Formel 1

Schumi + Senna = Verstappen

Max Verstappen kassierte für seine Fahrweise in Belgien fast von allen Seiten Kritik

SPOX-Redakteur Alexander Maack bewertet nach jedem Grand Prix die fahrerischen Leistungen der Formel-1-Piloten und stellt sein persönliches Driver-Ranking auf. Teil 13 der Saison 2016: Der Große Preis von Belgien in Spa-Francorchamps. Mit dabei: Max Verstappen am Limit des Reglements, Fernando Alonso und Lewis Hamilton als grundverschiedene Glückspilze und Jenson Button als Qualifying-Punkter.

Platz 1, Fernando Alonso: Strafversetzung um 60 Plätze nach Motorenschäden vor und im Qualifying. Letzter Startplatz. McLaren-Honda machte seinem Pannenruf der Vorsaison in Spa-Francorchamps alle Ehre. Dass die britisch-japanische Allianz beträchtliche Fortschritte gemacht hat, durfte Fernando Alonso dafür am Sonntag beweisen.

Als das Rennen nach dem Crash von Kevin Magnussen mit der Roten Flagge unterbrochen werden musste, lag Alonso plötzlich auf Rang 4. Dafür hatte er wenig getan, außer sich an Lewis Hamilton vorbeizudrücken. Trotzdem beeindruckte der Spanier: Alonso fuhr mit dem Messer zwischen den Zähnen einen siebten Platz heraus.

Hamilton, Sergio Perez, Sebastian Vettel mögen einen Weg vorbei gefunden haben, doch Kimi Räikkönen und beide Williams blieben hinter Alonso. Dabei war der McLaren-Honda das deutlich langsamere Auto.

Platz 2, Nico Hülkenberg: Der Deutsche musste sich beim Start hinter seinem Teamkollegen aufstellen. Schuld hatte er daran keine. Ein Zylinder setzte im entscheidenden Qualifying-Segment teilweise aus. Das kostete über zwei Zehntel. Hülkenberg ließ sich davon einmal mehr nicht unterkriegen. Er schnupfte seinen Teamkollegen mit der besseren Linie beim Start, er setzte sich hinter Nico Rosberg fest, er fuhr auf Kurs Podium, bis die Rote Flagge ihn zurückwarf.

Es war eine nahezu perfekte Leistung, die Hülkenberg in Spa-Francorchamps auf den Asphalt brachte. Zusätzliche Sporen verdiente er sich durch das entschiedene Abwehrmanöver gegen Alonso. Der Spanier wollte ihn bei der Ausfahrt aus der Box überholen. Hülkenberg war auf der Fast Lane und hielt sie auch, er beschleunigte schneller und blieb vorn. Andernfalls hätte er hinter dem McLaren-Honda wertvolle Zeit verloren.

Platz 3, Nico Rosberg: Der WM-Zweite hatte sich mehr erhofft. Sein eigenes Wochenende verlief komplett nach Plan, er holte nach einem hektischen Umbau des Silberpfeil-Setups die Pole, er kontrollierte das Rennen nach dem Startcrash seiner Verfolger.

Und doch machte Rosberg weniger Punkte auf Hamilton gut, als eigentlich gedacht. Neun Punkte liegt er in der Fahrer-WM hinter dem Weltmeister, der nun den Vorteil hat, genug Power-Unit-Teile in der Hinterhand zu haben. Fehler leistete sich Rosberg in Spa nicht. Er wurde aber auch nicht großartig gefordert.

Platz 4, Daniel Ricciardo: Platz 2 ins Ziel gebracht. Der nächste Shoey, dieses Mal musste auch Mark Webber die Champagner-Suppe aus dem heißgeschwitzten Rennschuh seines Landsmanns probieren. Australische Bräuche sind gewöhnungsbedürftig, angebracht war die Zeremonie aber. Ricciardos Rennen war fehlerlos. Er nutzte die Gunst der Stunde, als Vettel gleichzeitig Räikkönen und Verstappen aus dem Kampf ums Podium kegelte.

Einen gehörigen Punktabzug muss Ricciardo trotz Platz 2 für seine Qualifying-Leistung bekommen. Drei Zehntel Rückstand auf Verstappen waren zu viel. Seinen ersten Run hatte der Australier komplett verpatzt.

Platz 5, Kimi Räikkönen: Die ärmste Sau des Wochenendes war eindeutig der Iceman. In der ersten Kurve nach gutem Start ohne Chance zwischen Vettel und Verstappen eingeklemmt, anschließend von Verstappen mit Vehemenz in die Schranken gewiesen. Und das ausgerechnet auf seiner Paradestrecke.

Räikkönen ließ Vettel im Qualifying nicht nur hinter sich, er hätte beinahe auch Rosberg die Pole weggeschnappt. Die Strecke hatte zwei Kurven zu viel. Dass er am Sonntag mehr Probleme mit dem Überholen hatte als Vettel, ist kein Grund für einen Abzug. Das könnte am Unfall in der ersten Kurve und dem Feuer beim Boxenstopp gelegen haben.

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