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Formel 1

Ist Red Bull irgendwie zu stoppen?

Von Alexander Mey
Sebastian Vettel steht in Barcelona zum ersten Mal seit fünf Rennen nicht auf der Pole-Position
© Getty

Eigentlich hat die Konkurrenz beim Spanien-GP (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) keine Chance gegen Red Bull - außer am Start. Die spannende Frage: Kann Sebastian Vettel Mark Webber im direkten Duell um den Sieg noch abfangen?

Lewis Hamilton hatte seine gute Laune nicht verloren, auch wenn er im Qualifying eine ganze Sekunde langsamer war als Mark Webber auf der Pole-Position - als Dritter!

Red Bull fuhr in einer eigenen Liga, Hamilton steht am Start zwar hinter ihnen, ist aber nicht wirklich in Reichweite. "Ich denke nicht, dass wir im Rennen eine Chance haben", gab er zu Protokoll und scherzte: "Ich kann ja im letzten Sektor durch die alten schnellen Kurven fahren anstatt durch die Schikane, dann kann ich vielleicht dran bleiben."

Hamiltons Chance kommt am Start

Oder er kann am Start die rund 500 Meter bis zur ersten Kurve nutzen und sich vor einen der beiden Bullen setzen. Dann hätte er zumindest bis zum ersten Boxenstopp eine Chance, mit Webber und Vettel mitzuhalten.

Vielleicht sogar länger, denn schon in den vergangenen Rennen fiel auf, dass die Überlegenheit von Red Bull im Qualifying oft frappierender war als im Rennen. "Wir sollten auch hier im Rennen näher dran sein", sagte Hamilton.

Alonso im Rennen die größte Gefahr für Red Bull

Noch mehr als für ihn gilt das für Fernando Alonso. Der Lokalheld freute sich nicht zu Unrecht diebisch über seinen vierten Startplatz, denn er bedeutet, dass Ferrari seine Schwachstelle bestmöglich umgangen hat.

"Ich habe eine perfekte Runde erwischt", sagte Alonso. "Es ist schwer zu beschreiben, wie man sich nach so einer Runde fühlt. Nun glaube ich, dass wir im Rennen noch etwas besser abschneiden und ums Podium kämpfen können." Im Rennen ist Alonso für Red Bull nach den Eindrücken der Long-Runs im Training in der Tat eine noch größere Gefahr als Hamilton.

Vettel spielt KERS-Probleme herunter

Aber seien wir ehrlich: Nur wenn am Start oder bei der Technik irgendetwas schiefgeht. Webber und Vettel können sich nur selbst schlagen. Durch eine dumme Kollision zum Beispiel.

Oder Vettel wird KERS zum Verhängnis, das einzige Problem, das die Bullen in dieser Saison verfolgt. "Das scheint fast eine unendliche Geschichte zu sein", sagte Vettel nach dem Qualifying, das er zu großen Teilen ohne die 82 Zusatz-PS bestreiten musste.

Ohne den Schub die erste Gerade herunter wird er am Start keine Chance haben und Hamilton und Alonso werden über ihn herfallen. Trotzdem macht sich Vettel wegen KERS keine Sorgen und ist sich sicher: "Im Rennen sollten wir das wieder im Griff haben."

Alle Top-Teams haben Reifen gespart - außer Ferrari

Wenn Vettel Recht behält, steht den Zuschauern ein spannender Zweikampf zwischen ihm und Webber um den Sieg bevor, den sicher wieder die Reifen zu einem großen Teil entscheiden werden.

Das Motto aller Teams ist, so wenig wie möglich auf die neue harte Mischung von Pirelli angewiesen zu sein. Sie ist zwar deutlich haltbarer als die alte Mischung, aber pro Runde auch zwei Sekunden langsamer als die weiche.

Kein Wunder, dass Red Bull, McLaren und auch Mercedes sehr großen Wert darauf gelegt haben, im Qualifying weiche Reifensätze fürs Rennen zu sparen. Nur Ferrari hat das nicht getan und setzt daher im Rennen vielleicht auf einen Boxenstopp weniger als die Konkurrenz.

Schumacher hat die freie Auswahl

Die Silberpfeile müssen von den Startplätzen sieben für Nico Rosberg und zehn für Michael Schumacher aus hoffen, dass die Autos vor ihnen Probleme bekommen. Mercedes hat bewusst den einen oder anderen Startplatz geopfert, um in Sachen Reifen und Abstimmung der Autos optimal aufs Rennen vorbereitet zu sein.

Schumacher verzichtete sogar ganz auf eine schnelle Runde in Q3, weil er nach einem Ausfall von KERS keine Chance auf einen vorderen Startplatz gehabt hätte. So startet er das Rennen lieber mit einem Satz nagelneuer weicher Reifen. Das sollte ihm gerade am Start einen spürbaren Vorteil bringen.

Ein Start auf den harten Reifen kommt nicht in Frage. "Gerade am Start sind wir sehr gut und müssen versuchen, dort direkt einige Plätze gutzumachen", sagte Schumacher. Seine Hoffnung: Dank verstellbarem Heckflügel und KERS sollte man in Barcelona im Gegensatz zu früheren Jahren überholen können.

Auf Heidfeld wartet eine Überholorgie

Eine wahre Überholorgie wird Nick Heidfeld hinlegen müssen, um vom letzten Startplatz noch in die Punkte zu kommen. Dass sein Lotus-Renault dazu in der Lage ist, hat Teamkollege Witali Petrow mit Rang sechs bewiesen.

Heidfeld wird nach dem Feuer an seinem Auto mit neuem Motor und neuem Getriebe an den Start gehen. Strafen bekam er dafür nicht, sie hätten aber ohnehin keine Rolle gespielt. Schlechter als als 24. hätte er nicht starten können.

Das Qualifying-Ergebnis im Überblick

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