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Formel 1

Sind Sie der Mann von Gwyneth Paltrow?

Von Alexander Mey
Schauspielerin Gwyneth Paltrow ist seit 2003 mit Coldplay-Sänger Chris Martin verheiratet
© Getty

Der Japan-GP in Suzuka trieb einige merkwürdige Blüten. Vor allem am völlig verregneten Samstag ging mit den Ingenieuren der Spieltrieb durch. Außerdem: Ist Jenson Button in Wahrheit Chris Martin von Coldplay? Wie krank war Lewis Hamilton wirklich? Und was machte Peter Sauber auf einer Hochzeit in Mexiko? Die Top 8.

Platz 8: Die spinnen, die Japaner!

Raten wir mal, wie viele Zuschauer zum Beispiel beim Türkei-GP auf der Tribüne gesessen hätten, wenn es nur annähernd so geregnet hätte wie am Samstag in Suzuka. Einer? Und das ist schon eine tollkühne Prognose. In Japan waren die Tribünen brechend voll. Stundenlang. Bis weit über die endgültige Absage des Zeittrainings hinaus. Die Leute sind einfach nicht gegangen. Unfassbar!

"Das ist einfach eine ganz andere Begeisterung für den Sport", erklärte Ralf Schumacher im "RTL"-Interview. "Sie sitzen teilweise tagelang dort, um ihren Platz nicht aufgeben zu müssen." Tagelang im strömenden Regen - schon klar.

Aber sie werden dafür belohnt. Die Fahrer kommen gerne zum Rennen und stellen sich dann auch den Fans für Autogramme, Fotos und mal Anfassen. Besonders beliebt sind die deutschen Blondies Sebastian Vettel und Nico Rosberg. Blonde Jungs, darauf steht der japanische Teenager. Schumi ist dagegen nicht so der Renner.

"Ein Mädchen hat ein bisschen geheult", berichtete Rosberg von der Autogrammstunde am Donnerstag. Schon da war die Tribüne fast voll.

Es kann aber auch zu viel werden: "Wenn man morgens aus dem Hotel rauskommt, stehen sie da schon in Viererreihen. Die Schlange ist fast einen Kilometer lang und an jeder Ampel werden die Autos komplett zugedeckt", beschrieb Rosberg. Unser Eindruck: Die spinnen, die Japaner.

Platz 7: Hochzeit statt Formel 1

Peter Sauber war nicht in Suzuka. Er hat also keine Sekunde von dem Rennen gesehen, in dem seine Nummer eins Kamui Kobayashi überholt hat wie ein Irrer und Nick Heidfeld schon im zweiten Rennen für das Team wichtige Punkte holte. Aber warum?

Es war Hochzeit. Nicht von einem Sohn oder einer Tochter, sondern von Carlos Slim Junior. Kennen Sie nicht? Wir auch nicht. Ist aber der Sohn von Carlos Slim Senior, dem Chef des mexikanischen Konzerns Telmex. Und der ist rein zufällig ab kommender Saison neuer Hauptsponsor von Sauber.

Platz 6: Warum nicht immer Doppelschlag?

Der Doppelschlag aus Qualifying und Rennen an einem Tag ist eine echte deutsche Spezialität. Erst zum zweiten Mal gab es das, zum zweiten Mal in Suzuka. 2004 und 2010. 2010 hat Sebastian Vettel erst die Pole-Position geholt und dann das Rennen gewonnen. 2004 hat Michael Schumacher Pole und Sieg an einem Tag gefeiert. Ach ja, und er ist in diesem Jahr auch Weltmeister geworden...

Platz 5: Massa macht die "Sport-Bild" an

Felipe Massa war stinksauer. Klar, auch über sein mieses Qualifying, sein mieses Rennen, seinen miesen Unfall mit Liuzzi und so. Aber vor allem war er sauer über die gute alte "Sport-Bild". Die hat nämlich offenbar fälschlicher Weise behauptet, Massa habe gesagt, er werde kein zweiter Rubens Barrichello bei Ferrari werden.

