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Formel 1

Formel 1 - Erkenntnisse zum Katar-GP: "Schadensbegrenzung" reicht Verstappen nicht mehr

Von Christian Guinin
Max Verstappen wurde beim Großen Preis von Katar Zweiter.

Während es für Max Verstappen nach dem Großen Preis von Katar im WM-Kampf langsam eng wird, belohnt sich ein Ex-Weltmeister für eine überragende Leistung. Reifenhersteller Pirelli muss außerdem die vielen Reifenschäden auf dem Losail International Circuit verantworten und daraus endlich Konsequenzen ziehen. Die Erkenntnisse zum Katar-GP.

1. "Schadensbegrenzung" reicht Verstappen nicht mehr

Wenn man bei Max Verstappen den größten Unterschied zwischen dem vergangenen Jahr und der aktuellen Saison benennen müsste, würde man wohl - abgesehen vom deutlich besseren RB-Boliden - auf die neu gewonnene Souveränität und Fehlerlosigkeit des Niederländers verweisen. Aus den teils widrigsten und aussichtslosesten Situationen schafft es Verstappen stets, das absolute Maximum zu ziehen.

Auch in Katar gelang ihm das mit Bravour. Nach Russland und Brasilien betrieb Verstappen auf dem Losail International Circuit zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit Schadensbegrenzung. "Unsere Startposition war nicht die beste, wir haben allerdings einen starken Start hingelegt. Am Ende auf dem zweiten Platz zu landen mit der schnellsten Rennrunde ist ein gutes Resultat", analysierte der RB-Pilot nach dem Rennen und erhielt Zustimmung von Motorsportchef Helmut Marko: "Wir haben optimale Schadensbegrenzung betrieben. Wir sind im Rennen auf sicher gegangen."

Nur, reicht das überhaupt noch? Spätestens seit Lewis Hamiltons Motorenwechsel am vergangenen Wochenende in Sao Paulo scheint der Brite im WM-Kampf das Oberwasser zu haben. Sein W12 glänzt mit Höchstgeschwindigkeiten, mit denen Red Bull nicht im Ansatz mitgehen kann und auch auf der vermeintlichen Aero-Strecke Katar waren die Pace des Briten das unerreichte Maß der Dinge. Immer wenn Verstappen versuchte, das Tempo anzuziehen und auf den Mercedes aufzuschließen, konterte Hamilton problemlos mit schnellen Runden seinerseits. Der Sieg war dadurch nie in Gefahr.

Fakt ist: Gewinnt Hamilton die verbleibenden beiden Rennen und betreibt Verstappen als jeweils Zweitplatzierter nur "Schadensbegrenzung", ist die WM für den Niederländer gelaufen. In mindestens einem Rennen muss der RB-Pilot somit vor Hamilton landen, will er sich den Titel holen. Theoretisch könnte sich Verstappen also schon in zwei Wochen in Saudi-Arabien zum ersten Mal die Krone aufsetzen, danach sieht es aktuell jedoch nicht aus.

Verstappen: "Hatten einfach nicht die Pace"

Einen Lichtblick gab es für Verstappen und Red Bull dennoch: Ganz so unterlegen, wie es die 25 Sekunden Rückstand suggerieren, waren die Österreicher in Katar nicht. "Durch den letzten Boxenstopp war der Abstand natürlich größer, als er zuvor das ganze Rennen war. Generell waren es sieben oder acht Sekunden, das ist nicht allzu schlecht", meinte Verstappen.

Auch Teamchef Christian Horner sprach seinem Team Mut zu und betonte, dass Verstappen auch vor seinem Boxenstopp schon die schnellste Runde hielt. Zudem sei Mercedes nur in einer Kurve schneller gewesen: Kurve sechs. "Da haben sie zwei Zehntel pro Runde geholt, und die Kurve ist ziemlich einfach. Also müssen wir verstehen, warum wir dort Zeit verloren haben", so Horner. Der Speed auf den Geraden war im Gegensatz zu Brasilien, wo die Silberpfeile Red Bull um knapp 40 km/h überlegen waren, "konkurrenzfähig."

Verstappen geht derweil mit dem Wissen nach Hause, dass er nach der Strafe das wohl bestmögliche Ergebnis geholt hat - mal wieder. "Wir hatten an diesem Wochenende einfach nicht die Pace, um mitzuhalten", sagte der Niederländer. Ist das noch zwei Mal der Fall, war es das mit dem WM-Titel.

Formel 1: So wird Verstappen in Saudi-Arabien Weltmeister

Max Verstappen wird beim Großen Preis von Saudi-Arabien in Dschidda am 5. Dezember Formel-1-Weltmeister, wenn...

  • ... er gewinnt und die schnellste Rennrunde holt sowie Lewis Hamilton maximal Sechster wird.
  • ... er ohne schnellste Rennrunde gewinnt und Lewis Hamilton maximal Siebter wird.
  • ... er Zweiter wird und Lewis Hamilton ohne Punkte bleibt.
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