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Formel 1

Formel 1 - Erkenntnisse zum Spanien-GP: Mercedes sticht Red Bull erneut in Sachen Taktik aus - Vettels Updates verpuffen im Verkehr von Barcelona

Von Christian Guinin
Sebastian Vettel konnte die Updates von Aston Martin nicht in Punkte verwandeln.

Während Red Bull beim Großen Preis von Spanien durch einen Strategie-Fehler den Sieg von Max Verstappen an Lewis Hamilton abgibt, holt Mick Schumacher trotz fehlender Pace das Maximum aus seinem Haas. Sebastian Vettels Updates an seinem Aston Martin verpuffen derweil im Verkehr von Barcelona. Die Erkenntnisse zum Spanien-GP.

1. Mercedes sticht Red Bull erneut in Sachen Taktik aus

Über 80 Prozent der Renndistanz beim Großen Preis von Spanien lag Max Verstappen in Führung. Dennoch mussten sich Red Bull und der Niederländer am Ende mit dem zweiten Platz zufriedengeben, ausgerechnet hinter Titelrivale Lewis Hamilton. Das lag keineswegs an individuellen Fehlern von Verstappen oder der fehlenden Pace seines Boliden im Renntempo, vielmehr gab sein Rennstall den Sieg am Kommandostand aus der Hand - wieder einmal.

Doch was war passiert? Nach dem Start und seinem Überholmanöver nach der ersten Kurve führte Verstappen das Rennen zunächst souverän an. Hamilton folgte ihm im Schlepptau, jedoch mit einem konstanten Abstand von etwa 1,5 Sekunden, also stets außerhalb des DRS-Fensters.

In Runde 24 saugte sich Hamilton dann plötzlich in die DRS-Sekunde, als Schumacher-Teamkollege Nikita Mazepin im Haas zum Überrunden anstand. Weil weiter hinten einige Autos nach ihrem Boxenstopp mit frischen Reifen überragende Sektor-Zeiten präsentierten, reagierte Red Bull in dieser Situation kurzfristig und holte Verstappen an die Box, wohl in der Hoffnung, einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Dort gab es jedoch offenbar Abspracheschwierigkeiten zwischen Red Bull und Verstappen, links hinten war der entsprechende Mechaniker mit dem Rad nämlich noch nicht bereit. Letztlich dauerte der Stopp 4,2 Sekunden, für Hamilton öffnete sich so ein unverhofftes Fenster zum Overcut gegen den Red-Bull-Piloten. Wäre Hamilton eine Runde später als Verstappen zum Stopp gekommen, hätte es wohl auch zur Führung gereicht, der Mercedes-Crew war jedoch die Gefahr, hinter Sergio Perez im zweiten Red Bull zurückzufallen, zu groß, weshalb man sich erst vier Runden später für den Reifenwechsel entschied.

Red Bull reagiert nicht auf Mercedes-Strategie

In Runde 28 kam Hamilton dann, Verstappen hatte den Vorsprung mit Hilfe der frischen Reifen dort jedoch schon auf über fünf Sekunden angehäuft. Hamilton ließ sich davon aber nicht beirren. Wenige Umläufe genügten dem Briten, um den alten Rückstand wiederherzustellen, in Runde 35 hatte Hamilton den Abstand dann erstmals wieder auf unter eine Sekunde verringert. Ein Weg am Niederländer vorbei führte jedoch nicht. Einerseits weil der Cicuit de Catalunya nicht unbedingt zum Überholen einlädt, andererseits weil Hamilton seine Reifen bei der Aufholjagd offenbar zu hart rangenommen hatte.

In Runde 42 reagierte Mercedes schließlich und schwenkte auf Plan B um. Just in dem Moment, als Verstappen am Funk monierte, dass es "verrückt" sei, wie viel Grip Hamilton habe, holte das Mercedes-Team seinen Piloten ein zweites Mal an die Box und versuchte seinerseits einen Undercut. Bis hierhin konnte man der Red-Bull-Crew nicht viel vorwerfen, schließlich dominierte der eigene Schützling zu jenem Zeitpunkt das Rennen. Wieso man bei den Österreichern jedoch nicht auf Mercedes' Plan reagierte, ist unverständlich.

Anstatt Verstappen also umgehend zum Reifenwechsel reinzuholen und Hamiltons Undercut zu covern, glaubte man bei Red Bull an eine erfolgreiche Einstopp-Strategie - offenbar aus Angst hinter Hamilton-Teamkollege Bottas zurückzufallen und aufgehalten zu werden. Ein folgenschwerer Fehler. Schließlich hätte man aufgrund der deutlich frischeren Reifen und damit besseren Traktion, Bottas locker im Renntempo überholen können, selbst wenn man nach dem Boxenstopp hinter ihm rausgekommen wäre. Hamilton hätte sich dann wohl, wie schon die 42 Runden zuvor, die Zähne an Verstappen ausgebissen.

Allein in seiner ersten Outlap holte Hamilton 1,1 Sekunden auf, in der zweiten dann 1,2 Sekunden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Verstappen nach einem Stopp hinter Hamilton landen würde. "Ich sehe nicht, wie wir mit diesen Reifen bis zum Ende durchfahren sollen", klagte der Niederländer schließlich am Funk. Innerhalb von 17 Runden pulverisierte Hamilton den Rückstand auf Verstappen und hatte sechs Runden vor Rennende schließlich keine Probleme, am Niederländer vorbeizugehen. Verstappen kam dann doch noch mal an die Box und holte sich mit neuen, weichen Reifen den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde, den Frust über den verlorenen Sieg dürfte dies aber kaum kompensieren.

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