Formel 1

Formel 1: Vettel gibt in Mexiko den Ton an - Hamiltons WM-Krönung wackelt

SID
Sebastian Vettel kann in diesem Jahr nicht mehr Weltmeister werden.

Ferrari hat in der Höhe von Mexiko die meiste Power, Lewis Hamilton muss für seine vorzeitige WM-Krönung zulegen: Sebastian Vettel hat im freien Training zum Großen Preis von Mexiko die Bestzeit gesetzt.

Der viermalige Weltmeister aus Heppenheim war am Freitag in 1:16,607 Minuten auf einer Runde der Schnellste - und machte deutlich, dass im Qualifying am Samstag (20.00 Uhr MESZ) zum sechsten Mal in Folge kaum ein Weg an Ferrari vorbeiführen dürfte.

Vettel folgen konnten am ehesten noch der niederländische Vorjahressieger Max Verstappen im Red Bull (+0,115 Sekunden) und sein Teamkollege Charles Leclerc (Monaco/+0,465).

Bleibt dieses Kräfteverhältnis bis zum Rennen am Sonntag (20.10 Uhr MESZ) bestehen, dürfte es Weltmeister Hamilton äußerst schwer haben, vorzeitig seinen sechsten Titel perfekt zu machen. Der Mercedes-Star aus England belegte im Tagesklassement nur den fünften Rang (+0,720) noch hinter seinem finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,614). Der Emmericher Nico Hülkenberg kam im Renault nicht über Platz zehn (+1,654) hinaus.

Der 34-jährige Hamilton liegt vor dem viertletzten Rennen 64 WM-Punkte vor seinem einzig verbliebenen Meisterschaftskontrahenten Bottas. Um sich im dritten Jahr in Folge in Mexiko die Krone aufzusetzen, muss Hamilton 14 Zähler mehr holen als der Finne.

Lewis Hamilton: "Egal, wo ich es schaffe"

"Es ist egal, wo ich es schaffe. Hauptsache, ich schaffe es", erklärte Hamilton: "Es sind noch eine Menge Punkte zu vergeben, ich muss in den nächsten vier Rennen meine Leistung bringen."

Mexiko verlangt von den Teams bei der Abstimmung der Boliden den größten Kompromiss des Jahres. Die dünne Luft auf mehr als 2200 m Höhe in Mexiko-Stadt sorgt für geringen Abtrieb trotz maximal angestellter Flügel, der Turbo muss mehr Arbeit als üblich verrichten, was die ohnehin komplizierte Kühlung zusätzlich erschwert. Alle Systeme arbeiten am Limit.

Die Schwierigkeiten waren nicht zu übersehen: Alle Fahrer rutschten auf der Suche nach Anpressdruck teilweise wild über die Strecke. Die meisten Piloten konnten ihre Boliden noch abfangen - nicht so der Kanadier Lance Stroll (Racing Point) und Red-Bull-Fahrer Alexander Albon (Thailand), die mit ihren heftigen Abflügen für Trainingsunterbrechungen sorgten.

Serien-Teamweltmeister Mercedes wies angesichts der negativen Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre bereits im Vorfeld die Favoritenrolle weit von sich, Hamilton sprach von "unserem schwierigsten Rennen des Jahres", Motorsportchef Toto Wolff von "Schadensbegrenzung".

Tatsächlich deutete am Freitag nicht allzu viel darauf hin, dass Mercedes schon in Mexiko seinen 100. Grand-Prix-Sieg als Werksteam in nicht einmal zwölf kompletten Saisons (1954-1955, seit 2010) feiern kann.

Ferrari war noch am ehesten dazu bereit, im Autodromo Hermanos Rodriguez Siegambitionen zu formulieren. "Wir wollen die restlichen vier Rennen gewinnen", hatte Vettel erklärt. Und der Hesse untermauerte seine Ansage am Freitag mit Taten.

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