Cookie-Einstellungen
Formel 1

Böse Ferrari-Spionage bei Red Bull

Von Alexander Mey
Wenn da Fernando Alonso gerade mal nicht ganz dreist bei Sebastian Vettels Red Bull spioniert
© Getty

Wie nach jedem Rennen befassen sich auch die Top 8 aus Barcelona wieder mit den kleinen und kuriosen Geschichten rund um das Rennen. Diesmal geht es aber mit einem vermeintlichen Aufreger während des Spanien-GP los.

Platz 8: Die böse Ferrari-Spionage

Ferrari? Spionage? Hatten wir das nicht früher schon? Nach dem Spanien-GP fallen diese beiden Worte wieder in einem Atemzug - allerdings ist die Sache wohl nicht ganz so dramatisch, wie sie sich anhört.

Abgucken, spicken oder lauschen sind vielleicht eher die Worte, mit denen man das beschreiben sollte, was Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko Ferrari vorgeworfen hat.

Worum geht's? Marko hat sich nach dem Rennen im "RTL"-Interview beschwert, dass Ferrari offenbar die Boxenstrategie von Mark Webber ausspioniert hat, um Fernando Alonso im direkten Zweikampf der beiden immer gleichzeitig hereinzuholen. Das hat bis zum letzten Stopp funktioniert und Webber letztlich wohl den Podestplatz gegen Jenson Button gekostet.

"Wir haben gemerkt, dass Ferrari irgendeine Art Spionage hat", sagte Marko. "Wir haben dem Mark relativ spät gesagt, dass er zum Boxenstopp reinkommen soll. Und trotzdem hat es Alonso auch an die Box geschafft. Die haben also auf uns reagiert. Man kann ja sehen, wer wann zu den Reifen geht."

Mal ehrlich: Hört sich das wirklich nach einem riesigen Spionage-Skandal an? Eher nicht. Wenn das ein Skandal wäre, dann müssten wir hier ja auch einen geschätzten Journalisten-Kollegen anschwärzen, der uns in der Startaufstellung dabei aufgefallen ist, dass er heimlich Detailaufnahmen von den Autos mit der eigenen Digitalkamera gemacht hat. Pfui Teufel!

Außerdem ist Ferrari beim letzten Stopp ja auch auf eine Finte der Webber-Crew hereingefallen und hat Alonso zu früh rein geholt. Das sollte Strafe genug sein.

Platz 7: Sutil muss zum Rapport

Bleiben wir noch ein bisschen bei den ernsthaften Themen. Hässliche Sache das, was Adrian Sutil offenbar in einer Disco in Shanghai passiert ist. In Barcelona wurde er von Fragen nach dem Wie und Warum der kleinen Keilerei mit Renault-Miteigentümer Eric Lux bombardiert.

Dazu schwelt im Hintergrund natürlich die angekündigte Klage wegen schwerer Körperverletzung, weil Sutil Lux mit einem Glas am Hals geschnitten hat. Sutil sah verständlicher Weise ziemlich fertig aus.

Zu allem Überfluss hat ihn dann auch noch Bernie Ecclestone offiziell zum Rapport bestellt. Sutil sollte ihm erklären, was genau passiert ist. Sollte der Deutsche wirklich schuldig gesprochen werden, droht ihm der Verlust der Superlizenz. Und das alles nur wegen einem Glas Schampus, das Sutil Lux angeblich ins Gesicht kippen wollte. Dann doch lieber Schampus auf dem Podium.

Platz 6: Hamilton verpasst die 10.000 ganz knapp

Fast ein Jubiläum für McLaren - aber nur fast: Hamilton hätte in Barcelona um ein Haar die 10.000. Führungsrunde eines McLaren in der Formel 1 gedreht. Wäre er nur eine Runde später zu seinem letzten Boxenstopp gekommen oder hätte er doch Sebastian Vettel noch überholt, hätte es in Monaco etwas zu feiern gegeben.

Hamilton hätte sich eine runde Zahl mit Diamanten auf seinen Helm modellieren lassen können. Schließlich pflegt McLaren die Tradition, sich von seinem Sponsor Steinmetz zu jedem Monaco-GP eine hübsche Zahl in Diamanten einfassen zu lassen. So müsste es im Fall der Fälle die 9999 werden.

Platz 5: Es wird wieder gekickt

Apropos Monaco: Es ist ebenfalls schöne Tradition, dass sich die Formel-1-Stars im Vorfeld des Rennens zum Fußballspiel treffen. Am Dienstag ist es wieder soweit, dann wird gekickt statt Gas gegeben und gegrätscht statt überholt.

Mit von der Partie sind nach jetzigem Wissensstand die aktiven Fahrer Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Felipe Massa, Nico Rosberg, Witali Petrow, Jaime Alguersuari und Sergio Perez. Michael Schumacher steht nicht auf der Liste - das Alter?

