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Fussball

Auf den Spuren des Meisters

Von Daniel Börlein
Mario Gomez erzielte im Heimspiel gegen den HSV den Siegtreffer für den VfB Stuttgart
© Getty

Durch den Last-Minute-Sieg gegen den Hamburger SV darf der VfB Stuttgart nun sogar wieder vom Titel träumen. Dafür verantwortlich: Markus Babbel, der sich an Armin Veh orientiert, aber derzeit einiges besser macht als sein Vorgänger.

Lehrer sind mit ihren Schülern in der Regel ziemlich kritisch. Umso schöner ist es für den Lehrling deshalb, vom Meister auch mal gelobt zu werden.

Armin Veh ist nun zwar nicht mehr Markus Babbels Lehrer, doch der aktuelle Trainer des VfB Stuttgart hat unter dem ehemaligen Coach der Schwaben gelernt und einiges mitgenommen.

Viel Lob von Veh

Deshalb war Babbel auch spürbar anzumerken, wie sehr er sich von den Worten Vehs nach dem 1:0 gegen den Hamburger SV geehrt fühlte. "Ich habe eine leidenschaftliche VfB-Mannschaft gesehen, die den Sieg wollte, die aber auch einen Tick besser war als der HSV. Aus meiner Sicht haben sie verdient gewonnen", sagte Veh bei Premiere. Und Babbel hörte zu.

Dem 37-Jährigen gefiel, was Veh erzählte. "Platz fünf zum jetzigen Zeitpunkt, ist eine großartige Leistung. Ich habe nicht daran geglaubt habe, dass sie da hin kommen, sagte Veh. Für Babbel waren diese Worte das i-Tüpfelchen auf den Last-Minute-Erfolg gegen den HSV und so gab der VfB-Coach die Komplimente artig zurück.

"Ich bin unheimlich dankbar für die Zeit, die ich als Spieler und Assistenztrainer mit Armin Veh zusammenarbeiten durfte. Es war eine tolle Zeit", sagte Babbel. "Ich versuche, den Weg von Armin weiterzuführen."

Zweitbestes Team der Rückrunde

Seit Ende November ist Babbel der neue Cheftrainer beim VfB. Den Weg, den Veh eingeschlagen hatte, ging Babbel allerdings nicht wirklich weiter.

Denn während die Schwaben unter Veh im Niemandsland der Tabelle (Platz elf) versunken waren und acht Punkte Rückstand auf Rang fünf hatten, liegt der VfB nun mit Babbel auf eben jenem fünften Platz - mit vier Zählern Vorsprung auf die Verfolger.

"Jetzt haben sie sogar die Chance, noch weiter nach oben zu kommen", erkannte Veh. Recht hat er. Die Stuttgarter sind nach dem VfL Wolfsburg das beste Team der Rückrunde und mit den wichtigen Siegen gegen Berlin, Bochum und Hamburg so etwas wie die Mannschaft der Stunde. Da scheinen auch die sechs Punkte Rückstand zur Spitze nicht mehr uneinholbar.

Die Gegner in den nächsten Wochen (Köln, Frankfurt, Bielefeld) klingen machbar, danach wartet mit Wolfsburg ein direkter Konkurrent und am letzten Spieltag könnte es gegen den FC Bayern zu einem echten Showdown kommen.

Begeisterung ist Babbel wichtig

Die Gründe für den Höhenflug der Schwaben wirken simpel. Babbel hat Killerinstinkt und Siegermentalität zurückgebracht, die in der Vorrunde schwächelnden Leistungsträger wie Thomas Hitzlsperger oder Serdar Tasci wieder aufgebaut und seine Mannschaft in eine Top-Verfassung gebracht.

Unter Babbel erzielten die Stuttgarter schon neun Tore in der Schlussviertelstunde, darunter die Siegtreffer gegen Bochum und den HSV. "Das zeigt mir, dass die Mannschaft topfit ist", sagt der VfB-Coach, der seinen Spielern zudem Lockerheit und Unbekümmertheit vorlebt und vermittelt.

"Armin Veh hat 2007 vorgemacht, was man mit Begeisterung erreichen kann", sagt Babbel. Und 2007 wurde Veh mit den Stuttgartern so deutscher Meister, könnte man noch ergänzen.

Babbel sagt das freilich nicht. Den Blick Richtung Spitze zu richten, ist zumindest öffentlich verboten. "Es wäre vermessen, jetzt nach oben zu schauen. Wir müssen erstmal auf die Konkurrenz nach unten blicken. Da sind so viele Mannschaften, die unbedingt in den UEFA-Cup wollen."

Jansen: "Haben uns blöd angestellt"

Ein bisschen mehr als ein UEFA-Cup-Platz soll es in dieser Saison für den HSV schon sein, nach Möglichkeit ein Titel. Für den Kampf um die Meisterschaft war die späte Niederlage in Stuttgart natürlich ein bitterer Rückschlag.

"Wir haben uns etwas blöd angestellt, da wäre mehr drin gewesen. Das ist sehr ärgerlich. Wir können nicht zufrieden sein", sagte Marcell Jansen. Ein Punkt hätte den Norddeutschen gereicht, um zumindest wieder am FC Bayern vorbeizuziehen und Platz zwei zu verteidigen.

So müssen die Hamburger in den nächsten Wochen auf einen Ausrutscher der Münchner und Wolfsburger hoffen und dürfen bis dahin auch die anderen Wettbewerbe nicht aus dem Auge verlieren.

Denn mit den Halbfinals in DFB- und UEFA-Pokal ist für den HSV in dieser Saison trotz des Patzers in Stuttgart noch ein bisschen mehr drin, vielleicht sogar ein Titel.

VfB gegen HSV: Die SPOX-Analyse

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