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Fussball

Schalke II: Oase der Aussortierten

Von Haruka Gruber
Schnee und Eis, dennoch haben Baumjohann (2.v.l.), Jones (2.v.r.) und Streit (r.) Spaß im Training
© Getty

Der Trainer

Michael Boris (35, Vertrag bis 2011)

Es ist eine der kuriosesten Geschichten der jüngsten Zeit: Beim Pokalspiel seines damaligen Vereins Windeck gegen Schalke vor eineinhalb Jahren fragte Boris vor laufender TV-Kamera Magath, ob er denn nicht ein Praktikum bei ihm machen könnte.

Magath war von dessen Wagemut beeindruckt und stimmte tatsächlich zu, woraufhin Boris ein halbes Jahr lang jeden Dienstag auf eigene Kosten die zeitraubende Strecke nach Gelsenkirchen fuhr, um das Profi-Training zu beobachten.

Von derlei Engagement beeindruckt, bot ihm Magath im Winter 2009 an, die damals akut abstiegsbedrohte zweite Mannschaft zu übernehmen. Boris nahm an, hielt mit Schalke II die Klasse und führte das Team in dieser Saison nach acht Spieltagen überraschend auf Platz eins.

Mittlerweile stabilisierte sich die Mannschaft im Tabellen-Mittelfeld - was nach wie vor ein Erfolg ist, bedenkt man, dass bei keiner anderen Mannschaft in den ersten vier Ligen die Zusammensetzung derart variiert wie bei Schalke II. Zwischenzeitlich nahmen bis zu 36 Spieler (!) am Training teil.

"Dass es dennoch gelungen ist, wesentlich besser platziert zu sein als letztes Jahr, ist ein großer Verdienst von Michael Boris", sagt beispielsweise Baumjohann. "Bei ihm stimmt die Mischung: Körperlich ist das Training bei ihm genauso anspruchsvoll wie bei den Profis, gleichzeitig herrscht im Team ein gutes Klima. Ich kann nur positiv über ihn reden."

Der lange verletzte Pander lobt: "Michael Boris ist mit viel Fingerspitzengefühl mit mir umgegangen und hat mich darin bestärkt, in meinen Körper zu hören und auch einmal Pausen einzulegen, um mich nicht zu überlasten. Ohne Michael Boris wäre ich vielleicht nicht da, wo ich jetzt wieder bin."

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Perspektive: Boris' Vertrag läuft im Sommer 2011 aus und noch ist unklar, ob dieser verlängert wird. Baumjohann erwartet jedoch, dass "Michael Boris über kurz oder lang in der ersten oder zweiten Liga eine Stelle findet". Um jedoch höher als in der Regionalliga arbeiten zu dürfen, muss A-Lizenzinhaber Boris zunächst die Fußballlehrer-Ausbildung absolvieren.

"Ich bin mir aber sicher, dass er das alles schaffen wird", sagt Baumjohann. "Er gehört zu den talentiertesten und kompetentesten Trainern, die ich kenne." Nicht schlecht für einen, der auf Schalke als Praktikant angefangen hat.

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