine ähnlich unkonventionelle Linie fahren will wie es der heutige Gegner Werder Bremen seit nunmehr 14 Jahren mit seinem Coach Thomas Schaaf tut.

Seinsch: "Den Arsch aufreißen"

Der Klub besinnt sich jetzt wieder auf den Grundsatz "Stärke deine Stärken". Im Fokus liegt die Defensivarbeit, am letzten Samstag in Hoffenheim stimmte zumindest wieder die Defensivleistung über weite Strecken der Partie. Es soll die Basis bilden für die schrittweisen Verbesserungen in der Offensive.

Vielleicht fehlt auch nur ein Erfolgserlebnis, um den Glauben und das Vertrauen an die eigene Stärke wieder zu beleben. "Das ganze Team muss jeden Tag sein Bestes geben und sich den Arsch aufreißen. Wenn das geschieht, dann können wir alle zusammen hoch erhobenen Hauptes durch diese und die nächste Saison gehen, egal wie viele Punkte wir dann haben", sagt Seinsch.

Dass man gegen Bremen die ersten drei Punkte am Stück haben will, "muss ich nicht betonen", sagt Trainer Markus Weinzierl. Das Erfolgsrezept klingt plausibel: "Wir dürfen Werder Bremen nicht ins Spiel kommen lassen. Dann müssen wir in der Offensive effektiv und kaltschnäuzig sein." An der Umsetzung hat es bisher noch gehapert.

Fehlen werden weiterhin neben Simon Jentzsch auch Koo und Philp. Auch bei Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Sascha Mölders sieht es nicht gut aus. Weinzierl muss eine Lösung finden - doch Schraubenziehen ist bisher eine Disziplin, die er in seiner jungen Bundesligatrainer-Karriere schon außergewönlich oft praktizieren muss.

Der Spieltag im Überblick

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