Cookie-Einstellungen
Fussball

Doll beklagt sich über Umfeld in Dortmund

SID
Thomas Doll, Borussia Dortmund
© Getty

Dortmund - Trainer Thomas Doll geht wie zuvor Stürmer Mladen Petric mit massiver Kritik am Umfeld von Borussia Dortmund an die Öffentlichkeit.

"Ich teile seine Ansicht, dass es unangenehm ist, in Dortmund für alles kritisiert und an den Pranger gestellt zu werden. Manchmal habe ich das Gefühl, man lebt hier noch in Zeiten, in denen Champions League gespielt wurde und zieht aus diesen Zeiten das Recht auf vernichtende Urteile", sagte der Coach in einem Interview mit den "Ruhr Nachrichten".

Stürmer Petric hatte vor einigen Tagen bereits die negative Grundstimmung in Dortmund beklagt.

"Der Umgang war respektvoller"

Offen beklagte Doll den respektlosen Umgang mit seiner Person. Daher sei es in der Westfalenmetropole schwieriger als in Hamburg. "Ich habe in Hamburg auch auf die Mütze bekommen. Es gab massive Kritik. Aber der Umgang der Öffentlichkeit mit mir war respektvoller", erklärte der 41-Jährige. "Hier ziehe ich mich oft zurück, weil ich glaube, man lächelt dir ins Gesicht, aber wenn du dich umdrehst, sieht es schon wieder anders aus."

Gleichwohl wolle er kein pauschales Urteil fällen. Mannschaft und Clubverantwortliche wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke oder Sportdirektor Michael Zorc nahm er aus von der Kritik, die offenbar in erster Linie auf die Medien abzielt. "Ich habe hier nette Leute kennen gelernt, die ich für integer halte. Aber bei einigen habe ich meine Meinung leider ändern müssen", sagte Doll ohne Namen zu nennen.

"Ich bin der, der entscheidet"

Doll will sich auch künftig nicht von außen in seine Arbeit hereinreden lassen. "Jeder sollte begreifen, das ich der bin, der entscheidet. Ich werde mich niemals für irgendetwas rechtfertigen." Wenn jemand aus dem medialen Umfeld mitentscheiden wolle, "soll er zuerst an der Sporthochschule den Fußballlehrer-Schein machen".

Gleichwohl räumte Doll ein, dass es in dieser Saison bisher nicht so läuft wie man sich das wünschen würde. "Wir haben in einigen Partien einen Fußball gespielt, den man schnell vergessen sollte." Er vermisse die Konstanz und Stabilität. Gute Auftritte wechselten mit schwachen Leistungen ab.

"Hoffe, dass es jetzt erst richtig losgeht" 

Explizit nannte Doll die Heimspiele gegen Bayern München (0:0) und Eintracht Frankfurt (1:1). "Wir belohnen uns in Sturmphasen nicht. Das hat nichts mit Taktik zu tun, sondern basiert darauf, dass wir nicht geil sind, das Tor zu erzielen." Auch im Defensiv-Verhalten fehle die dauerhafte Konzentration, so Doll.

Trotz aller Widerstände verspürt Doll noch große Lust auf seinen Job. "Ich habe hier ja noch gar nicht richtig angefangen. Ich hoffe, dass das jetzt erst richtig losgeht", sagte der Coach. Er habe viel Energie, um "hier beim BVB richtig was auf die Beine zu stellen".

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung