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Fussball

Hertha-Streit zieht weite Kreise

SID
Trotz Platz vier in der Liga: Dieter Hoeneß (l.) und Vorsitzender Schiphorst mit ernster Miene
© Getty

Es sind turbulente Zeiten in Berlin. Sportlich befindet sich der Hauptstadt-Klub nach drei Niederlagen in Folge auf Talfahrt, Top-Torjäger Andrej Woronin ist nach seiner Tätlichkeit drei Spiele gesperrt und zwischen dem Hertha-Präsidium, der Geschäftsführung und Manager Dieter Hoeneß ist ein wilder, öffentlicher Streit entbrannt - den nun der Aufsichtsrats-Boss schlichten will.

"Ich hoffe, dass diese Sache jetzt ausgestanden ist. Alle müssen die Angelegenheit zu den Akten legen", sagte Bernd Schiphorst und forderte: "Oberste Maxime ist der sportliche Erfolg, darauf müssen wir uns konzentrieren. Das ist das Einzige, was zählt. Das müssen jetzt alle Beteiligten sehen."

Schiphorst reagierte damit auf die Details, die am Donnerstag an die Öffentlichkeit durchgesickert waren.

"Das ist ärgerlich"

So hat die Geschäftsführung der Berliner einen Brief an das eigene Präsidium geschrieben, in dem sie diesem vorwirft, Manager Dieter Hoeneß persönlich angegriffen und diffamiert zu haben.

Dieses Dokument wurde unter anderem von Finanz-Boss Ingo Schiller, Jurist Jochen Sauer und Lizenzspieler-Chef Michael Preetz unterzeichnet.

"Dass jemand den Brief an die Öffentlichkeit gibt, können wir überhaupt nicht gebrauchen. Das ist ärgerlich", sagt Schiphorst.

Die Vorgeschichte

Schon lange rumort es in der Führungsriege der Berliner. Bereits im Dezember wurde bekannt, dass es zu Streitereien zwischen Präsident Werner Gegenbauer und Manager Hoeneß gekommen ist.

Gegenbauer hatte seinem ehemaligen Freund vorgeworfen, aus dem Aufschwung des Klubs die "Dieter-Hoeneß-Festspiele" zu machen und mahnte an, dass Hoeneß die Arbeit von Trainer Lucien Favre nicht zu schätzen wüsste. Das Präsidium stellte sich damals komplett hinter Gegenbauer.

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Neue Details aus Zeitungsartikel

Der Auslöser für den aktuellen Brief der Geschäftsführung war ein Artikel im "Tagesspiegel" vom 4. April.

Dort wurden Aussagen eines anonymen Präsidiumsmitglieds veröffentlicht, die das Verhältnis zwischen Hoeneß und Favre erneut stark in Frage stellten. Hoeneß soll Favre den Erfolg streitig und dessen Arbeit schlecht machen.

Gegenbauer der Informant?

Im Brief war zu lesen: "Es ist nicht akzeptabel, dass Herr Hoeneß (...) in nicht hinnehmbarer Art und Weise und mit der Unterstützung zumindest eines Präsidiumsmitgliedes persönlich angegriffen und diffamiert wurde. In einer Phase des sportlichen Erfolges (...) laufen wir durch (...) die derzeitige Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Präsidium Gefahr, dem inzwischen sehr guten Image von Hertha BSC unnötig Schaden zuzufügen."

Es wird vermutet, dass Gegenbauer dem "Tagesspiegel" die nötigen Informationen gesteckt haben soll. Das soll Hoeneß wiederum veranlasst haben, den Brief zu initiieren.

Schiphorst versöhnlich: "Als Aufsichtsrats-Vorsitzender habe ich nichts dagegen, wenn man intern Meinungen austauscht. Wenn der Brief mit der Absicht geschrieben wurde, Ruhe und Geschlossenheit herzustellen, begrüße ich das."

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