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Fussball

Die Emanzipation des kleinen Kevin

Von SPOX
Kevin Pezzoni (l.) brachte es in dieser Saison bisher auf zehn Einsätze für den 1. FC Köln
© Getty

Zeit für ein Umdenken? Köln setzt bislang auf Stars - und steckt mitten im Abstiegskampf. Ein hungriges Talent wie Pezzoni ist hingegen nur ein Lückenfüller. Doch die Zeit des Wartens dauert weiter an. Beim Abstiegsduell in Bochum (20.15 Uhr im LIVE -TICKER und auf SKY) bekommt wohl Petit wieder den Vorzug.
 

Der 1. FC Köln steckt derzeit in einer tiefen sportlichen Krise. Der Verein rangiert nach 13 Partien in der Bundesliga auf Rang 15 und ist damit nur einen Punkt von den Abstiegsrängen entfernt.

Zuletzt setzte es eine 0:4-Heimpleite gegen 1899 Hoffenheim. Anschließend kritisierten mehrere Profis Trainer Zvonimir Soldo und die Presse prophezeite bereits sein Ende auf der Trainerbank.

Kevin Pezzoni wurde in der 29. Minute eingewechselt und machte wie die meisten seiner Kollegen kein gutes Spiel. Trotzdem wäre in der Domstadt nun womöglich der richtige Zeitpunkt, auf Talente statt Namen zu setzen. Auf Talente wie Pezzoni.

Seit Januar 2008 in Köln

Der geborene Frankfurter Pezzoni war in der B-Jugend der Eintracht aktiv und ging dann zu den Blackburn Rovers. Dort suchte er sein Glück jedoch vergeblich.

Die wenigsten deutschen Talente schaffen auf der Insel aus einem Nachwuchskader den Sprung in die Premier League.

Folgerichtig wechselte der Mittelfeldspieler im Januar 2008 zum 1. FC Köln und feierte eine erfolgreiche Rückkehr in sein Heimatland.

Unter Daum noch gesetzt

Nun ist er mit 20 Jahren bereits eine feste Größe beim FC. Oder war es zumindest in der letzten Saison. Unter Christoph Daum noch gesetzt, ist Pezzoni unter Soldo vor allem als Aushilfskraft gefragt, wenn die gesetzten Petit und Maniche fehlen.

In der Domstadt setzte man in erster Linie eben auf bekannte Namen.

Doch die beiden Portugiesen brachten bisher nur bedingt Erfolg - nicht nur gegen Hoffenheim wurden die Schwächen in Kölns Schaltzentrale augenscheinlich.

Pezzoni nimmt Stars in die Pflicht

Lange hielt der offenisv limitierte, aber lauf- und zweikampfstarke Pezzoni still. Trotz der offensichtlichen konditionellen Mängel von Petit und Maniche. Doch die Geduld ist aufgebraucht - und der sonst so brave Pezzoni meldete sich erstmals kritisch zu Wort.

"Es muss auch mal was von den erfahrenen und etablierten Spielern kommen, nicht von mir. Sie müssen sich in die Pflicht nehmen. Wir sind eine Einheit, aber trotzdem müssen sie vorangehen. Ich bin immer einer, der redet", sagte der 20-Jährige nach dem Hoffenheim-Debakel.

"Ich halte lieber die Klappe"

Es ist mehr als eine Kritik. Es ist eine Kampfansage. Pezzoni spricht und will an Profil gewinnen. Ob das jedoch reicht, um in Bochum Petit oder Maniche zu verdrängen?

Denn nach der Entmachtung von Kapitän Milivoje Novakovic überreichte Soldo die Spielführer-Binde ausgerechnet an Petit weiter. Petit, der in einem eklatanten Formtief steckt und eigentlich erster Kandidat für die Bank sein müsste.

Trotz aller Emanzipation, trotz all der zumeist soliden Leistungen: Pezzoni hat weiter ein schweres Standing unter Soldo. Und auch bei FC.Manager Michael Meier machte er sich nicht beliebt. "Vielleicht ist er zu unerfahren. Große Spieler sagen sich nach so einem Spiel: 'Ich halte lieber die Klappe.'"

Kevin Pezzoni im Steckbrief

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