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Fussball

DFB verdächtigt Zweitliga-Schiedsrichter

Von SPOX
Cetin Sevinc als Schiedsrichter beim Regionalligaspiel zwischen Goslar und Chemnitz
© Imago

Steht der deutsche Fußball knapp vier Jahre nach dem Schock um Robert Hoyzer vor einem zweiten großen Wettskandal? Der DFB ermittelt gegen den Zweitliga-Linienrichter Cetin Sevinc.

Der 27-Jährige sei in den letzten Tagen ins Raster des DFB gefallen. Nun werde der Verband zusammen mit der Staatsanwaltschaft Bochum die Ermittlungen intensivieren.

"Es liegen neue Beweismittel vor"

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger in der "Bild": "Dieser bedauerliche Verdacht ist dem DFB seit einigen Tagen bekannt, und wir haben alle unsere diesbezüglich ermittelten Erkenntnisse bereits der Staatanwaltschaft in Bochum übermittelt. Es liegen neue Beweismittel vor, die den Tatverdacht gegen den Schiedsrichter leider sehr stark erhöhen."

Sevinc war Schiedsrichterassistent der Zweitliga-Partie RW Oberhausen gegen 1860 München (0:1), bei dem bereits vor der Partie Wettalarm ausgelöst wurde. Zudem nannte ein Informant Sevinc als einen Beteiligten an der möglichen Manipulation.

Außerdem liegt wohl eine eidesstaatliche Versicherung eines Zeugen vor. Ihm gegenüber soll Sevinc geprahlt haben, über einen Mittelsmann bei Live-Wetten auf eigene Spiele zu setzen und Entscheidungen auf dem Platz wie Nachspielzeit, Einwürfe, Gelbe und Rote Karten zu beeinflussen.

DFL-Präsident Reinhard Rauball erklärte, dass die Federführung in diesem Fall beim DFB-Kontrollausschuss und der Staatsanwaltschaft Bochum liege. "Wir werden dort unsere Eindrücke hinterlegen, nachdem die Liga alle in Verdacht stehenden Partien noch einmal eingehend analysiert hat."

Sevinc wehrt sich

DFB-Boss Zwanziger weiter: "Für den Schiedsrichter gilt die Unschuldsvermutung. Sollte sich der Verdacht der Spielmanipulation jedoch bestätigen, kann dies das Ende seiner Laufbahn als Unparteiischer bedeuten. Und ich hoffe, dass er dann auch strafrechtlich angemessen bestraft wird."

Bis zur Klärung wird der DFB vermutlich auf den Einsatz von Sevinc verzichten. Gegenüber der "Bild" streitet Sevinc allerdings alles rigoros ab. "Alles völliger Unsinn! Ich habe mir nichts vorzuwerfen, habe nichts zu verbergen."

Zu seiner durchwachsenen Leistung beim Zweitligaspiel zwischen Fürth gegen Düsseldorf (2:1), als er ein Abseitstor übersah, sagte Sevinc: "Wenn Sie danach gehen, müssen Sie alle Schiedsrichter unter Verdacht stellen. Es kommt immer mal zu krassen Fehlentscheidungen."

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