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Fussball

Ruhig Blut am Valznerweiher

Von Andreas Lehner
© Getty

München - Im Moment sammeln die Fans des 1. FC Nürnberg Geld für einen ihrer Helden.

Sie wollen im Stadion eine Max-Morlock-Statue errichten. Lange mussten sich die Club-Fans an Legenden aus der Zeit erinnern als das Fernsehen noch schwarz-weiß war, um in Euphorie über ihr Team sprechen zu können.

Bis im letzten Sommer die neuen Ikonen auftauchten und nach 39 Jahren endlich wieder einen Titel nach Franken holten. Doch seit dem DFB-Pokalsieg hat sich einiges verändert. Die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die das Team in der vergangenen Saison auszeichnete, ist abhanden gekommen.

Keine Überraschung

Club-Manager Martin Bader führt dies im Gespräch mit SPOX.com auf "objektive Gründe" zurück und meint damit vor allem die Verletzungsprobleme und das Formtief von Spielern, die letztes Jahr an ihrer Leistungsgrenze spielten.

Die Folge sind sieben Niederlagen, 21 Gegentore und Tabellenplatz 16. Zum Vergleich: in der gesamten letzten Spielzeit verlor der Club nur achtmal und kassierte nur 32 Gegentreffer.

Für Bader ist dies zwar eine unangenehme, aber keine überraschende Entwicklung: "Wir wussten, dass wenn es mal den ein oder anderen verletzten Schlüsselspieler bzw. Negativerlebnisse geben würde, dass wir Probleme bekommen und auch im Abstiegskampf stecken können. So erging es letztes Jahr auch den Hamburgern oder den Frankfurtern."

Erstaunliche Ruhe im Umfeld

Dennoch sei die momentane Situation nicht mit der vor zwei Jahren vergleichbar, als Hans Meyer Wolfgang Wolf als Trainer ablöste und die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz übernahm. Die Stimmung im Umfeld ist für Nürnberger Verhältnisse erstaunlich ruhig.

Es wird immer betont, dass Meyer der richtige Trainer und ein hervorragender Fachmann sei. Selbst Präsident Michael A. Roth, der sich in seiner Amtszeit den Spitznamen "Trainer-Killer" mühsam erarbeitete, hält sich ebenso zurück wie die Nürnberger Fans.

"Die Fans, das Präsidium, aber auch die Medien haben ein Gespür dafür, was in den letzten Jahren in dieser Konstellation auch mit Hans Meyer gearbeitet wurde. Die Ruhe ist auch da, weil man Vertrauen in die handelnden Personen haben, die vor zwei Jahren schon mal gezeigt haben, dass sie eine solche Situation meistern können", beschreibt Bader diesen Umstand.

Vittek-Ersatz im Winter

Und aus dieser Ruhe ziehen sie am Valznerweiher ihre Kraft. Deshalb werden sie nicht in Hektik und Aktionismus ausbrechen, auch wenn Bader sich die Möglichkeit offen hält, im Winter personell nachzulegen. Besonders im Angriff, wo Robert Vittek mit einer Knieverletzung noch länger ausfallen wird, "geht die Tendenz dahin, dass wir was machen werden."

Aber auch wenn der nationale und internationale Markt nichts hergibt und der Club mit dem bisherigen Kader auskommen muss, ist die Zuversicht groß. "Wir setzen großes Vertrauen in die Mannschaft und den Trainer", bestätigt Bader.

Am Donnerstag kann sich das Team im UEFA-Cup gegen den FC Everton verlorengegangenes Selbstvertrauen holen und mit Zuversicht ins Kellerduell bei Arminia Bielefeld gehen. Überhaupt klingt in Nürnberg zurzeit alles sehr positiv - fast zu positiv wie Meyer meint. Generell habe er in seiner Karriere noch nie so ruhiges Fahrwasser wie hier über zwei Jahre erlebt.

Um auch auf diesem Weg zu bleiben, muss er die Mannschaft aber wieder in schönere Tabellenregionen führen. Für ein Denkmal wird das aber noch nicht reichen.

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