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Fussball

"Man darf Dortmund mögen"

Von SPOX
Schalkes Nachwuchskicker im Queen Elisabeth II. Congress Centre
© filmatography.com

Beim 1. Internationalen Fußball-Kinderforum im Rahmen des Gazprom-Sozialprojekts "Football for Friendship" in London drehte sich alles um die positiven Kräfte des Sports. Nachwuchskicker aus ganz Europa, darunter die U 13 des FC Schalke 04, erarbeiteten gemeinsam die Prinzipien und Ziele des Projekts. Franz Beckenbauer und das Champions-League-Finale in Wembley hautnah zu erleben, war für die möglichen Stars von morgen ein unvergessliches Erlebnis.

"Das ist das größte Event, bei dem ich je gewesen bin. Ich bin sehr aufgeregt, aber es ist schon geil hier." Diese Worte hätten auch von Ilkay Gündogan, Kevin Großkreutz oder einem anderen der Dortmunder Champions-League-Endspiel-Novizen stammen können, doch sie stammten aus dem Mund von Yannick.

Yannick ist nur etwa drei Käse hoch und der Schmächtigste im Tross von Schalke 04, doch im Rahmen des 1. Internationalen Fußball-Forums für Kinder in London gehörte er mit Hunderten anderer Nachwuchskicker zu den Hauptdarstellern.

Der russische Energieriese Gazprom hatte die Jugend Europas in die englische Hauptstadt eingeladen, um sein Sozialprojekt "Football for Friendship" als fröhlichen Farbtupfer zu inszenieren und für Publicity zu sorgen.

"Kindern zu zeigen, dass Sport Grenzen überwinden kann, und zentrale Werte wie Toleranz und Respekt zu vermitteln, ist enorm wichtig", sagte Franz Beckenbauer in seiner Rolle als weltweiter Botschafter und Schirmherr der Veranstaltung. "Die Idee des Programms ist brillant."

"Gazprom ist kein Monster"

Termin und Ort waren wohl gewählt, parallel zum Höhepunkt der europäischen Fußball-Saison, dem Finale in der Königsklasse zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund in Wembley. Kein Wunder, schließlich ist Gazprom offizieller Sponsor der UEFA Champions League.

Die Kinder und jugendlichen Nachwuchsfußballer standen im Mittelpunkt. Nichtsdestotrotz machte Wjatscheslaw Krupenkow, der Deutschland-Chef des Konzerns, keinen Hehl aus unternehmensstrategischen Überlegungen: "Sponsorship besteht nicht darin, Geld auszugeben, sondern auch Werte zu schaffen. Wir wollen der Welt zeigen, dass Gazprom kein Monster ist, das nur dem Geld hinterherjagt, sondern ein Unternehmen, dass seine soziale Verantwortung erkannt hat und lebt."

In der Ameisenkolonie

Über 500 Kinder aus Russland, Großbritannien, Serbien, Ungarn, Griechenland, Bulgarien, Slowenien und eben Deutschland waren der Einladung nach London gefolgt.

Das Hilton nahe dem Flughafen Gatwick im Südosten der Metropole verwandelte sich für fast 72 Stunden in einen Tummelplatz der Stars von morgen und Vergleiche mit der zwar chaotisch anmutenden, aber bestens organisierten Betriebsamkeit einer Ameisenkolonie waren durchaus zulässig.

Neben Schalke 04 hatten auch andere namhafte Klubs ihre Delegationen entsandt. Horden von Steppkes in Chelsea- Trainingskluft, den Outfits von Panathinaikos Athen, Roter Stern Belgrad oder Zenit St. Petersburg trieben ihr Unwesen.

"Ein einmaliges Erlebnis"

"Es ist ein ganz tolles Event für unsere Jungs, ein einmaliges Erlebnis, mit so vielen Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern zusammen zu sein", sagt Mathias Schober im Gespräch mit SPOX. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter, UEFA-Cup-Sieger von 1997 und DFB-Pokal-Sieger von 2011, ist auf Schalke als sportlicher Leiter für die Jugendmannschaften von der U 9 bis zur U 15 verantwortlich.

"Wir sind mit einer bulgarischen Mannschaft ins Kongresscenter gefahren", erzählt Schober weiter. "Da hat man schon ein paar Kontakte geknüpft, sich ausgetauscht, wie alt man ist und solche Sachen. Und genau das ist ja auch Sinn der Sache bei 'Football for Friendship'."

Acht tragende Säulen

Kern der dreitägigen Veranstaltung war das 1. Internationale Kinderforum, eine durchaus pompöse Gala, die am Finaltag der Champions League im stattlichen Queen Elisabeth II. Congress Centre im Herzen Londons stattfand.

Hier drehte sich alles um Beckenbauer und die feierliche Verabschiedung der Prinzipien des Projekts. Die Idee ruht auf acht Säulen: Tradition, Frieden, Freundschaft, Erfolg, Gleichheit, Gesundheit, Fairness und Hingabe.

Jedem der acht Teilnehmerländer kam dabei die Aufgabe zu, einen der Leitbegriffe zu vertreten und dem internationalen Publikum zu präsentieren. Hier war Yannick gefragt, dessen Eltern aus Ghana stammen, und der ausgesucht wurde, sein Team zu vertreten, "weil ich so gut Englisch kann".

Offener Brief an Blatter und Co.

Zusammengefasst wurden die "Football for Friendship"-Maximen in einem offenen Brief an die größten sportlichen Führer der Welt, Jacques Rogge (IOC), Joseph Blatter (FIFA) und Michel Platini (UEFA).

Den Brief unterzeichneten sowohl die jugendlichen Teamrepräsentanten als auch Beckenbauer, Krupenkow und der renommierte britische Journalist Matt Barlow von der "Daily Mail".

Auf nach Wembley

Das Highlight für alle Youngster - abgesehen davon, Franz Beckenbauer und die Cheerleader von Crystal Palace aus nächster Nähe erleben zu dürfen - war freilich der Besuch des Wembley-Stadions.

Mit fast 90.000 Zuschauern das bedeutendste Spiel des europäischen Vereinsfußballs zu verfolgen, war für alle Teilnehmer eine einzigartige Erfahrung.

"Es ist nicht verboten, Dortmund zu mögen", meinte Yannick auf die durchaus nahe liegende Frage, wie man denn als Schalker, und sei man auch noch so jung, die Anstrengungen des großen Revier-Rivalen miterlebe. Bitter enttäuscht war man über den Ausgang aber im königsblauen Lager wohl nicht.

Ein Grundstein wurde gelegt

Wie es gelingen kann, Werte wie Fairness, Tradition oder Hingabe auch auf absolutem Spitzenniveau im Leistungssport Fußball zu leben, davon konnten sich die Nachwuchsfußballer in Wembley aus erster Hand überzeugen.

An den Initiatoren von "Football for Friendship" liegt es, die Voraussetzungen für die Jüngsten zu schaffen, den Sport, der weltweit wie kein anderer geliebt und gelebt wird, ausüben zu können. Ein Grundstein wurde in London gelegt.

Mehr zum Projekt: www.gazprom-football.com.

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