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Fussball

Der große Unbekannte soll Cottbus retten

Von dpa
prasnikar
© Getty

Cottbus - Ein "großer Unbekannte" soll Bundesliga-Schlusslicht Energie Cottbus aus der Krise führen: Der Slowene Bojan Prasnikar hat einen Vertrag als Cheftrainer bis 2009 unterschrieben.

Er wird schon im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt seinen Platz als "Retter" auf der Trainerbank einnehmen.

Kurioserweise feierte Prasnikar sein Trainer-Debüt gegen eine deutsche Mannschaft vor 13 Jahren ausgerechnet gegen die Eintracht, als sein Team Olimpija Ljubljana im UEFA-Cup ein 1:1 erreichte.

"Größte Herausforderung meiner Laufbahn"

"Die Bundesliga ist für mich die größte Herausforderung meiner Laufbahn", erklärte der 54-Jährige bei der offiziellen Präsention im Stadion der Freundschaft. "Am Sonntag will ich beweisen, dass ich mich schnell in Cottbus eingelebt habe und für den Verein das Bestmögliche herausholen kann", versprach der Coach.

Prasnikar bedeutet im Deutschen so viel wie "Festtag", und beim FC Energie erhofft man sich nun vom neuen Mann möglichst viele Fußball-Feste.

"Wir sind sehr froh, dass wir einen solch ausgewiesenen Fachmann unter Vertrag nehmen konnten", sagte Clubchef Ulrich Lepsch, dessen Gespräche zum Erfolg geführt hatten.

Prasnikar leitet erstes Training

Der Slowene leitete schon als erster ausländischer Coach in der Geschichte des Lausitzer Clubs das Training.

"Er ist ein Trainer, der nachgewiesen hat, dass er auch mit kleinen Vereinen erfolgreich sein kann. Er passt sowohl sportlich als auch menschlich hervorragend zum FC Energie und nach Cottbus", begründete Manager Steffen Heidrich die Verpflichtung des in Deutschland weitgehend unbekannten Coaches.

In Slowenien gilt Bundesliga-Neuling Prasnikar hingegen als Idol - und erfolgreichster Coach des Landes. Drei Mal schon betreute der diplomierte Sportlehrer und Schuldirektor die Nationalmannschaft: Von Juni 1991 bis Dezember 1993 war er der erste Auswahltrainer seines aus dem jugoslawischen Verbund ausgetretenen Staates.

Champions League mit Maribor

Zwischen Januar und Juli 1998 fungierte er wieder als Coach, da er sich aber weigerte seine parallel laufende Tätigkeit in Maribor zu beenden, endete die Aufgabe schon nach einem halben Jahr.

Sein drittes Auswahl-Engagement begann 2002 mit einem 1:0-Auswärtssieg in Italien und endete 2004 auf dem guten zweiten Platz in der EM-Qualifikation hinter Frankreich.

Seine Glanzzeit als Coach erlebte Prasnikar bei NK Maribor. Zwischen 1996 und 2000 führte er den Club zu vier Meisterschaften, nachdem er auch mit Olimpija Ljubljana 1993 und 1994 den Titel erkämpft hatte.

In Slowenien nicht unumstritten

Unter seiner Regie qualifizierte sich Maribor 1999 sogar erstmals in Sloweniens Fußball-Geschichte für die Champions-Legaue-Gruppenphase. Zuletzt arbeitete Prasnikar bei NK Primorje Ajdovscina. Wegen einer Ausstiegsklausel kam er dort aus seinem laufenden Vertrag heraus.

Allerdings ist Prasnikar in Slowenien nicht unumstritten. Kritiker werfen ihm vor, dass er seine Mannschaften zu defensiv einstellt. Spektakuläre Spiele seiner Teams genießen eher Seltenheitswert.

Zudem äußern Neider, dass seine Vereinserfolge vor allem auf der schlechten Qualität der Gegner beruhten. Schließlich sei Prasnikar immer dort tätig gewesen, wo genügend Geld für gute Spieler zur Verfügung stand.

Co-Trainer noch nicht bekannt

In Cottbus erwartet den Erfolgscoach eine ganz schwierige Aufgabe. Energie ist in dieser Saison noch ohne Pflichtspiel-Sieg, der Kader nach den Abgängen von Sergiu Radu, Vlad Munteanu (zum VfL Wolfsburg) und Kevin McKenna (1. FC Köln) nur bedingt erstligatauglich.

Einen Co-Trainer will sich der Slowene erst in den nächsten Tagen suchen. Mit Antonio Ananiew und Franklin Bitencourt werden zwei Energie-Urgesteine neben ihm auf der Trainerbank Platz nehmen.

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