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Fussball

Hertha: Positiver Abschluss nach sechs Jahren

SID

Berlin - Sportlich steckt Hertha BSC im grauen Mittelmaß fest - doch wirtschaftlich schreibt der Traditionsklub nach sechs Jahren mit Verlusten wieder schwarze Zahlen. Erstmals nach 2000/01 haben die Berliner eine Saison mit einem finanziellen Plus abgeschlossen.

Hertha erzielte in der Spielzeit 2006/07 im operativen Geschäft einen finanziellen Gewinn von 775.000 Euro nach Steuern und baute zugleich rund sieben Millionen Euro Verbindlichkeiten ab. Das bestätigte der für die Finanzen verantwortliche Geschäftsführer Ingo Schiller bei der Mitgliederversammlung.

Auf bessere Zeiten in der Bundesliga müssen die insgesamt 15.600 Mitglieder, von denen am 26. November nur 661 zu einer Versammlung ohne Brisanz gekommen waren, wohl noch etwas warten. "Wir brauchen Geduld, das ist klar", rief Trainer Lucien Favre den Fans im Berliner ICC zu.

Favre am Anfang seiner Mission

Der Schweizer sieht sich am Anfang seiner Mission, irgendwann einmal um Meisterehren mitzuspielen. "Es ist nicht einfach, es ist eine andere Welt für mich", sagte Favre und vermied dieses Mal das Wort Meisterschaft. "Aber ich bin optimistisch, wir werden die Ziele erreichen." Manager Dieter Hoeneß verwies in seiner Rede darauf, dass die laufende wirtschaftliche Konsolidierung derzeit eben auch sportliche Stagnation nach sich ziehe.

Wirtschaftlich sieht sich Hertha bereits auf dem richtigen Weg. Insgesamt erlöste der Klub in der vergangenen Spielzeit rund 67,8 Millionen Euro, das sind 12,8 Millionen Euro mehr als 2005/06. Die Ausgaben beliefen sich auf 60,7 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten sanken zum 30. Juni 2007 auf rund 46,8 Millionen Euro, nachdem sie ein Jahr zuvor auf den Höchststand von 54,1 Millionen gewachsen waren.

Das positive Ergebnis beruht vor allem auf einer deutlichen Steigerung der Fernsehgelder (rund 7 Millionen Euro mehr als 2005/06) sowie auf Einsparungen von 1,4 Millionen Euro beim Personalaufwand und von 2,6 Millionen Euro beim sogenannten Spielaufwand.

3 Millionen für Neueinkäufe im Winter 

"Wir werden diesen Weg weiterbeschreiten, um zukünftig auch wieder mehr Mittel für die Verstärkung der Mannschaft zur Verfügung stellen zu können", kündigte Schiller an. Für Spieler-Einkäufe zur Winterpause würden knapp drei Millionen Euro zur Verfügung stehen, verriet er.

Die Zeitung "ABC Color", eines der großen Blätter in Paraguay, berichtete am Montag von einem möglichen Wechsel von Stürmer Nestor Ayala (24), genannt "Wanchope" nach Berlin. Ayala ist Nationalspieler Paraguays und derzeit beim argentinischen Erstligisten Tigre beschäftigt. Eine Bestätigung des Kontakts gab es bei der Mitgliederversammlung zunächst nicht.

Noch weit entfernt 

Durch die Ausgabe von Genussscheinen im Wert von vier Millionen Euro und einen Transfer-Überschuss aus Spielerverkäufen in der Sommerpause würde sich laut Schiller der Etat für die laufende Saison auf rund 70 Millionen Euro erhöhen. Für das Personal stehen statt geplanter 23,7 Millionen nun 27,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Dennoch ist Hertha von den finanzstärksten Klubs der Liga noch weit entfernt. So hatte beispielsweise Werder Bremen 2006/07 105,8 Millionen Euro umgesetzt, Bayern München sogar 225,8 Millionen. "Uns mit dem Branchenführer zu vergleichen, wäre vermessen", betonte Schiller. Den Unterschied zu Klubs wie Werder erklärte er vor allem aus den Einnahmen aus der Champions League, "ansonsten liegen wir etwa auf einer Höhe", sagte der Geschäftsführer.

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