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Fussball

DFB sammelt Punkte mit WM-Präsentation

SID

Zürich - Mit einer stimmungsvollen und bewegenden Präsentation seiner Bewerbung um die Frauen-Weltmeisterschaft 2011 hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fleißig Punkte gesammelt.

Trotz einer technischen Panne zu Beginn führte ARD-Moderatorin Monica Lierhaus in Zürich charmant durch die 15-minütige Veranstaltung, in der Deutschland im Rennen mit dem einzigen Mitbewerber Kanada die 21 stimmberechtigten Mitglieder des Exekutivkomitees des Weltverbandes FIFA überzeugt haben dürfte.

"Ich habe nach der tollen Präsentation hoffnungsvolle Gefühle. Wir haben alles getan. Jetzt liegt die Verantwortung in den Händen der FIFA", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger zuversichtlich. Die Entscheidung über die Vergabe wird FIFA-Präsident Joseph Blatter um kurz nach 15 Uhr bekannt geben.

von der Leyen und Beckenbauer begeistert 

Geradezu euphorisch war Familienministerin Ursula von der Leyen. "Die Präsentation war großartig. Sie war begeisternd, kraftvoll und hoch professionell", schwärmte von der Leyen als Vertreterin der Bundesregierung. "Es wurden alle Fakten geschickt kombiniert mit den Erinnerungen an die WM 2006 und den Visionen für die Zukunft." Auch die Mikrofonpanne am Anfang änderte nichts am sympathischen Auftritt der Deutschen. "Das macht gar nichts. Das zeigt, dass die Deutschen nicht perfekt sein müssen", sagte Franz Beckenbauer.

Vor allem die filmischen Porträts über die dreimalige Weltmeisterin Birgit Prinz und Nationalspielerin Fatmire Bajramaj sowie Bilder von der WM 2006 und dem Gewinn der Frauen-WM vor rund vier Wochen in China weckten große Emotionen. "Ich denke, es ist sehr gut gelaufen. Ich hatte eine Gänsehaut bei den Bildern", sagte die 30 Jahre alte Prinz zuversichtlich.

Auch die aus dem Kosovo stammende Bajramaj, die in einem Videofilm mit Stöckelschuhen und Kleid einen Ball balancierte, war sehr zufrieden. Begleitet von bewegenden Bildern erzählte die 19-Jährige ihre Geschichte von der Flucht als Vierjährige nach Deutschland bis zur Fußball-Weltmeisterin 2007. "Ich war ziemlich nervös und hatte feuchte Hände", gestand Lira Bajramaj anschließend. "Eine WM im eigenen Land wäre ein Traum. Wenn wir sie nicht bekommen, wäre das ein Schlag ins Gesicht."

Merkel möchte "weiteres Fußballfest"

Der Schluss der Präsentation gehörte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die per Videobotschaft ein Jahr nach dem Sommermärchen mit der Männer-WM 2006 in Deutschland die Welt "zu einem weiteren Fußballfest" einlud. "Wir würden gerne wieder Gastgeber sein. Schenken sie uns ihr Vertrauen. Wir werden sie nicht enttäuschen", appellierte Merkel an die Zuhörer im FIFA-Auditorium.

Dagegen darf Franz Beckenbauer nun doch als Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA über die WM-Vergabe. Zunächst hatte es geheißen, dass Beckenbauer gemäß des Ethikcodes der FIFA als deutscher Vertreter nicht mitstimmen dürfe. Da der Ethikcode aber erst nach dem Auswahlverfahren der WM-Kandidaten in Kraft getreten war, ist Beckenbauer stimmberechtigt, teilte die FIFA mit. Dies gilt auch für den Brasilianer Ricardo Terra Teixeira, dessen Heimatland sich für die Männer-WM 2014 bewirbt. Brasilien ist einziger Kandidat.

Dem Exekutivkomitee, der sogenannten Weltregierung des Fußballs, gehören 24 Mitglieder an. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Allerdings fehlen in Zürich drei Mitglieder wegen Krankheit oder aus privaten Gründen. Somit werden 21 Mitglieder an die Urne treten.

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