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Fussball

Labbadia: "Das Team tut mir leid"

SID
Renato Augusto (rechts) und Bayer Leverkusen boten in Dortmund eine tolle Leistung
© Getty

Zwei Punkte und einen wichtigen Auswärtssieg verspielt, aber eines der größten deutschen Talente für sich gewonnen: Doch auch der gelungene Transfer-Coup mit Toni Kroos (19) von Bayern München, der bis Juni 2010 auf Leihbasis bei Bayer Leverkusen spielen wird, konnte Trainer Bruno Labbadia unmittelbar nach dem 1:1 (0:1) im Verfolgerduell bei Borussia Dortmund nicht aufmuntern.

"Wir sind tief enttäuscht. Die Mannschaft hat einen Riesenaufwand betrieben, sich aber nicht belohnt. Sie tut mir leid", meinte der einstige Torjäger.

Dennoch bleiben die Rheinländer nach ihrem 17. Auswärtspunkt ein Aspirant auf einen UEFA-Cup- oder sogar Champions-League-Platz.

Dass selbst Bundestrainer Joachim Löw Bayer kürzlich den Top Vier der Liga zuordnete, hört Labbadia gern: "Es ist jedoch die Frage, ob wir das können und durchhalten."

"Es macht uns stolz, dass Kroos nur zu uns kommen wollte"

Weitere Reifeprüfungen stehen Leverkusen in den kommenden Wochen mit den Spielen gegen Stuttgart, in Hoffenheim und daheim gegen den Hamburger SV bevor.

Allerdings freut sich der Bayer-Coach mit dem derzeit noch angeschlagenen Kroos (Sprunggelenk-Blessur) über eine weitere hochkarätige Alternative im Mittelfeld.

"Wir werden ihn langsam aufbauen. Es macht uns stolz, dass Toni Kroos ausschließlich zu uns kommen wollte. Er hatte die freie Auswahl."

Derdiyok immer noch ein Thema

Als weitere Verstärkung für die Offensive haben die Leverkusener auch den Schweizer Nationalspieler Eren Derdiyok (FC Basel) im Visier - allerdings nur, wenn sie zum Ende der Transferperiode am Montagmittag noch Einnahmen aus dem Transfer von Theofanis Gekas erzielen würden. Interesse an dem Griechen soll Espanyol Barcelona angemeldet haben.

Youngster Kroos kommt jedoch auch in der Hoffnung, im nächsten Jahr international spielen zu können. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Denn nur vier Tage nach dem gelungenen Jahresauftakt im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Energie Cottbus präsentierten sich die Rheinländer nach Anlaufproblemen in der ersten Halbzeit als echtes Spitzenteam.

Tolle Bayer-Leistung in Hälfte zwei

"Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt, aber dann ein dummes Gegentor kassiert. Umso beeindruckender war, wie wir zurückgekommen sind", resümierte Nationaltorhüter Rene Adler.

Der Dortmunder Alexander Frei hatte in der 36. Minute seine Chance nach einem tödlichen Ballverlust von Lukas Sinkiewicz bei dessen erstem Bundesliga-Einsatz nach fast neunmonatiger Verletzungspause (Kreuzbandriss) zu seinem fünften Saisontreffer genutzt.

Dass nach dem Wechsel, als Bayer endgültig das Regiment übernommen hatte, Patrick Helmes sein 13. Tor in der laufenden Spielzeit gelang, empfanden schließlich selbst die BVB-Fans unter 73.700 Zuschauern als gerecht.

BVB bleibt zuhause ungeschlagen

Die stark ersatzgeschwächten Borussen (ohne Dede, Kehl, Blaszczykowski, Hajnal und Hummels) blieben zwar weiterhin im eigenen Stadion und auch im vierten Duell mit Leverkusen in Folge ungeschlagen, doch der erneute Einbruch - wie schon beim 1:2 im Pokal gegen Bremen - nach der Pause gab Trainer Jürgen Klopp zu denken.

"Da haben wir wieder den Glauben an unsere eigene Leistungsstärke und an unser System verloren. Aber so ist das: Wenn sich eine Mannschaft entwickelt, dann man muss auch mit dem einen oder anderen Fehlverhalten leben", so Klopp.

"Kein Champagner-Fußball"

Angesichts der jungen Mannschaft und der zahlreichen Ausfälle bat Torjäger Frei um Verständnis: "Da kann man keinen Champagner-Fußball erwarten."

Unter dem Strich stand jedoch zumindest das siebte Heimremis, mit dem die Dortmunder weiterhin Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen halten.

Doch angesichts der kommenden Aufgaben bei Bayern München, gegen Cottbus und in Schalke hofft Klopp auf die Rückkehr der einen oder anderen genesenen Stammkraft.

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