Der Gegner des Benefizspiels für Kinder fährt laut der offiziellen Facebook-Seite der Nazionale Piloti ebenfalls große Stars auf. Fürst Albert von Monaco wird persönlich dabei sein, außerdem unter anderem die Motorrad-Weltmeister Max Biaggi und Loris Capirossi, Juve-Legende Pavel Nedved, Sprinter Frankie Fredericks, Ski-Legende Hermann Maier, Heinz-Harald Frentzen und Fabien Barthez. Tennisstar Novak Djokovic steht interessanter Weise auch auf der Liste. Der wird aber doch wohl eher French Open spielen, oder?

Platz 4: Sexualleben überdenken, Felipe!

Nach dem letzten Rennen in der Türkei hat sich Felipe Massa zu einem Statement hinreißen lassen. Im Interview mit dem "Corriere dello Sport" haute er folgenden Satz raus: "Am Samstagabend vor dem Rennen habe ich immer Sex."

Das ist sicher schön für seine Ehefrau Rafaela, ihm selbst scheint es aber nicht den erhofften Energieschub zu bringen. Ganz im Gegenteil. Nimmt man sein katastrophales Rennen in Barcelona zum Maßstab, dann sollte er seine Sexualpraktiken vielleicht doch noch mal überdenken.

Platz 3: Ein Wochenende zum Abhaken

"Es hat nichts funktioniert." "Es war ein bisschen ernüchternd." Das waren die Sätze, die man von Nico Rosberg an diesem Wochenende gehört hat. Klar war sein siebter Platz nicht der Gipfel aller Träume, aber seine Aussagen passten auf ein generell fast schon spektakulär verkorkstes Wochenende.

Es ging damit los, dass Rosberg insgesamt 4000 Euro blechen musste, weil er dreimal in der Boxengasse geblitzt wurde. Sogar zweimal innerhalb von fünf Minuten. Der Speed-Limiter war nicht richtig eingestellt.

Im Rennen ging das Elend dann weiter. "Mein Funk hat nicht funktioniert, was die Strategie sehr schwierig gemacht hat. Dann hat mein Heckflügel nicht funktioniert. Er ließ sich auf der Geraden nicht flach stellen. Sonst hätte ich sicher viel mehr überholen können. Zu allem Überfluss hat die Trinkflasche auch nicht funktioniert." Wenigstens hat er sich nicht ernsthaft beim Aufstehen aus dem Bett verletzt. Das hätte noch in die Reihe der Unglücke gepasst.

Platz 2: Crazy Frog Vettel

Wer kennt noch den nervigsten Werbespot aller Zeiten? Er war der absolute Albtraum - der Crazy Frog. Kennen Sie nicht? Dieser Frosch ahmte unfassbar piepsig und schrill das Motorgeräusch eines Mopeds beim Starten nach. Der genaue Wortlaut des Textes ist nicht in Buchstaben zu fassen.

VIDEO: Das ist der berüchtigte Crazy Frog

Aber er ist Sebastian Vettel offenbar in Erinnerung geblieben, denn der Weltmeister machte das amphibische Etwas nach seiner Zieldurchfahrt via Boxenfunk nach. Ein Running Gag zwischen ihm und seinem Renningenieur Guillaume Roquelin

Vettel hat den piepsigen Ton des Frosches leider nicht ganz getroffen. Dafür hätte er sich an seine "Thank you Boys"-Rede nach seinem WM-Titelgewinn erinnern müssen, bei der er nach eigener Aussage klang wie ein Mädchen.

Platz 1: Coulthard fällt vor dem Sexshop

Den Vogel in der Barcelona-Woche hat zweifellos David Coulthard abgeschossen. In London erwischten ihn einige Paparazzi in der Nacht auf Donnerstag bei einer Party-Tour durch die Clubs der Stadt.

Den Fotos nach zu urteilen war Coulthard nicht mehr ganz alleine - was sowohl für seinen Alkoholpegel als auch für seine blonde Begleitung galt. Die war pikanter Weise nicht seine Verlobte Karen Minier und hatte auch nicht allzu viel an.

Klar, dass Coulthard diese peinliche Situation retten und den Paparazzi entwischen wollte. Klappte leider nicht, denn Coulthard stolperte und stürzte der Länge nach genau vor einem Sexshop. Das sah nicht nur blöd aus, es lieferte den Paparazzi auch noch einen hervorragenden Bildhintergrund.

Der liegende Coulthard vorne, "XXX", "Videos", "Magazines", "Books" und "Aromas" im Hintergund. Ein Traum für die Boulevardpresse, ein Albtraum für den DTM-Piloten, "BBC"-Kommentator und Bald-Ehemann von Karen Minier.

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung