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Formel 1

Formel 1 - Erkenntnisse zum Türkei-GP: Die Nummer-2-Fahrer erfüllen ihre Rollen mit Bravour

Von Christian Guinin
Auf Sergio Perez (l.) und Valtteri Bottas (r.) könnte es im WM-Schlussspurt ankommen.

F1-Erkenntnis: Vettel trifft schon wieder falsche Entscheidung

Schon bei den Erkenntnissen zum Russland-GP vor zwei Wochen kritisierten wir die strategische Entscheidung von Sebastian Vettel und Aston Martin. Damals entschied man sich bei den Briten trotz einsetzendem Regen gegen den Wechsel auf Intermediates, Vettel und sein Teamkollege Lance Stroll fielen aus den Top 10 und verpassten wichtige Punkte.

In der Türkei lag man taktisch ähnlich falsch, nur setzte man dieses Mal fälschlicherweise auf Trockenreifen auf viel zu nasser Strecke. Knapp hinter den Punkterängen liegend entschied sich Vettel in Runde 36 für einen Wechsel von den abgenutzten Intermediates auf Medium-Slicks. Ein Risiko, das sich nicht auszahlen sollte.

Zurück auf der Strecke wurde schnell klar, dass sich der Deutsche verkalkuliert hatte. In den Kurven vier und sieben rutschte er von der Strecke und entschied sich, nach einem Zeitverlust von knapp einer Minute, schließlich nach nur einer Runde auf Slicks, auf den Wechsel zurück auf den Intermediate-Pneu. Bei der Einfahrt zur Boxengasse wäre Vettel fast noch einmal gecrasht, eine schnelle Reaktion verhinderte aber das Einschlagen in die Mauer.

Später nahm der Heppenheimer die Schuld auf sich, das strategische Vorgehen sei seine Entscheidung gewesen. "Dann war es nur noch ein reines Überleben und unser Rennen war gelaufen. Also Fehler meinerseits", kommentierte Vettel sein Rennen. "Ich wollte es probieren. Von den Intermediates war nichts mehr übrig." Weil sie an den Schlüsselstellen kein Profil mehr hatten, dachte Vettel, Slicks würden genauso gut oder womöglich besser funktionieren - ein Trugschluss.

Vettel: Punkte wären drin gewesen

Er bekam die Reifen nicht auf Temperatur und wurde zum Passagier: "Ich konnte nicht bremsen und hatte keinerlei Grip, sodass ich viel Zeit verlor. Ich konnte sie einfach nicht zum Arbeiten bringen. Es war schlimmer, als ich es erwartet hatte, auch wenn die Strecke hier und da noch feucht war", gestand der Deutsche. Ein gutes Ergebnis war somit nicht mehr möglich, Vettel wurde 18. Nur die beiden außer Konkurrenz fahrenden Haas-Piloten landeten hinter dem Heppenheimer.

Das ist umso bitterer, schenkt man Vettels Worte nach Rennende Glauben. Der 34-Jährige ist sich nämlich sicher, ohne den Fauxpas eine gute Chance auf WM-Zähler gehabt zu haben. "Mit dem Boxenstopp für Slicks natürlich nicht", so Vettel. "Im letzten Stint waren wir recht stark, aber lagen so weit zurück, dass das schon keine Rolle mehr gespielt hat. Der erste Stint war das Problem. Ich konnte das Tempo einfach nicht halten und hatte anfangs große Probleme mit den Reifen, während es im letzten Stint viel besser lief."

Der Rückstand von Aston Martin auf Alpine und AlphaTauri wird derweil immer größer. 43 bzw. 31 Zähler hinkt man hinter der direkten Konkurrenz hinterher und die jüngsten Auftritte des britischen Traditionsrennstalls machen wenig Hoffnung auf eine Wende. Einziger Lichtblick: Das aufstrebende Williams-Team fuhr ein noch schlechteres Ergebnis nach Hause und schaffte in Istanbul mit keinem der beiden Fahrer den Sprung in die Punkte. Nach hinten scheint vorerst also alles abgesichert. Das kann aber nicht der Anspruch von Vettel und Aston Martin sein.

Formel 1: Die WM-Wertung nach 16 von 22 Rennen

  • Fahrerwertung:
PlatzFahrerTeamPunkte
1Max VerstappenRed Bull262,5*
2Lewis HamiltonMercedes256,5*
3Valtteri BottasMercedes177
4Lando NorrisMcLaren145
5Sergio PerezRed Bull132
6Charles LeclercFerrari119
7Carlos SainzFerrari116,5*
8Daniel RicciardoMcLaren95
9Pierre GaslyAlphaTauri74
10Fernando AlonsoAlpine58
  • Konstrukteurswertung:
PlatzTeamPunkte
1Mercedes433,5*
2Red Bull394,5*
3McLaren240
4Ferrari235,5*
5Alpine104
6AlphaTauri92
7Aston Martin61
8Williams23
9Alfa Romeo7
10Haas0

*Beim 12. WM-Lauf in Belgien wurden aufgrund der nicht vollständig absolvierten Renndistanz nur halbe Punkte vergeben.

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