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Fussball

Werder ist mal wieder dran

Von Florian Bogner
Wiese, Bremen
© Getty

Wenige Tage vor dem Start der Bundesliga stellt SPOX alle 18 Klubs in der großen Vorschau-Serie vor - mit allen Transfers, Hintergründen und der Saison-Prognose. Diesmal: Werder Bremen.

München/Bremen - Thomas Schaaf ist an sich ja eher ein mürrischer Mensch. Nicht wirklich ein Stinkstiefel oder gar gemein, aber insgesamt doch eher der Kategorie "nordisch unterkühlt" zuzuordnen. 

Dementsprechend sachlich fällt zumeist auch die Saison-Prognose des Werder-Trainers aus. "Wenn wir gut spielen und bis zum Schluss um die Meisterschaft mitkämpfen, um dann am Ende vielleicht auf Platz eins zu stehen, soll uns das recht sein", meinte der 47-Jährige gegenüber SPOX.

Besonderen Grund zum Optimismus gibt die Saisonvorbereitung: neun Spiele, acht Siege. Nur bei der letzten Testpartie gegen Trabzonspor präsentierte man sich etwas neben der Spur (1:3). 

Was zudem positiv stimmt: Bis auf Per Mertesacker sind auch alle Stammspieler verletzungsfrei durch die harten Trainingswochen gekommen - lediglich das Olympia-Hickhack um Diego störte das Klima an der Weser. "So ein ruhiges Trainingslager habe ich in all den Jahren noch nie erlebt", sagte Vorstandschef Jürgen Born schon etwas verwundert.

Das ist neu

Fünf Spieler weg, drei neue da (Hier geht's zum Kader!). Klingt im ersten Moment nicht wie ein Großangriff auf die Bayern. Sportdirektor Klaus Allofs erklärt das so: "Wir haben nie für die Galerie gekauft. Wir haben immer so eingekauft, dass es für die Mannschaft und den Klubs sinnvoll ist." Im Klartext: Man schaut sich um, tätigt aber keine Panikkäufe.

Sinnvoll den Kader ergänzen sollen in Sebastian Prödl (21), Said Husejinovic (20) und Niklas Andersen (19) drei Youngster mit viel Luft nach oben. "Sie sollen unser Spiel nach vorne bringen", sagt Schaaf. Einen adäquaten Ersatz für Tim Borowski und Ivan Klasnic sucht man bei den Neuzugängen vergebens.

Neu sind zudem einige innovative Trainingsmethoden, für die Yann-Benjamin Kugel in den Trainerstab integriert wurde. Der Fitness-Trainer operiert mit Computern und High-Tech-Westen an den Spielern, die bessere Auskünfte über den körperlichen Zustand des einzelnen liefern sollen.

Die Taktik

4-5-1 ist nichts für Schaaf. Ein System mit einem Stürmer kommt bei ihm nur in absoluten Notfällen auf die Magnettafel.

"Man kann das nicht ausschließen, aber das ist nicht unsere Grundausrichtung", sagt der Coach. Er schwört vielmehr auf ein klassisches 4-4-2 mit Raute - vor allem wegen Diego.

Der Spieler im Fokus

Tim Wiese. Drei Jahre mit Höhen und Tiefen liegen hinter ihm, zuletzt überwogen allerdings die Höhen. Patzer wie beim UEFA-Cup-Aus gegen Glasgow sind nur noch absolute Ausnahmen. Wiese gehört zu Recht zum erweiterten Blickfeld von Joachim Löw und könnte schon bald zu Länderspielehren kommen.

Was er mit Bremen in der Meisterschaft erreichen will, ist auch klar. "Werder ist jetzt mal wieder dran", sagt der Keeper.

Wiese ins Comunio-Team? Hier geht's zum SPOX-Rating-Tool!

Das Interview

SPOX: Ist die Personalie Lukas Podolski für Sie vom Tisch?

Thomas Schaaf: Wir reden nicht über einzelne Personen, also auch nicht über Lukas.

SPOX: Dennoch suchen Sie noch nach einem Stürmer.

Schaaf: Wir suchen nicht, wir schauen uns um. Ständig. Wir wollen immer gute Leute dazu gewinnen. Und wenn wir der Überzeugung sind, dass wir den Richtigen gefunden haben und es passt alles, dann setzen wir es um.

Hier das ganze Interview mit dem Trainer nachlesen!

Die Prognose

Platz drei ist Pflicht, zwei im Soll, eins die Kür. Diego formulierte das gegenüber SPOX so: "Ich bin jetzt zwei Jahre bei Werder und wir haben zwei gute Spielzeiten abgeliefert. Aber jetzt ist es Zeit, endlich einen Titel einzufahren. Wir wollen den Meistertitel."

Dennoch: Realistisch ist wieder mal nur der zweite oder dritte Platz, zumal Schalke 04 ordentlich aufgerüstet hat, und Werder den Titel "Bayern-Jäger Nummer eins" streitig machen kann.

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