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Formel 1

Formel 1 - Neustart in Grün: Sebastian Vettel hat mit Aston Martin viel vor

SID
Sebastian Vettel hat neun Tage vor den Formel-1-Testfahrten und dreieinhalb Wochen vor dem Saisonstart voller Tatendrang seinen neuen Rennwagen der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach sechs Jahren in Ferrari-Rot fühlt sich Sebastian Vettel in vornehmem Dunkelgrün bereits pudelwohl. Der Hesse will mit der Bond-Marke Aston Martin wieder ganz nach oben.

Ein Bond-Girl führte durch die Präsentation von Sebastian Vettels neuem Dienstwagen, James Bond höchstselbst alias Daniel Craig hinterließ ein Grußwort und Football-Superstar Tom Brady erteilte den Befehl, "ein paar Hintern zu versohlen". Man kann nicht sagen, dass die Erwartungen an Vettel durch den Wechsel von Ferrari zu Aston Martin spürbar geschrumpft sind.

Mit einigem Brimborium präsentierte die britische Edelmarke am Mittwoch in einer Online-Show den AMR21. Vornehmes British Racing Green lässt die Herzen der Motorsport-Traditionalisten höher schlagen, im zweiten Anlauf - nach durchwachsenen fünf Rennen in den Jahren 1959 und 1960 - will Aston Martin mit Macht und Strategie an die Spitze der Formel 1. Im Cockpit sitzt bei dieser verwegenen Mission ein viermaliger Weltmeister, der es nach einigen Erniedrigungen noch einmal allen zeigen will. Es gab schon schlechtere Geschichten.

Und Vettel nimmt die Herausforderung bereitwillig an. "Ich wäre nicht hier, hätte ich keinen Hunger auf Erfolg", sagte der Heppenheimer. Die Favoritenrolle zumindest für die am 28. März in Bahrain beginnende Saison liege aber "klar bei Mercedes, das ist keine Überraschung nach so vielen Jahren voller Siege." Als ersten Herausforderer nannte Vettel sein Ex-Team Red Bull. Dahinter aber werde es eng zugehen, "und da erwarte ich, dass wir nah dran sind und ein Wort mitreden können".

Mittelfristig soll es noch besser aussehen. Sein neues Team ist im Wachstum, die Einführung der Budgetobergrenze von 145 Millionen Dollar "kommt uns entgegen", glaubt Vettel. "Es wird aber nicht einfach, an die Spitze zu kommen, das passiert nicht von heute auf morgen."

Vettel: "Ich habe noch einige Jahre in mir"

Rasend schnell muss es auch nicht gehen, denn der Hesse hat zunächst einen Vertrag über drei Jahre unterzeichnet. Solange wird Aston Martin laut Teamchef Otmar Szafnauer mindestens benötigen, um "ein echter WM-Kandidat zu sein". Vettel bringt die nötige Geduld mit: "Ich habe noch einige Jahre in mir. Wie viele, das hängt davon ab, wie sich die Dinge in nächster Zeit entwickeln."

Seine Bosse sind euphorisch. "Unsere Ambitionen sind grenzenlos", erklärte Team-Mitbesitzer Lawrence Stroll, der in Silverstone gerade eine hochmoderne Fabrik bauen lässt. Technikchef Andy Green verspricht sich durch Vettel den entscheiden Schritt nach vorne: "Sebastian ist unglaublich entspannt und hat sich sehr schnell im Team integriert. Wir werden das Beste aus ihm rausholen. Er ist auf der Höhe seines Schaffens, er ist voll da."

Vettel freut sich auf Zusammenarbeit mit Stroll

Bei dem Team, das im Vorjahr noch unter dem Namen Racing Point seinen ersten Sieg gefeiert hatte, ist der 33-Jährige mit seiner Erfahrung von 14 Formel-1-Jahren als Anführer gesetzt. Dass sein Stallkollege Lance Stroll (22) der Sohn des Team-Mitbesitzers ist, ficht Vettel nicht an: "Ich bin glücklich, meine Erfahrungen zu teilen. Lance hat oft gezeigt, dass er schnell ist. Vieles, was über ihn gesagt wird, ist nicht fair. Ich bin gespannt auf unseren Vergleich."

Auch Vettel fühlte sich zuletzt nicht immer gerecht behandelt. "Mehr als 50 Siege und die Leute sagen, du bist nur Durchschnitt. So läuft das", resümierte er sein Jahr 2020, als er von Ferrari fallengelassen wurde. Unter britischer Flagge kann es nur besser werden.

 

 

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