Das habe er so nie gesagt, beteuerte Massa: "Ich bin sauer darüber, dass das in die Presse gekommen ist. Die Frage war, ob ich akzeptieren würde, nur zweiter Fahrer zu sein. Ich habe geantwortet: 'Nein, denn ich fahre, um zu siegen.'"

Da fragen wir uns: Wer kommt denn überhaupt auf die Idee, mit Massa über ein Thema wie die Nummer zwei bei Ferrari zu sprechen und ihn aus diesem Grund mit dem bei der Scuderia immer so erfolgreichen und angesehenen Barrichello zu vergleichen? Und das bei seiner Hammer-Saison! Verstehen wir nicht...

Platz 4: Oh Mann, Lucas!

Was war denn mit Lucas di Grassi auf seinem Weg in die Startaufstellung los? Einfach die Karre weggeworfen. In der R130, der schnellsten Kurve des Kurses. Bremsdefekt? Lenkungs-Defekt? Aufhängungs-Defekt? Irgendwas, das di Grassi vom Vorwurf der geistigen Umnachtung freisprechen könnte?

"Wir haben alle Informationen über sein Auto studiert, und es gibt keinen Hinweis auf einen Defekt", erklärte Teamchef John Booth. Also doch: Einfach weggeworfen, die Karre. Geistige Umnachtung. Sieht di Grassi selbst auch ein und verspricht: "Ich werde härter als jemals zuvor zusammen mit meinem Team Druck machen." Wenn da mal nicht jemand gut Wetter machen will.

Platz 3: Hamilton hat es an den Ohren

Autsch! Was kaum jemand mitbekommen hat, ist, dass Lewis Hamilton nicht nur sein Crash am Freitag, die Strafe im Qualifying und die Getriebeprobleme im Rennen schmerzten - als ob das nicht schon genug gewesen wäre. Hamilton quälte sich laut englischen Medien auch mit starken Ohrenschmerzen herum.

"Antibiotika werden das Problem mit dem Ohr sicher lösen, aber er dürfte sich fragen, wie er den Schmerz darüber abstellt, dass sein Plan, noch einmal Weltmeister in der Formel 1 zu werden, auf der Intensivstation gelandet ist", formulierte die "Times" blumig. Ob Hamilton den Spruch so lustig findet, darf im Moment bezweifelt werden.

Platz 2: Die Leinen los!

Boote. Eine Faszination, die den gemeinen Formel-1-Ingenieur offensichtlich nicht loslässt. Anders ist kaum zu erklären, warum sich die Teams am Samstag darin überboten haben, aus Blechdosen, Styropor und anderen Materialien futuristisch anmutende Boote zu konstruieren, die sie dann in der überfluteten Boxengasse um die Wette schippern ließen.

Höhepunkt war ein Rennen zwischen einem Red-Bull-Trimaran und einem Boot von Mercedes, das die Bullen selbstverständlich gewannen. Das Thema war so heiß, dass sogar Nick Heidfeld mit seinem Renningenieur über Boxenfunk fachsimpelte. Mercedes nahm die Pleite übrigens locker. Aus der Box ertönte in ohrenbetäubendem Lärm der Song "Walking on sunshine".

Platz 1: Sind Sie der Mann von Gwyneth Paltrow?

Okay, das war nicht exakt die Frage, die man Jenson Button gestellt hat, aber sinngemäß musste er am Flughafen in Heathrow genau darauf antworten. Ein amerikanischer Fan verwechselte Button nämlich mit Chris Martin, dem Sänger der Rockband Coldplay - dem Ehemann der Schauspielerin.

Der Ablauf der Konversation zwischen Button und dem Fan laut "Reuters": "Meine Familie und ich sind große Fans von Ihnen", sagt der Fan. "Vielen Dank, aber ich wusste gar nicht, dass die Formel 1 in den USA so populär ist", sagt Button. "Ich habe alle Ihre Alben und kenne alle Ihre Lieder", sagt der Fan. "Fantastisch! Du denkst sicher, dass ich Chris Martin bin, oder", sagt Button. "Sind Sie das nicht?", sagt der Fan.

Coole Story, coole Reaktion von Button. Er scheint nicht zum ersten Mal mit Martin verwechselt worden zu sein.

Rennanalyse: Vettel nach Sieg zurück im Titelrennen

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