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Formel 1

Formel 1 - Erkenntnisse zum Monaco-GP: Vettel zeigt in Monte Carlo den "alten Sebastian" - Schumacher erleidet erste Niederlage

Von Christian Guinin
Während Max Verstappen (r.) den Sieg feierte, musste sich Lewis Hamilton (l.) mit Platz sieben zufriedengeben.

Während Mercedes beim Großen Preis von Monaco ein Wochenende zum Vergessen erlebt, feiert Sebastian Vettel mit Aston Martin die ersten WM-Punkte und die Rückkehr des "alten Sebastians". Mick Schumacher muss sich derweil zum ersten Mal seinem Teamkollegen geschlagen geben - wenn auch nicht ganz unfreiwillig. Die Erkenntnisse zum Monaco-GP.

Mercedes erlebt ein Wochenende zum Vergessen

Das Mercedes-Team erlebte beim Großen Preis von Monaco ein Wochenende zum Vergessen. Der bislang so dominante Vorjahres-Weltmeister musste sich in Monte Carlo mit lediglich sieben WM-Punkten zufriedengeben, in beiden Gesamtwertungen (Fahrer und Konstrukteur) verlor man die Führung an Max Verstappen bzw. dessen Rennstall Red Bull.

"Als Allererstes würde ich gerne mal losweinen", analysierte Teamchef Toto Wolff das Abschneiden der Silberpfeile: "Aber das wäre nicht produktiv. Das ganze Wochenende war zum Vergessen, aber genau das dürfen wir nicht: vergessen." Denn während sich bei Konkurrent Red Bull Verstappen den Sieg schnappte und Sergio Perez eine starke Aufholjagd mit Platz vier krönte, steht bei Mercedes ein siebter Platz von Lewis Hamilton und ein bitterer Ausfall von Valtteri Bottas zu Buche. Zu wenig für ein Spitzenteam.

"Wir haben als Team das ganze Wochenende über unterperformt. Von Anfang an", haderte Hamilton nach dem Rennen. Vor allem die strategische Entscheidung des Teams, gegen den vor ihm liegenden Pierre Gasly im AlphaTauri in Runde 29 einen Undercut zu versuchen, stieß Hamilton sauer auf. "Das hat uns drei Plätze gekostet. Ich habe gar keine Reaktion darauf."

Denn nicht nur an Gasly musste der Brite seine Position abgeben, auch Sebastian Vettel (Aston Martin) zog vorbei. Dieser blieb länger auf der Strecke und schlüpfte via Overcut nach dem Boxenstopp vorbei. Hinter Vettel und Gasly konnte Hamilton anschließend auch gegen Perez nichts ausrichten. "Wir werden zusammenarbeiten und versuchen, gestärkt daraus hervorzugehen", wollte er das Rennen schnell abhaken. "Wir werden unseren Fokus auf das nächste Rennen legen."

Klemmende Mutter beendet Bottas' Rennen

Während sich Hamilton aber immerhin über WM-Punkte freuen durfte, erlebte Teamkollege Bottas einen rabenschwarzen Tag. An Position zwei liegend musste der Finne nach 30 Runden sein Rennen aufgeben. Der Grund: Die Mechaniker konnten beim einzig planmäßigen Boxenstopp des Mercedes-Piloten das rechte Vorderrad aufgrund einer klemmenden Radmutter nicht wechseln.

"Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, was da passiert ist", sagte ein frustrierter Bottas nach Rennende: "Keine Ahnung, ob es menschliches Versagen war oder ein technisches Problem." Laut Teamchef Wolff war es eine Kombination aus beidem. Denn Bottas habe sein Fahrzeug etwas zu früh auf dem Standplatz vor der Mercedes-Box abgestellt, sei also "ein bisschen kurz" gewesen, wie man das in der Formel 1 formuliert. Und das habe den Mechaniker am Schlagschrauber beeinträchtigt.

"Dadurch musst du eine komische Bewegung machen. Dann setzt er [der Schlagschrauber Anm.d.Red.] an und dreht das Gewinde ab. Wir haben überhaupt kein Gewinde mehr. Das ist zirka so, wie wenn ich einen Schraubenzieher in die Hand nehme und versuche, das abzudrehen. Dann geht es auch nicht mehr auf", so Wolff gegenüber Sky. Auch Stunden später sei das Rad noch nicht abmontiert worden. "Ich habe noch nie ein Auto gesehen, dem du das Rad nicht abmontieren konntest. Auch jetzt ist es noch nicht unten. Wir brauchen irgendeinen Metallschneider."

Umso bitterer, schließlich glaubt Bottas ein Wörtchen um den Sieg hätte mitreden zu können. Ohne das Boxenpech, so sagt er, "hätten wir meiner Meinung nach um den Sieg kämpfen können". So oder so wäre ein Podestplatz auf jeden Fall drin gewesen. So verlässt Mercedes Monaco mit zwei frustrierten Piloten und einer Schlappe im Titelkampf.

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