Eichhörnchen mit Zaubertrank

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Platz 5, Sergio Perez: Vormals bekannt als schnellste Maus von Mexiko, überzeugte Perez in Bahrain endlich wieder. Okay, im Qualifying unterlag er Teamkollege Nico Hülkenberg aber im Rennen hängte er den Emmericher meilenweit ab.

Im Gegensatz zum Deutschen schaffte es Perez, seine Reifen trotz geringem Abtrieb so zu schonen, dass er mit zwei Stopps auskam. Hülkenberg rutschte so stark herum, dass er fünf Plätze verlor. Perez hatte offenbar das bessere Setup gewählt und arbeitete sich ohne Probleme durchs Feld. Die Überholmanöver waren konsequent, mehr als Platz acht war nicht drin.

Platz 6, Nico Rosberg: Es war eine Fahrt auf der Rasierklinge, die der Vizeweltmeister am Sonntag hinter sich bringen musste. Erst machten die Bremsen nur Probleme, dann verabschiedete sich das Brake-by-Wire-System zwei Runden vor Schluss komplett. Dass Rosberg Platz drei noch ins Ziel rettete, ist ihm deshalb hoch anzurechnen. Wie er die Ferrari gleich viermal auf der Bremse überholte, noch mehr.

Doch den Sprung unter die Top 5 des Driver-Rankings hat Rosberg aus meiner Sicht wieder nicht verdient. Seine Taktik, die Reifen in Q2 fürs Rennen zu schonen, wäre klug gewesen, wenn er sich nicht selbst aus dem Rhythmus gebracht hätte. Doch so verspielte er Startplatz zwei und fiel als Konsequenz hinter Räikkönen zurück. Eine halbe Sekunde Rückstand auf einer Runde auf den eigenen Teamkollegen ist zu viel. Die aggressive Vorstellung im Rennen kann das nicht kompensieren.

Platz 7, Daniel Ricciardo: Die gute Nachricht zuerst: Schon bald wird Ricciardo mit wilden Aufholjagden auf sich aufmerksam machen. Sein Motor explodierte in Sakhir 200 Meter vor dem Ziel, es war schon der dritte. Beim Europa-GP gibt's Nummer vier, bei jedem weiteren folgen Strafversetzungen.

Immerhin: Geistesgegenwärtig zog der Australier beim Bahrain-GP die Kupplung und rollte so noch als Sechster ins Ziel. Es war der Lohn für ein gutes Wochenende, bei dem er nur bei seiner zweiten Runde in Q3 einen Fehler einbaute. Felipe Massa hätte er sonst abfangen können.

Platz 8, Felipe Massa: Der 33-Jährige räumte selbst ein, dass er den Williams im Qualifying etwas zu hart ran genommen hatte und wurde von einem Sensorproblem am Sonntag komplett aus dem Rennen genommen.

Das ändert aber nichts an seiner ordentlich Leistung: Massa schaffte es trotz des Starts aus der Boxengasse und einem durch den Crash mit Pastor Maldonado beschädigten Auto gerade noch auf Platz zehn und damit in die Punkte.

Platz 9, Romain Grosjean: Der Franzose fuhr ein ebenso unauffälliges Rennen wie Ricciardo. Schon in der ersten Runde machte Grosjean dank Massas Start aus der Box drei Plätze gut. Danach brachte er Platz sieben trotz Problemen mit den Hinterreifen ins Ziel.

Weiter aufgewertet wird die Leistung, wenn man die Probleme bedenkt: Grosjean verpasste das 1. Training durch den Einsatz von Testfahrer Jolyon Palmer, erst zum Qualfying fand Lotuseine Beschädigung des Unterbodens, reparierte das Problem und machte das Auto damit fahrbar.

Platz 10, Daniil Kvyat: Der Russe nimmt gerade noch einen Punkt mir. Platz 17 im Qualifying und das erste Ausscheiden in Q1 seiner Karriere resultierte aus Problemen mit dem Energiespeicher. Schon vorher hatte er das 3. Training nach einem Dreher im Kies beendet.

Was für ihn spricht: Am Sonntag war Kvyat auf dem Level, das Red Bull von ihm erwartet. Er fuhr bis auf Platz 9 vor. Noch hat der 20-Jährige nicht ein problemloses Wochenende nach seinem Abschied von Toro Rosso bekommen. Zeit wäre es.

Härtefall, Sebastian Vettel: So schön das Qualfying mit dem zweiten Platz auch war, im Rennen sammelte Vettel fast nur Minuspunkte. Stehende Räder beim Bremsen, schlechte Verteidigung gegen Rosberg und schließlich der Ausritt in der Zielkurve, bei dem er den Frontflügel zerstörte und deshalb zum dritten Stopp an die Box musste. Die Niederlage gegen Bottas hätte nicht sein dürfen.

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