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Formel 1

Schumi + Senna = Verstappen

Max Verstappen kassierte für seine Fahrweise in Belgien fast von allen Seiten Kritik

Platz 6, Max Verstappen: Nach der Aufregung um die Fahrweise des niederländischen Jahrhunderttalents in Budapest folgte schon drei Rennen später der nächste Eklat. Wieder war es Kimi Räikkönen, der sich angegriffen fühlte. Und dieses Mal muss die Frage erlaubt sein: Warum eigentlich? Beim Start machte Verstappen alles richtig: Die Ferrari kamen besser weg, er wählte die Innenbahn, wo Räikkönen eine ganze Wagenbreite Platz ließ. Nur weil Sebastian Vettel von außen radikal reinzog und damit Kimi Räikkönen zur Mitte schob, krachte es.

Das Verteidigen gegen Räikkönen? Vollkommen im Rahmen des Reglements. Bei der Berührung in Les Combes fuhr Verstappen auf der Innenbahn und ließ sich nach außen treiben - ein Manöver, wie es Lewis Hamilton in den letzten Jahren mehrfach ohne Ermittlung der Stewards gegen den eigenen Teamkollegen vollführte. Das vermeintliche Zucken auf der Kemmel-Geraden? Verstappen fährt von links nach rechts um dort auf der Innenbahn den nächsten Angriff abzublocken. Nur zur Erinnerung: Laut Reglement ist ein Spurwechsel vor der Kurve erlaubt.

Verstappens Fahrweise ist radikal, kompromisslos und aggressiv. Er riskiert einen eigenen Ausfall, er lässt sich von den Etablierten nicht einschüchtern. "Das erinnert mich an Lewis, an Ayrton Senna", sagte Mercedes' Motorsportdirektor Toto Wolff. Jacques Villeneuve verglich Verstappens "dreckige und gefährliche" Fahrweise mit der Respektlosigkeit von Michael Schumacher. Übrigens: Jungspund Schumi wurde von Altmeister Senna seinerzeit immer wieder genau dafür zurechtgestutzt - und setzte seinen Weg unbeeindruckt fort.

Ja, Verstappen bewegt sich am absoluten Limit des Reglements. Ja, der Spurwechsel war gefährlich. Ja, irgendwann wird es knallen. Aber ich bin sicher: Schon jetzt denken einige Piloten dreimal nach, ob sie wirklich einen Angriff auf den Teenie starten sollen, wenn sie hinter ihm fahren. Verstappen hat sich in kürzester Zeit einen Ruf als knallharter Racer erarbeitet. Der Junge ist 18 Jahre alt. Er lernt noch. Das sollte jeder im Hinterkopf haben, der "Mad Max" am liebsten in die Psychiatrie schicken würde.

Platz 7, Sergio Perez: Entschieden setzte sich Perez gegen Massa in Les Combes durch, wobei der den Brasilianer beinahe neben die Strecke drückte. Doch was bei Verstappen, Hamilton und Co. okay ist, darf auch der Mexikaner machen. Dass er anfangs auf Platz 8 zurückfiel, war nicht sein Fehler. Er musste dem gedrehten Vettel ausweichen. An Hülkenbergs Leistung kam die von Perez insgesamt nicht ganz heran.

Platz 8, Lewis Hamilton: Der Mann des Rennens war Hamilton nicht aufgrund seiner Leistung, sondern weil er es durch Glück schaffte, aus einem verlorenen Wochenende einen Triumph zu machen. Drei Motorenwechsel, Start aus der letzten Reihe, trotzdem als Dritter im Ziel. Mercedes hatte errechnet, dass es der Weltmeister gerade so in die Top 10 schaffen würde. Mit seinem Sieg hätte Rosberg die WM-Führung übernommen.

Hamilton aber begrenzte den Schaden, verlor nur zehn Punkte Vorsprung. Eine Aufholjagd brauchte er dafür nicht, ihm genügten ganze vier Überholmanöver, weil er wie Alonso ohne Reifenwechsel in die Rennunterbrechung kam. Der gesparte Stopp spülte ihn auf Rang 5 vor. Anschließend musste er die Vorteile des Silberpfeils ausspielen und tat das solide.

Platz 9, Valtteri Bottas: Fehlzündungen im Qualifying verhinderten einen Angriff auf Force India. Bottas musste sich mit Startplatz 8 zufriedengeben. Williams verpasste am Sonntag den optimalen Zeitpunkt für den Stop unter Safety-Car-Bedingungen, trotzdem holte das Team Bottas noch rein, bevor die Rote Flagge geschwenkt wurde. Das vermieste Bottas' Geburtstagsrennen. Immerhin: Weil er besser auf seine Reifen aufpasste durfte er gegen Rennende noch an Teamkollege Felipe Massa vorbei.

Platz 10, Jenson Button: Das Rennen des McLaren-Honda-Piloten war schon in der ersten Runde beendet. Pascal Wehrlein krachte ihm unaufmerksam ins Heck. Trotzdem bekommt Button einen Punkt. Sein Qualifying war herausragend. Der neunte Startplatz war trotz der Fortschritte der japanischen Motorenbauer keinesfalls selbstverständlich.

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