Cookie-Einstellungen
Fussball

Die Crux mit der großen Mannschaft

Von Thomas Gaber
Bayern, Ribery, Toni
© Getty

München - Wie sich die Zeiten ändern. Vor exakt einem Jahr, am 21. April 2007, verabschiedete sich der FC Bayern durch das 0:2 in Stuttgart aus dem Meisterrennen.

Die Vereinsführung um Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß nahm die blamablen 90 Minuten zum Anlass, einen Selbstreinigungsprozess zu unternehmen. Der Kader wurde runderneuert, der beharrlich praktizierte Sparkurs beim Geldausgeben auf dem Spielermarkt ad acta gelegt.

Für 80 Millionen Euro kaufte sich der FC Bayern eine Startruppe zusammen mit dem Ziel, die Bundesliga auf Jahre hinaus zu beherrschen und auf internationalem Terrain mit den Topklubs zumindest auf Augenhöhe zu sein. 

Rechnung geht auf

Die Rechnung geht schon in der Eingewöhnungsphase auf. Die Mannschaft spielt erfolgreichen Fußball und paart Effizienz mit spektakulären Einlagen. Mit dem DFB-Pokal ist der erste Titel eingetütet, der zweite, die deutsche Meisterschaft, gebucht. Und im UEFA-Cup stehen die Bayern im Halbfinale.

Auch Trainer Ottmar Hitzfeld, der erneut seine Fähigkeit im Umgang mit der Anhäufung von Superstars bewies, glaubt "selbstverständlich an zwei weitere Titel".

Hoeneß sieht im Gewinn des Triples eine historische Chance. "Das kommt alle 20, 30 Jahre mal vor", sagte der Manager der Münchner "tz".

Rummenigge contra Hoeneß

Rummenigge sprach bereits nach dem Pokal-Finale von einer "großen Mannschaft". Für Superlative ist es aber noch zu früh. National sind die Bayern der Konkurrenz in dieser Saison klar überlegen. Aber große Mannschaften feiern auch im Europacup regelmäßig Erfolge. Und da hat der FC Bayern großen Nachholbedarf.

Um Rummenigges Einschätzung gerecht zu werden, ist ein Weiterkommen im UEFA-Cup gegen Zenit St. Petersburg (Do., 20.45 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) unabdingbar.  

Hoeneß wollte Rummenigges Meinung nicht teilen. "Eine große Mannschaft kann in dieser Zeit noch nicht gewachsen sein", so der Manager in der "tz". 

Und Vereins-Präsident Franz Beckenbauer mutmaßte, dass sich erst "in der nächsten Saison in der Champions League" zeigen werde, inwieweit der FC Bayern über eine große Mannschaft verfügt.

Beckenbauer fordert Verstärkungen

Um den Prozess schneller in Gang zu bringen, fordert der Kaiser weitere Verstärkungen. "Wir brauchen zumindest Ergänzungsspieler. Wenn man welche findet, sollte man auf jeden Fall zuschlagen. Das geht schon beim Torhüter los", sagte Beckenbauer.

Nach wie vor fahnden die Münchner nach einem geeigneten Back-Up für Michael Rensing. Nach "kicker"-Informationen bevorzugen die Bayern den englischen Markt. Die Kandidaten heißen Mark Schwarzer (35 Jahre, FC Middlesbrough) und Kasey Keller (38, FC Fulham).

Bei Mathieu Flamini stehen Bayerns Chancen gut. Dem Franzosen ist das von seinem derzeitigen Arbeitgeber Arsenal vorgelegte Angebot zur Vertragsverlängerung nicht gut genug. Die Londoner lassen aber nicht mit sich handeln und erwarten bis Ende April Flaminis Entscheidung.

Rummenigge: "Lahm bleibt"

Darüber hinaus will der FC Bayern den vom FC Barcelona heftig umworbenen Philipp Lahm unbedingt halten. Rummenigge lehnte einen Verkauf abermals kategorisch ab. "Mit diesem Thema befassen wir uns nicht", sagte er.

Lahm spielt jedoch weiterhin mit dem Gedanken nach Spanien zu wechseln. "Die Chancen, dass ich beim FC Bayern bleibe, stehen 50:50", so der Nationalspieler.

Bislang begründete Lahm seine Wechselabsichten damit, in einer großen Mannschaft spielen und die Champions League gewinnen zu wollen. Dann sollte er vielleicht in München bleiben. 

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung