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Formel 1

Formel-1-Legende Gerhard Berger: Sebastian Vettel mit Aston Martin "kein ernsthafter Titelanwärter"

Von SPOX
Berger sieht den Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin als "die einzige Chance, die ihm geblieben ist.

Formel-1-Legende Gerhard Berger (61) sieht den Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin als "die einzige Chance, die ihm geblieben ist". Dass das neue Team des vierfachen Weltmeisters allerdings mit dem Deutschen kurzfristig um den WM-Titel kämpfen kann, glaubt der Österreicher nicht.

"Man kann nicht erwarten, dass Aston Martin in den nächsten Jahren ein ernsthafter Titelanwärter wird. Aber ich glaube, dass man ohne weiteres Rennen gewinnen kann. Schauen wir uns Monza an: Wenn ein Lance Stroll aufs Podium fährt, dann hätte Sebastian als viermaliger Weltmeister natürlich noch mehr aus dem Auto geholt", erklärte Berger im Interview mit Focus Online.

Dass Vettel zukünftig für Aston Martin an den Start geht, ist für Berger nur eine Notlösung: "Ein vierfacher Weltmeister mit dem Image von Sebastian Vettel muss normalerweise bei Mercedes, Ferrari oder Red Bull fahren." Nachdem dies nicht möglich war, "war eigentlich fast nur zu empfehlen: Mach was anderes." Das Gesamtpaket sei jedoch "schon gut genug für Sebastian. Wenn er das Bedürfnis hat, weiterzufahren, ist es die richtige Lösung. Aston Martin ist eine der tollsten Sportwagenmarken, die es gibt."

Vettels derzeitiger Arbeitgeber Ferrari befindet sich derweil in einer der größten Krisen seiner ruhmreichen Geschichte. Berger sieht die Gründe hierfür vor allem in der Besetzung der wichtigsten Positionen. "Ein Wunsch von Ferrari ist es immer, Weltmeister mit einem italienischen Team zu werden, aber auf den Schlüsselpositionen ist es völlig egal, welche Nationalitäten die Entscheidungsträger haben."

Dies sei in den 90er- und 00er-Jahren noch anders gewesen: "Ross Brawn - Engländer. Rory Byrne, bester Ingenieur - Südafrikaner. Michael Schumacher, bester Fahrer - Deutscher. Jean Todt, bester Teammanager - Franzose. Ferrari holte die Topleute von überall her." Nun sei Teamchef Mattia Binotto für alles verantwortlich: "Politik, Fahrer-Management, Technik, er muss alles machen. Bei Mercedes und Red Bull gibt es drei, vier Leute. Das ist momentan eine Schwäche bei Ferrari."

Berger: Ferrari braucht "eine Handvoll neuer guter Leute"

Um wieder zu den Spitzenteams aufzuschließen, brauche es "eine Handvoll neuer guter Leute. Diese zu bekommen, aus ihren Verträgen zu holen, zu installieren - das dauert in der Regel drei Jahre", sagte Berger, der selbst von 1987 bis 1989 und von 1993 bis 1995 für die Scuderia fuhr und in dieser Zeit zweimal WM-Dritter wurde.

Als Kandidaten für ein Cockpit in der Formel 1 sieht der Österreicher Mick Schumacher, der am Samstag die Führung in der Gesamtwertung der Formel 2 übernommen hat: "Ich würde ihn nehmen. Mick hat abgeliefert und weiß durch seine Familie, was die Hürden sind, die man im Rennsport nehmen muss, um ganz nach vorne zu kommen. Eine Chance hat er sich verdient."

Schumacher habe mit Stationen in der Formel 4, 3 und 2 den richtigen Weg eingeschlagen, denn es sei "wichtig, dass die jungen Burschen in einer Rennklasse bleiben, bis sie wirklich meisterreif sind. Ein Ziel ist, Tagesiege einzufahren. Das andere und viel schwierige Ziel ist, Meisterschaften für sich zu entscheiden. Jetzt könnte er durchaus im nächsten Jahr den Schritt in die Formel 1 wagen".

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