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Fussball

DFB: Paul Wanner, Tom Bischof, Laurin Ulrich - ein Spielmacher-Trio für die WM 2026

Von Johannes Ohr

In einem sind sich alle Experten einig: Der 2005er-Jahrgang beim DFB ist der Beste seit langem. Besonders groß ist die Qualität im zentralen Mittelfeld. Dort spielen mit Paul Wanner, Tom Bischoff und Laurin Ulrich gleich drei Versprechen auf die Zukunft. SPOX und GOAL erklären, warum man alle drei auf dem Zettel haben muss.

Von Mitte Mai bis Ende Juni hat die U17-Nationalmannschaft Großes vor. Nach zwei Jahren Corona-Pause findet in Israel wieder eine EM-Endrunde statt. Deutschland will in Gruppe A mit Luxemburg, Italien und Gastgeber Israel um den Titel mitspielen. "Für die Tage und Wochen des Turniers wird unsere Mannschaft natürlich alles versuchen, um gemeinsam auf das höchste Level zu kommen und bei der EM eine entscheidende Rolle spielen zu können", sagt Nationaltrainer Marc-Patrick Meister. Am Dienstag gab er das 20 Spieler umfassende Aufgebot für das Turnier bekannt - in dem drei Spieler hervorstechen.

Paul Wanner (FC Bayern München) und Tom Bischoff (Hoffenheim) avancierten bei ihren Klubs bereits zu den jeweils jüngsten Bundesligaspielern der Vereinsgeschichte. Wären die Abstiegsnöte beim VfB Stuttgart nicht gar so groß, hätte wohl auch Laurin Ulrich dank seiner Leistungen in der U17 auch schon mal Profiluft schnuppern dürfen. Beim jüngsten Spiel der U17-Nationalmannschaft Ende März gegen Georgien (3:0) besetzten Wanner, Bischof und Ulrich drei von vier Positionen in der Mittelfeld-Raute. Ein Modell für die Zukunft, womöglich auch schon für die WM 2026 oder die EM 2028? Was sind ihre Stärken? Und wie ihre Perspektiven?

Paul Wanner (FC Bayern): Der Feingeist

Im Vergleich der drei Mittelfeldspieler ist Wanner der offensivste. Technisch stark, gilt als feiner Fußballer, der Scouts und Insider durch die Kombination von Größe (1,86 Meter) und Beweglichkeit an Chelsea-Star Kai Havertz erinnert. Auch als Weiterentwicklung von Mesut Özil wurde er schon beschrieben. Wanner ist präzise im Passspiel, kann dribbeln und hat dazu eine gute Übersicht.

Physisch kann und muss er aber noch zulegen. Aufgrund seiner Stärken in der Offensive ist er auf der Position als Spielmacher hinter den Spitzen am besten aufgehoben. "Er verfügt über eine sehr enge und dynamische Ballführung, mit der er Spielsituationen total verändern kann", lobte DFB-Juniorentrainer Meister Ende Januar im Gespräch mit SPOX und GOAL.

Wanner gilt als Kicker, der mit einer außerordentlichen Spielintelligenz gesegnet und deshalb grundsätzlich auch als Achter einsetzbar ist. Die nötige Mentalität für den Profifußball bringt der Linksfuß ebenso mit - auch wenn er in manchen Spielen von Bayerns U19 zwischendurch noch zu oft abtauchte.

Perspektive: Nach seinem Bundesliga-Debüt unterschrieb Wanner am 31. Januar einen "langfristigen Profivertrag" beim FC Bayern - obwohl er von mehreren Klubs aus dem In- und Ausland umworben war. "Er muss geerdet und klar im Kopf bleiben, dann stehen ihm Tür und Tor offen", lobte Trainer Julian Nagelsmann. Der Mittelfeldspieler trainiert seitdem zwar regelmäßig bei den Profis mit, dennoch reichte es nur zu drei weiteren Kurzeinsätzen.

