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Fussball

11 Mal 5 = 13

Von Andreas Allmaier
Khedira, Sanogo, Stuttgart, Bremen
© Getty

München - Die 1:4-Pleite bei Werder Bremen dürfte für die sportlichen Verantwortlichen des VfB Stuttgart eine willkommen Abwechslung gewesen sein.

Allzu oft mussten sich Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt in den vergangenen Wochen fragen lassen, wieso man das Spiel denn verloren habe, wo man doch die bessere Mannschaft gewesen sei. Nach der Partie in Berlin war das so, auch nach dem Spiel in Karlsruhe und nach dem CL-Auftritt in Glasgow sowieso.

Solche Fragen blieben diesmal aus. Denn auf die Idee, dass der VfB in Bremen die bessere Mannschaft gewesen sein könnte, kam nun wirklich keiner.

Stuttgarter Abwehr schaut Almeida zu 

Die Schwaben waren in den ersten 45 Minuten vielmehr gar nicht auf dem Platz. Zumindest geistig. Männer in rot-weißen Trikots trabten und rutschen zwar vor und im Strafraum umher, als Werders portugiesischer Stürmer Hugo Almeida seine Mannschaft innerhalb von 44 Sekunden mit 2:0 in Front brachte. Aber das sollte der deutsche Meister sein? Jene Mannschaft, die zum Ende der vergangenen Saison mit einem famosen Schlussspurt acht Spiele in Folge und damit den Titel errang?

Schwer zu glauben. Doch ein kurzer Blick auf den Spielberichtsbogen bestätigt: Doch, doch, die Männer da unten waren tatsächlich Fernando Meira, Pavel Pardo und Serdar Tasci.

Sie spielten bloß nicht so.

Veh sieht Stuttgart in der Krise

Eine Tatsache, die auch Veh zunehmend die Nerven raubt. Schon nach der Partie in Glasgow war der Trainer "richtig sauer". Was er in Bremen sah, befand er "eines Meisters nicht würdig." Und nun? "Es war klar, wer verliert hat eine Krise. Und jetzt sind wir diejenigen", sagt Veh.

Zur Krisenbewältigung werden vor allen Dingen Vehs psychologischen Fähigkeiten von Nöten sein. Seine Mannen scheinen nach dem Überraschungscoup der vergangenen Saison schlicht nicht mehr voll motiviert zu Werke zu gehen, die letzten fünf Prozent scheinen immer zu fehlen (Veh: "Mir hat die Aggressivität gefehlt.")  Die Ursache für das Tief des Meisters lässt sich so gesehen mit einer einfachen Formel zusammenfassen: 11 Mal 5 Prozent ist gleich Platz 13.

Drei Gründe für Optimismus

Selbst wenn der ein oder andere Spieler doch mal 100 Prozent erreicht - so wie in Bremen zum Beispiel Cacau oder der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Alexander Farnerud - gibt es beim VfB zuverlässig Kollegen, die umso weiter darunter liegen. Fernando Meira etwa oder Pavel Pardo. Und so geht die Rechnung dann doch wieder auf.

Drei Dinge immerhin gab es beim Spiel in Bremen, an denen sich der VfB hochziehen kann:

1. Yildiray Bastürk wirkte nach langer Verletzung mit - und hat noch viel Luft nach oben.

2. Die zweite Halbzeit des VfB Stuttgart war richtig gut. Armin Veh stellte hinten auf eine Dreierkette um und seine Mannschaft nutze die dadurch entstehenden Vorteile im Mittelfeld, um sich ein ums andere Mal gute Chancen herauszuspielen.

3. Als nächstes steht wieder ein Heimspiel auf dem Programm, am Mittwoch geht es gegen Bochum. Und im Gottlieb-Daimler-Stadion reichte es selbst in dieser bisher so verkorksten Saison schon zu zwei Siegen und einem Remis.

 

 

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