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Formel 1

Pirelli droht mit Rückzug aus der Formel 1

Von Alexander Maack
Mit den Pirelli-Pneus gibt es diese Saison so einige Probleme ob der Haltbarkeit
© getty

Weil der Vertrag für die Formel-1-Saison 2014 trotz gravierender Regeländerungen noch immer nicht unterschrieben ist, wird Reifenhersteller Pirelli ungeduldig. Die Italiener wollen sich aus der F1 zurückziehen, wenn nicht bald eine Einigung erfolgt.

"Anscheinend sollen wir den Teams am 1. September alles über die Reifen der nächsten Saison erzählen, was sie wissen müssen", erklärte Motorsportdirektor Paul Hembery: "Wir haben aber schon Mitte Mai." Aktuell keimen beim 46-jährigen Engländer daher Zweifel auf, ob Pirelli den Termin zur Vorstellung der neuen Pneus überhaupt einhalten kann.

"Sie können sich vorstellen, wie lächerlich das ist, wenn noch keine Verträge vorhanden sind", sagte Hembery über die aktuelle Situation. Wegen der fehlenden Sicherheit kann Pirelli die Entwicklung der neuen Slicks nicht vorantreiben. "Vielleicht sind wir ja 2014 gar nicht mehr hier", zeigt sich Pirellis Motorsportdirektor unzufrieden.

Im kommenden Jahr greifen in der Formel 1 gravierende Regeländerungen, die Stars um Weltmeister Sebastian Vettel fahren dann mit V6-Turbo-Motoren statt den aktuellen V8-Aggregaten. Die aufwendige Zwangsbeatmung der Antriebseinheiten war 1989 verboten worden.

Mercedes: "Rennfahren wird eine neue Qualität erhalten"

Zwar sollen die Turbo-Motoren mit den Energierückgewinnungssystemen ERS nicht weniger Leistung bieten als die aktuellen V8, allerdings werden die Autos die Reifen anders beanspruchen. "Das Rennfahren wird eine neue Qualität erhalten", berichtete Mercedes-Motorenchef Andy Cowell bei der Präsentation des neuen Motors im Januar.

Der Einfluss des Fahrers werde stärker werden, weil gleichzeitig Benzinverbrauch und Reifen durch schonendes Fahren gespart werden müssen. "Die Motoren werden auch mehr Drehmoment generieren, vor allem am Kurvenausgang", so Cowell. Dadurch werden die Reifen stärker beansprucht, weil sie leichter durchdrehen.

Durch das größere Drehmoment würden die in der Kritik stehenden Pirelli-Slicks der Saison 2013 jedoch noch schneller verschleißen als es aktuell bereits der Fall ist. "Die Dinge werden extrem ernst, weil es grundlegende Änderungen sind", erklärte Hembery.

Hembery: "Dramatische Änderungen"

"Es geht nicht darum, einfach eine härtere Mischung auf die diesjährigen Slicks zu packen", so der Engländer, der schon vor Wochen vor Rennabbrüchen durch verschleißende Pneus warnte. "Die Änderungen sind so dramatisch, dass wir eine vollständige Überarbeitung der Reifen vornehmen müssen. Das braucht Zeit."

Nach dem PR-Debakel wegen der nach Red Bulls Meinung untauglichen 2013er Mischungen will Pirelli ein neuerliches Fiasko unbedingt verhindern. "Je länger es dauert, desto unmöglicher wird unser Job", sagte Hembery nun: "Es kommt ein Punkt, an dem wir nicht mehr genug Zeit haben werden, um unsere Arbeit zu machen."

Dabei schien eine Verlängerung des Kontrakts fast sicher. Pirelli soll sich mit den meisten Formel-1-Teams und den Vermarktern um Bernie Ecclestone bereits über eine Fortführung des seit 2011 bestehenden Engagements in der Formel 1 einig sein. Allein die Entscheidung des Automobilweltverbands FIA steht noch aus.

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