Schon am Wochenende gegen den VfB Stuttgart soll aber ein weiterer dazukommen. Langfristig soll Wanner (seit der U14 im Verein) das erste richtige Eigengewächs seit Thomas Müller und David Alaba werden, das sich bei den Profis festspielt.

Tom Bischof (TSG Hoffenheim): Der Allrounder

Ebenfalls ein Zehner, der aufgrund seines Gesamtpakets in Zukunft wahrscheinlich eine Position nach hinten auf die Acht rücken wird. Bischof gilt als sehr schlauer Spieler, der mit seinen 16 Jahren schon recht erwachsen auftritt. Der Aschaffenburger spielt klare Bälle, hat eine gute Passschärfe in seinen Abspielen und ein Auge und Gefühl für freie Räume. Den letzten oder vorletzten Pass beherrscht er ebenso wie den eigenen Abschluss.

In der U19 Hoffenheims war er in 16 Partien an 15 Treffern direkt beteiligt und auch für die U17 des DFB steuerte er sechs Tore und vier Assists in zwölf Einsätzen bei. Bischof trainiert nach Informationen von SPOX und GOAL neben dem Mannschaftstraining zweimal pro Woche mit einem Stürmercoach, um seine Schusstechnik weiter zu verbessern. Ähnlich wie Wanner muss aber auch er noch an seiner Physis arbeiten.

Perspektive: Bischof und Hoffenheim - das passt. Der Rechtsfuß spielt seit 2011 bei der TSG und will nach seinem Bundesligadebüt jetzt so richtig durchstarten. "Es ist eine schöne Spielerei, dass ich der jüngste TSG-Spieler bin. Aber viel wichtiger ist es, was danach kommt", wird Bischof auf der Website der TSG zitiert. "Ich will mich in der Bundesliga etablieren und noch viele Spiele für Hoffenheim absolvieren." Auch deshalb sagte er Julian Nagelsmann in den letzten zwölf Monaten gleich zweimal ab - zuerst bei RB Leipzig und vergangenen Sommer beim FC Bayern. Bischofs Vertrag in Hoffenheim läuft noch bis 2025.

Laurin Ulrich (VfB Stuttgart): Der Geheimtipp

Wanner, Bischoff - Ulrich?! Nicht allen Fans mag der Name des Mittelfeldspielers sofort ein Begriff sein. Während die beiden erstgenannten schon auf Bundesligaerfahrung zurückblicken können, ist Urlich aktuell noch in der U17 beim VfB Stuttgart aktiv. Die Betonung liegt auf noch - denn der 17-Jährige ist gerade voll dabei, so richtig auf sich aufmerksam zu machen.

Im Halbfinal-Rückspiel der B-Jugend-Endrunde schoss Ulrich seine Mannschaft als Kapitän mit einem Doppelpack ins Finale. Und auch in der Nationalmannschaft geht der Rechtsfuß mit der Binde am Arm voran. Ulrich ist ein Achter, der im Dreiervergleich körperlich am weitesten von allen ist. Er ist schnell, extrem schussgewaltig und hat ein gutes Durchsetzungsvermögen. Geht es um Ballgewinne in der Defensive, kann er aber noch zulegen.

Perspektive: Spricht man mit Scouts und Insidern, bekommt man von allen die gleiche Antwort: Ulrichs Bundesligadebüt sei nur eine Frage der Zeit. Spannend: Sein Vertrag in Stuttgart läuft im Sommer 2023 aus. Der VfB ist um eine Verlängerung bemüht, will ihn ab dem Trainingsauftakt am 13. Juni bei den Profis von Trainer Pellegrino Matarazzo mittrainieren lassen. Ob der VfB dann noch Estligist sein wird, scheint aktuell eher fraglich. Mehrere Bundesliga-Klubs haben den Nachwuchsspieler bereits auf dem Zettel.

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